Liquiditätsplanung

Als Liquiditätsplanung bezeichnet man alle vom BMF, Referat II A 6, betriebenen Aktivitäten, die dazu dienen, die im Laufe jedes Bankarbeitstags erfolgenden Ein- und Auszahlungen auf den Bundesbankkonten des Bundes möglichst genau abzuschätzen und die Finanzagentur so früh wie möglich darüber zu informieren.

Allgemeines

Das vom Kompetenzzentrum für das Kassen- und Rechnungswesen des Bundes im Auftrag des BMF verwaltete Zentralkonto sowie zahlreiche Unterkonten des Bundes werden bei seiner „Hausbank“, der Deutschen Bundesbank, geführt.

Über diese Konten werden alle Ein- und Auszahlungen und alle Kapitalmarktgeschäfte des Bundes abgewickelt. Am Ende jedes Bankarbeitstages werden die Salden der nachgeordneten Konten auf dem Zentralkonto zusammengefasst. Um den voraussichtlichen Kontostand zu ermitteln, wertet das BMF täglich Meldungen der Ressorts über erwartete Ein- und Auszahlungen aus und stimmt sich dabei ständig mit den Bundeskassen, dem Kompetenzzentrum für das Kassen- und Rechnungswesen des Bundes, der Finanzagentur und den Kontoführern bei der Deutschen Bundesbank ab. Die Finanzagentur gleicht einen sich am Ende des Arbeitstages ergebenden negativen Kontostand durch Aufnahme eines Kassenverstärkungskredites aus oder legt ein Guthaben am Geldmarkt an. Die Liquiditätsplanung erfolgt in mehreren Stufen. Der auf der Grundlage des Haushaltsplans im Dezember des Vorjahres erstellten Jahresplanung folgt vier Mal im Jahr eine Quartalsplanung, die anschließend im Wege der Monatsplanung verfeinert wird. Wesentliche Grundlage für die Quartals- und Monatsplanung sind die Meldungen der Ressorts über erwartete Ein- und Auszahlungen. Die Tagesplanung erfolgt im Laufe eines Tages sowohl für den laufenden als auch für den jeweils nächsten Arbeitstag.

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