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Deut­sche Post AG

Die Deutsche Post AG wurde im Rahmen der Postreform II als eines der drei Postnachfolgeunternehmen (Deutsche Telekom AG, Deutsche Post AG, Deutsche Postbank AG) zu Beginn des Jahres 1995 in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft umgewandelt. Mit erfolgreichen Umstrukturierungen und gezielten Akquisitionen wurde das Unternehmen wettbewerbsfähig und börsenreif gemacht und im November 2000 erfolgreich an die Börse gebracht. Bei dieser Erstemission wurden erstmals auch privaten Anlegern außerhalb Deutschlands Aktien zu gleichen Bedingungen angeboten.

Im Vorgriff auf den Börsengang hatte der Bund bereits im Dezember 1999 50 % des Grundkapitals im Wege eines sogenannten Platzhaltergeschäfts an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) veräußert. Im Lauf der Jahre wurden auch die übrigen Bundesanteile vollständig an die KfW übertragen. Grund hierfür war die Nähe der Bank zum Kapitalmarkt im geplanten weiteren materiellen Privatisierungsprozess und ihre größere Flexibilität und Erfahrung bei den hierfür notwendigen Transaktionen.

Ziel der Bundesregierung ist es, die Deutsche Post AG - entsprechend der Aufnahmefähigkeit der Kapitalmärkte – schrittweise vollständig zu privatisieren. Schon mit der Änderung des Postumwandlungsgesetzes im Jahr 2002 wurden die rechtlichen Voraussetzungen für eine vollständige Kapitalprivatisierung geschaffen. Die Versorgung mit flächendeckend angemessenen und ausreichenden Post-Dienstleistungen wird durch das Postgesetz und weitere gesetzliche Vorschriften im Bereich des Postwesens garantiert. Leistungen dieser Art können weiterhin durch die Deutsche Post AG, aber auch ebenso durch andere Postdienstleister erbracht werden. Eine Beteiligung des Bundes an der Deutsche Post AG aus Gründen der Daseinsvorsorge ist nicht mehr erforderlich.

Die Deutsche Post hat seit ihrer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft eine sehr erfolgreiche Entwicklung vollzogen. Sie deckt nicht mehr nur das inländische Briefgeschäft ab, sondern ist unter dem Namen Deutsche Post DHL mit den Geschäftsbereichen Express, Fracht und Lieferkettenmanagement das größte Logistikunternehmen der Welt. Mit einem Konzernumsatz von von rund 55,1 Mrd. ist sie in über 220 Ländern vertreten und hat rund 480.000 Mitarbeiter weltweit.

Aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft hat sich die Deutsche Post AG zurückgezogen: 2008/2009 wurde die Postbank AG in einem mehrstufigen Verfahren an die Deutsche Bank AG verkauft. Die Transaktion kam im Februar 2012 durch den Erwerb aller noch verbliebenen Anteile durch die Deutsche Bank AG zum Abschluss.

Einzelheiten zur Entwicklung der Beteiligung:

Beim Börsengang (IPO) im November 2000 platzierten Bund und KfW rund 29 % des Grundkapitals der Deutsche Post AG aus dem Bestand der KfW und konnten dabei einen Emissionserlös von rund 6,6 Mrd. € erzielen.

Seit dem IPO wurden die Anteile des Bundes und der KfW an der Deutsche Post AG schrittweise weiter reduziert:

  • In den Jahren 2001/2002 erhöhte sich der Anteil der frei gehandelten Aktien im Rahmen einer Akquisition der DHL durch die Deutsche Post AG sowie durch die Ausgabe von Bonusaktien an bezugsberechtigte Kleinaktionäre.

  • Mit einem zweiten Platzhaltergeschäft veräußerte der Bund im November 2003 rund 30 % der Aktien der Deutsche Post AG an die KfW.

  • Im Dezember 2003 wurden von der KfW ca. 5,7 % der Aktien an institutionelle Investoren verkauft und eine Umtauschanleihe mit einem Volumen von 1,15 Mrd. €, wandelbar in Aktien der Deutsche Post AG, begeben.

  • Im November 2004 veräußerte die KfW erneut rund 6,6 % der Aktien des Unternehmens am Kapitalmarkt an institutionelle Anleger.

  • Im Januar 2005 verkaufte der Bund weitere rund 13 % der Aktien der Deutsche Post AG an die KfW.

  • Anfang 2005 platzierte die KfW eine Umtauschanleihe über 1,1 Mrd. € auf dem japanischen Markt (sog. Uridashi). Käufer waren Privatanleger.

  • Im Juni 2005 verkaufte die KfW weitere 11,4 % der Aktien der Deutsche Post AG am Kapitalmarkt. Durch diese Transaktion sank der von Bund und KfW gehaltene Anteil unter 50 %.

  • Im Juli 2005 verkaufte der Bund die restlichen 7,3 % der Aktien der Deutsche Post AG im Rahmen eines weiteren Platzhaltergeschäftes an die KfW. Der Bund besitzt damit direkt keine Anteile mehr an der Deutsche Post AG.

  • Im Juli 2006 verkaufte die KfW weitere 6,1 % der Aktien der Deutsche Post AG an institutionelle Investoren.

  • Durch die fast vollständige Ausübung der im Dezember 2003 begebenen Umtauschanleihe verringerte sich im Januar 2007 der KfW-Anteil an der Deutsche Post AG um weitere 4,6 %.

  • Im Juli 2009 platzierte die KfW eine Umtauschanleihe über 750 Mio. € mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Volumen von 4,5 % der Aktien.

  • Im September 2012 verkaufte die KfW weitere 5,0 % der Aktien im Wege an institutionelle Investoren. Ihr Anteil am Unternehmen sank dadurch auf 25,5 %.

  • In 2013 reduzierte sich durch den Umtausch der Anleihe aus dem Jahr 2009 der Anteil der KfW am Unternehmen auf 21,0 %.

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