Notenbank

Eine Notenbank ist ein mit dem Recht zur Ausgabe von Banknoten (Notenprivileg) ausgestattetes Kreditinstitut. Eine Notenbank ist insbesondere für die Geldpolitik eines Landes oder eines Währungsgebietes verantwortlich. Sie wird entsprechend ihren Aufgaben auch als Zentralbank, Zentralnotenbank, Zentralnoteninstitut, Währungsbank, Bank der Banken oder Reservebank bezeichnet.

Begriffsbestimmung

Eine Notenbank ist ein mit dem Recht zur Ausgabe von Banknoten (Notenprivileg) ausgestattetes Kreditinstitut. Eine Notenbank ist insbesondere für die Geldpolitik eines Landes oder eines Währungsgebietes verantwortlich. Sie wird entsprechend ihren Aufgaben auch als Zentralbank, Zentralnotenbank, Zentralnoteninstitut, Währungsbank, Bank der Banken oder Reservebank bezeichnet.

Aufgaben

Neben dem Recht zur Ausgabe von Banknoten gehört zu den zentralen Aufgaben einer Notenbank die Gestaltung der Geldpolitik des Landes oder Währungsraums. Sie steuert durch (Zentralbank-) Geldschöpfung und -vernichtung das (Zentralbank-) Geldvolumen und hält die Währungsreserven des Landes bzw. Währungsraums. Notenbanken werden auch als „Bank der Banken“ bezeichnet, da sie einerseits Banken Kredite gewähren und andererseits Banken ihre (Mindest- und Überschuss-) Reserven bei Notenbanken halten. Daneben können auch der Staat und öffentliche Stellen Kreditnehmer bei der Notenbank sein und ihre Guthaben von der Notenbank verwalten lassen („Hausbank des Staates“). Eine Notenbank kann ferner Aufgaben der Bankenaufsicht wahrnehmen und für die Sicherstellung eines ordnungsgemäß funktionierenden Zahlungsverkehrs verantwortlich sein. Die Aufgaben von Notenbanken und ihre Ausgestaltung unterscheiden sich in den einzelnen Ländern bzw. Währungsgebieten.

Geschichte

Ihren Ursprung finden Notenbanken in England. Hier wurden im 17. Jahrhundert Münzen und Edelmetalle gegen Quittungen von Goldschmieden in Verwahrung genommen. Die Quittungen ersetzten im Geschäftsverkehr zunehmend das Münzgeld als Zahlungsmittel. Da die im Umlauf befindlichen Quittungen nie gleichzeitig eingelöst wurden, war es den Goldschmieden möglich, Kredite zu gewähren, die sie mit Banknoten auszahlten, ohne dass diese von den verwahrten Münzen und Edelmetalle gedeckt sein mussten. Hieraus entwickelte sich das Bankgeschäft der sog.Goldsmith Bankers“.

Im Jahr 1694 wurde die Bank of England gegründet, die ab dem Jahr 1751 die Staatsschulden verwaltete und die Kassen für den Staat führte. Die Bank of England geriet in Bedrängnis, als es ihr nicht gelang, die von ihr ausgegebenen Banknoten in Gold einzulösen. Aus diesem Grund sah das im Jahr 1844 erlassene, erste Notenbankgesetz (Peel’sche Bankakte) eine Golddeckungsvorschrift vor. Die Peel’sche Bankakte regelte ferner, dass in England neben den bereits existierenden Notenbanken keine weiteren Notenbanken mehr gegründet werden konnten. Darüber hinaus gingen im Laufe der Zeit die Rechte der anderen Notenbanken zur Ausgabe von Banknoten auf die Bank of England über.

Die älteste deutsche Notenbank ist die „Königliche Giro- und Lehnbanco“. Sie wurde im Jahr 1765 gegründet. Jedoch erlangten deutsche Notenbanken erst bedingt durch die Entwicklung in England und den Eisenbahnbau Mitte des 19. Jahrhunderts Bedeutung. Im Jahr 1846 wurde in Preußen aus der Königlichen Bank die „Preußische Bank AG“. Weitere Notenbanken wurden auch außerhalb von Preußen gegründet.

Als erste zentrale deutsche Notenbank ging die Reichsbank im Jahr 1875 aus der Preußische Bank AG hervor. Das Recht zur Notenausgabe konnte nur noch durch Reichsgesetz verliehen werden. Wenn Rechte zur Ausgabe von Banknoten bei anderen Banken erloschen oder von diesen aufgegeben wurden, gingen diese Rechte auf die Reichsbank über. Die anderen Notenbanken stellten Anfang des 20. Jahrhunderts nach und nach die Ausgabe von Banknoten ein.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden im Jahr 1948 in der Bundesrepublik Deutschland nahezu alle Landeszentralbanken sowie die Bank deutscher Länder gegründet. Zum 1. August 1957 ging aus diesen Banken aufgrund des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank die Deutsche Bundesbank mit Sitz in Frankfurt am Main hervor. Mit Beginn der dritten Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 übertrugen die Teilnehmerländer der Eurozone die Zuständigkeit für die Geldpolitik von den nationalen Zentralbanken auf die Europäische Zentralbank.

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