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31.01.2014

Monatsbericht

Die Steuer­ein­nah­men des Bun­des und der Län­der im Ka­len­der­jahr 2013

  • Die Steuereinnahmen des Bundes und der Länder (ohne reine Gemeindesteuern) stiegen im Kalenderjahr 2013 insgesamt um 3,3 %.


  • Einkommensabhängige Steuerarten dominieren das gute Gesamtergebnis.

1 Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im Kalenderjahr 2013

Die bei Bund und Ländern1 im Kalenderjahr 2013 eingegangenen Steuereinnahmen betrugen 570,21 Mrd. , das sind 18,4 Mrd. € beziehungsweise 3,3 % mehr als im Jahr 2012. Der Zuwachs im 4. Quartal lag mit 3,6 % wieder auf dem Niveau der ersten beiden Quartale (1. Quartal 2013: + 3,4 %, 2. Quartal 2013: + 3,5 %), nachdem er im 3. Quartal 2013 aufgrund der starken Vorjahresbasis lediglich 2,8 % betragen hatte.

Die Steuereinnahmen im Kalenderjahr 2013 und die Veränderungen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum stellen sich im Einzelnen wie in Tabelle 1 angegeben dar.

Tabelle 1: Entwicklung der Steuereinnahmen im Kalenderjahr 2013

Steuereinnahmen nach Ertragshoheit

Kalenderjahr

Änderung gegenüber
Vorjahr

in Mio. €

2013

2012

in Mio. €

in %

Gemeinschaftliche Steuern

449 805433 32716 4783,8

Reine Bundessteuern

100 45499 794 6600,7

Reine Ländersteuern

15 72314 2011 52210,7

Zölle

4 2314 462-231-5,2

Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern)

570 212551 78518 4273,3
 Abweichungen in den Summen durch Rundung der Zahlen möglich.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen.

Die gemeinschaftlichen Steuern übertrafen ihr Vorjahresergebnis im Kalenderjahr 2013 um 3,8 %. Im gesamten Berichtszeitraum 2013 wiesen insbesondere die veranlagte Einkommensteuer und die Körperschaftsteuer hohe Zuwachsraten aus, aber auch die Lohnsteuer und die Abgeltungsteuer trugen maßgeblich zum Mehraufkommen bei, während die Steuern vom Umsatz insgesamt lediglich um 1,1 % über dem Vorjahresniveau lagen.

Das Kassenaufkommen aus der Lohnsteuer stieg im Kalenderjahr 2013 um 6,1 % und profitierte dabei auch von der abnehmenden Zahl der Kindergeldkinder und der somit aus dieser Steuer zu leistenden Kindergeldzahlungen, die das Vorjahresniveau um 0,3 % unterschritten. Bei der Altersvorsorgezulage ist ein Anstieg um 11,7 % festzustellen. Allerdings stiegen die Auszahlungen lediglich um 1,7 %. Der restliche Anstieg wurde durch die Verminderung der Rückflüsse aus der Prüfung der Zulagengewährungen für vergangene Jahre verursacht, welche mit den Auszahlungen verrechnet werden. Maßgeblich für den kräftigen Anstieg des Lohnsteueraufkommens sind jedoch weiterhin die deutlich verbesserte Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einer Zunahme der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer sowie die tariflichen Lohnerhöhungen und Besoldungsanpassungen.

Die veranlagte Einkommensteuer brutto lag im Berichtszeitraum 2013 um 8,2 % über dem Vorjahresniveau. Da die vom Bruttoaufkommen in Abzug gebrachten Arbeitnehmererstattungen nach § 46 EStG den Vorjahresstand nur um 2,8 % übertrafen, während die Zahlungen von Eigenheimzulagen sich durch den Wegfall eines weiteren Förderjahrgangs um 60,3 % reduzierten, stieg das Kassenaufkommen der veranlagten Einkommensteuer um 13,5 % gegenüber dem Vorjahresergebnis. Die Vorauszahlungen und die Nachzahlungen verzeichnen im Kalenderjahr 2013 mit jeweils circa 6 % einen deutlichen Zuwachs gegenüber dem Vorjahresniveau, während die Erstattungen (ohne Arbeitnehmererstattungen) lediglich um circa 1 ½ % zunahmen. Aus diesen Ergebnissen kann weiterhin auf eine anhaltend gute Ertragslage der überwiegend binnenwirtschaftlich orientierten Selbständigen, Einzelunternehmer und Personengesellschaften geschlossen werden.

