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30.01.2013

„Schön, dass wir da mal die Ers­ten wa­ren“ – Pla­ka­taus­stel­lung und Dis­kus­si­on zum 60. Jah­res­tag des 17. Ju­ni 1953

Zum Auftakt einer Reihe von Gedenkfeierlichkeiten für den bevorstehenden 60. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 präsentierte das BMF mit der Bundesstiftung Aufarbeitung und dem Deutschlandfunk am 29. Januar 2013 die Plakatausstellung „Wir wollen freie Menschen sein“ mit 20 Informationstafeln zum DDR-Volksaufstand.

Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble am Rednerpult bei der Plakatausstellung und Diskussion zum 60. Jahrestag des 17. Juni 1953
Dr. Wolfgang Schäuble am Rednerpult Quelle:  Jörg Rüger, Bundesministerium der Finanzen

Am 17. Juni 1953 war das „Haus der Ministerien“, der heute als Detlev-Rohwedder-Haus bekannte Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums der Finanzen, das Ziel Zehntausender Demonstranten. Die ursprüngliche Demonstration gegen „Normerhöhungen“ wurde zum Massenprotest für soziale Gerechtigkeit sowie für Freiheit und Demokratie und geriet zum Signal für einen Volksaufstand in der gesamten DDR.

Während seiner Begrüßung im bis auf den letzten Platz gefüllten Matthias-Erzberger-Saal des Bundesfinanzministeriums betonte Dr. Wolfgang Schäuble die besondere Dynamik des Protests: „Zu Beginn ging es den Demonstranten um die Rücknahme der Normerhöhungen. Als sie den Platz vor dem Haus der Ministerien verließen, forderten sie das Ende der kommunistischen Diktatur in der DDR und freie und geheime Wahlen einer Regierung für ganz Deutschland.“

Der Minister unterstrich auch, welche Signifikanz das heutige BMF-Gebäude als vormaliges Reichsluftfahrtministerium, Haus der Ministerien und Sitz der Treuhandanstalt für die darin arbeitenden Menschen im Alltag erlangen kann.

„Vor diesem historischen Hintergrund in diesem Gebäude zu arbeiten – das ist für meine Kolleginnen und Kollegen und mich Herausforderung und Chance zugleich. Bereits beim Betreten des Detlev-Rohwedder-Hauses am Morgen erinnert uns das Gebäude an seine wechselvolle Geschichte und daran, dass das Glück, heute in einem freien, demokratischen und prosperierenden Deutschland inmitten von Freunden leben zu dürfen, alles andere als selbstverständlich ist“, machte der Bundesfinanzminister vor den ebenfalls zahlreich erschienen Beschäftigten des Hauses deutlich.

In der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten der Liedermacher Wolf Biermann, der Zeitzeuge Klaus Gronau, der Philosoph und Theologe Prof. Dr. Richard Schröder sowie Rainer Eppelmann und Dr. Anna Kaminsky von der Bundesstiftung Aufarbeitung unter der Gesprächsleitung der Chefredakteurin des Deutschlandfunks Birgit Wentzien die Bedeutung des 17. Juni 1953 für die Geschichte des geteilten und die Erinnerungskultur des vereinten Deutschlands. Am einprägsamsten war dabei vielleicht die Analyse von Richard Schröder, der aus diesem ersten von einer ganzen Reihe von Aufständen im ehemaligen sowjetischen Machtblock folgerte, dass - anders als es die vorherige Geschichte nahelege - die deutsche „Untertanenangst“ vielleicht doch nicht genetisch bedingt sei. „Ganz schön, dass wir da mal die Ersten waren“, so Schröder.

Nach einer Gesangseinlage von Wolf Biermann dankte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen Hartmut Koschyk, der zugleich auch stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats der Bundesstiftung ist, allen Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge. Er betonte, dass es zum Auftakt des Gedenkjahres keinen besseren Ort gebe, die Plakatausstellung zum 17. Juni 1953 zu präsentieren und unterstrich die Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung des Gedenkens an den DDR-Volksaufstand.

Die von der Bundesstiftung konzipierte Ausstellung mit 20 Plakaten zum 17. Juni 1953 wird 2013 in mehr als 2.500 Exemplaren bundesweit zu sehen sein. Vorübergehend bis Ende August 2013 ist die Ausstellung auch auf dem Gelände des Bundesfinanzministeriums im Arkadengang an der Ecke Wilhelmstraße/Leipziger Straße zu besichtigen.

Impressionen von der Veranstaltung sehen Sie hier.

Weitere Informationen zur Ausstellung selbst finden Sie unter www.stiftung-aufarbeitung.de/17juniausstellung

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