Die Kasseneinnahmen aus der Körperschaftsteuernahmen im Kalenderjahr 2013 um 15,2 % zu. Die Zuwachsrate des Aufkommens wird durch einige Sonderfälle aus dem Vorjahr beeinflusst, welche die Basis erheblich gemindert haben. Die im Jahr 2013 wirkenden konjunkturellen Einflüsse auf das Körperschaftsteueraufkommen finden ihren Niederschlag in dem leichten Rückgang der Vorauszahlungen um circa 1 %. Die verhaltene Entwicklung der Vorauszahlungen steht wohl im Zusammenhang mit der gedämpften Gewinnsituation der eher exportorientierten großen Kapitalgesellschaften, die durch das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld belastet wurden. Die Einnahmen der Körperschaftsteuer wurden ebenso wie im Vorjahr durch die Auszahlung von Steuerguthaben aus Altkapital in Höhe von 2,2 Mrd. € gemindert.

Das kassenmäßige Aufkommen bei den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag (Steuern auf Dividenden) ging im Kalenderjahr 2013 um 14,0 % zurück. Allerdings wurde das Aufkommen im Vorjahr durch Sondereffekte stark erhöht. Nach Bereinigung des Basisjahres um die Sondereffekte ergibt sich nur noch ein Anstieg um circa 3 %. Die Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern nahmen um 42,8 % ab.

Bei der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge kam es im Kalenderjahr 2013 insgesamt zu Mehreinnahmen von 5,2 %. Dabei entwickelten sich die einzelnen Quartale von + 3,2 % im 1. Quartal bis + 9,8 % im 4. Quartal sehr unterschiedlich. EU-Quellensteuer wurde im Kalenderjahr 2013 in Höhe von insgesamt 255,1 Mio. € überwiesen.

Das Kassenaufkommen der Steuern vom Umsatz lag leicht um 1,1 % über dem Ergebnis des Jahres 2012. Die Aufkommensentwicklung war wie bereits in den Vorjahren von starken Schwankungen im Jahresverlauf gekennzeichnet. Die (Binnen-)Umsatzsteuer wies im Kalenderjahr ein Plus von 4,1 % auf, während die Einfuhrumsatzsteuer auf Importe aus Nicht-EU-Ländern einen Rückgang um 7,0 % verzeichnete. Hier ist zu berücksichtigen, dass der Zuwachs bei der Einfuhrumsatzsteuer entsprechend hohe Vorsteuerabzüge im Inland zur Folge hat, die das Aufkommen der (Binnen-)Umsatzsteuer vermindern. Im Jahresverlauf war die Entwicklung der Einfuhrumsatzsteuer zwar generell rückläufig, jedoch verlangsamte sich dieser Rückgang von 9,8 % im 1. Halbjahr 2013 auf 4,2 % im 2. Halbjahr 2013. Das Aufkommen der Einfuhrumsatzsteuer im Jahresverlauf 2013 steht im Einklang mit der Entwicklung der nominalen Warenimporte, die durch rückläufige Energiepreise erheblich gedämpft wurden.

Bei den reinen Bundessteuern wurde das Vorjahresniveau im Berichtsjahr 2013 – wie bereits im Vorjahr – lediglich um 0,7 % übertroffen. Nach einem Anstieg um 4,5 % im 1. Quartal sank das Volumen im 2. Quartal um 3,5 %, um im 3. Quartal 2013 dann mit 2,4 % wieder zuzulegen. Im 4. Quartal 2013 wurde das Vorjahresniveau lediglich um 0,1 % überschritten.

Die Energiesteuer als die aufkommensstärkste Bundessteuer konnte im Kalenderjahr 2013 das Vorjahresniveau lediglich um 0,2 % übertreffen. Das Aufkommen aus der Energiesteuer auf Heizöl stieg um 6,5 % und aus der Energiesteuer auf Erdgas um 2,9 %. Bei letzterer spielt zum einen die hohe Vorjahresbasis eine Rolle, zum anderen dürften die hohen Energiepreise und der bislang eher milde Winter das Ergebnis beeinflussen. Die beiden Teilkomponenten der Energiesteuer machen allerdings nur circa ein Zehntel des Gesamtaufkommens aus. Die den Großteil des Aufkommens generierende Besteuerung des Kraftstoffverbrauchs unterschritt das Vorjahresniveau um 0,3 %.

Die Tabaksteuer verzeichnet im Kalenderjahr 2013 eine Einschränkung ihres Volumens um 2,3 %. Dabei ist der deutliche Rückgang im 1. Quartal 2013 (- 7,1 %) den vorgezogenen Käufen von Steuerzeichen in Antizipation der Erhöhung der Tabaksteuersätze zum 1. Januar 2013 geschuldet. Im 2. Quartal 2013 ging das Aufkommen mit 1,3 % weiter zurück und erholte sich im 3. Quartal 2013 deutlich mit + 6,9 %. Im 4. Quartal folgte allerdings wieder ein Rückgang um 7,7 % aufgrund der hohen Basis im letzten Quartal des Vorjahres durch die vorgezogenen Käufe.

Der Solidaritätszuschlag konnte dank des Zuwachses bei seinen Bemessungsgrundlagen Lohnsteuer, veranlagte Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge im Berichtszeitraum 2013 Mehreinnahmen von 5,5 % verzeichnen. Auch die Versicherungsteuer (+ 3,7 %) meldete deutliche Zuwächse; die Stromsteuer schloss mit einem Plus von 0,5 % ab. Bei der Luftverkehrsteuer betrugen die Einnahmen im Kalenderjahr 2013 978,4 Mio. €. Sie übertrafen damit das Vorjahresniveau um 3,2 %. Bei der Kernbrennstoffsteuer ging das Aufkommen im Berichtszeitraum 2013 um 18,5 % zurück von 1,8 Mrd. € auf nunmehr 1,3 Mrd. €. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es im Gesamtjahr 2012 insbesondere zu hohen Nachzahlungen für das Jahr 2011 gekommen war. Diese resultierten aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH), wonach keine Aussetzung der Vollziehung für laufende Verfahren zu gewähren war und ausgesetzte beziehungsweise im Jahr 2011 zurückgezahlte Beträge wieder an den Fiskus abzuführen waren. Die Kraftfahrzeugsteuer überschritt das Vorjahresniveau um 0,6 %.

Für die übrigen Bundessteuern gab es überwiegend Mindereinnahmen: Branntweinsteuer (‑ 0,9 %), Schaumweinsteuer (- 3,5 %) und Kaffeesteuer (- 3,1 %). Diese Steuern tragen allerdings nur geringfügig zum Gesamtaufkommen der Bundessteuern bei.

Die reinen Ländersteuern dehnten ihr Volumen im Kalenderjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 10,7 % aus. Getragen wird dieses Ergebnis insbesondere vom Zuwachs bei der Grunderwerbsteuer (+ 13,6 %). Zum einen ist der kontinuierliche Anstieg bei der Grunderwerbsteuer ein Indiz für die gute Situation im Bau- und Immobiliensektor, zum anderen sind teilweise in einigen Bundesländern auch die Hebesätze angehoben worden. Bei der Erbschaftsteuer (+ 7,6 %) kam im 1. Halbjahr noch der gestalterische Spielraum bei der Vererbung von Betrieben zum Tragen. Das Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz) diente hier der Eindämmung der missbräuchlichen Gestaltung durch die Nutzung sogenannter Cash-GmbHs. Während die Rennwett- und Lotteriesteuer (+ 14,2 %) und die Feuerschutzsteuer (+ 3,0 %) Mehreinnahmen erzielten, musste die Biersteuer (- 4,0 %) Einbußen hinnehmen.

2 Entwicklung der Steuereinnahmen in den einzelnen Quartalen 2013

Ein Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Quartale des Kalenderjahres 2013 zeigt eine recht unterschiedliche Entwicklung aufgrund der Volatilität der Einnahmen bei vielen Steuerarten. Verursacht wird diese wiederum z. B. durch die erheblichen Aufkommenswirkungen einiger größerer Sonderfälle und die Auswirkungen von Gesetzesänderungen und Rechtsprechung, welche wiederum auch Verhaltensreaktionen der Steuerpflichtigen auslösen.

Tabelle 2: Entwicklung der Steuereinnahmen in den einzelnen Quartalen 2013

Steuereinnahmen nach Ertragshoheit
in Mio. €

2013

1. Quartal

2. Quartal

3. Quartal

4. Quartal

Gemeinschaftliche Steuern

109 127113 383108 699118 596

Veränderung ggü. Vorjahr in %

3,14,92,74,4

Reine Bundessteuern

20 97124 35525 01130 116

Veränderung ggü. Vorjahr in %

4,5-3,52,40,1

Reine Ländersteuern

3 8893 7624 1113 961

Veränderung ggü. Vorjahr in %

7,215,610,610,0

Zölle

1 039 9501 1371 106

Veränderung ggü. Vorjahr in %

-7,7-6,3-5,3-1,5

Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern)

135 026142 450138 958153 779

Veränderung ggü. Vorjahr in %

3,43,52,83,6
Quelle: Bundesministerium der Finanzen.

3 Verteilung der Steuereinnahmen auf die Ebenen

Im Kalenderjahr 2013 konnten alle Ebenen bessere Ergebnisse erzielen als im Vergleichsjahr 2012. Dies gilt auch für den Anteil der Gemeinden an den Gemeinschaftssteuern. Die höheren EU-Abführungen, die – nicht zuletzt aufgrund hoher Nachzahlungen für vergangene Jahre – zum Anstieg der EU-Eigenmittel um + 18,2 % beitrugen, reduzierten das Ergebnis der Steuereinnahmen des Bundes, sodass dieser mit + 1,4 % die niedrigste Zuwachsrate verzeichnet.

Die Verteilung der Steuereinnahmen im Kalenderjahr 2013 auf Bund, EU, Länder und Gemeinden und die Veränderungen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum werden in Tabelle 3 dargestellt.

Tabelle 3: Verteilung der Steuereinnahmen auf die Ebenen

Steuereinnahmen nach Ebenen

Kalenderjahr

Änderung gegenüber

in Mio. €

Vorjahr

2013

2012

in Mio. €

in %

Bund 1

259 866256 3033 5631,4

EU

31 10126 3164 78518,2

Länder 1

244 206236 3447 8273,3

Gemeinden 2

35 04032 8222 2186,8

Zusammen

570 212551 78518 4273,3
 Abweichungen in den Summen durch Rundung der Zahlen möglich.
1 Nach Bundesergänzungszuweisungen.
2 Lediglich Gemeindeanteil an Einkommensteuer, Abgeltungsteuer und Steuern vom Umsatz.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen.

Die Einzelergebnisse der von Bund und Ländern verwalteten Steuern sowie deren Verteilung auf die Gebietskörperschaften im Kalenderjahr 2013 und in den einzelnen Monaten finden sich in der Rubrik Steuereinnahmen.

Fußnoten

1 Über die Einnahmen aus Gemeindesteuern berichtet das Statistische Bundesamt vierteljährlich. Diese Einnahmeergebnisse werden in der Fachserie 14 „Finanzen und Steuern“, Reihe 4 „Steuerhaushalt“ im Rahmen eines Gesamtüberblicks über die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden veröffentlicht.

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