Navigation und Service

15.08.2012

60 Jah­re En­ga­ge­ment für Fi­nanz­sta­bi­li­tät und Ent­wick­lungs­fi­nan­zie­rung

Vor 60 Jahren, am 14. August 1952, wurde Deutschland Mitglied beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei der Weltbank.

IWF und Weltbank – bedeutende Partner für Deutschland

IWF und Weltbank haben seit ihrer Gründung nichts an Bedeutung verloren und sind heute, gerade aufgrund der fortschreitenden Globalisierung, mindestens genauso wichtig wie vor 60 Jahren. Durch seine ausgewiesene Expertise ist der IWF weltweit ein wichtiger Rat- und Kreditgeber für Länder mit Zahlungsbilanzproblemen. Die Weltbank hat sich über ihre Finanzierungsleistungen hinaus zu einem wichtigen Forum der globalen Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern entwickelt.

Als drittgrößter Anteilseigner beim IWF und bei der Weltbank trägt Deutschland eine große Verantwortung dafür, gemeinsam mit den fast 190 anderen Staaten Finanzmärkte, Währungsordnungen, Handel und Entwicklungspolitik zu gestalten.

Der IWF - zentrale Stütze des internationalen Währungs- und Finanzsystems

Der IWF wurde gegründet, um die Stabilität des internationalen Währungs- und Finanzsystems zu gewährleisten und so Handel und eine Steigerung des Lebensstandards weltweit zu fördern. Der IWF soll dafür sorgen, die wirtschaftliche Stabilität seiner Mitgliedstaaten zu stärken, Finanz und Wirtschaftskrisen vorzubeugen und im Notfall zur Krisenbewältigung beizutragen. Erste Aufgabe war es, bei der Errichtung eines multilateralen Zahlungssystems mitzuwirken und die Stabilität der Wechselkurse zu fördern.

Mit der Gründung des IWF wurde die Währungsordnung für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegt. Damit erkannten die Mitgliedstaaten an, dass die Wechselkurspolitik und die Vorschriften zum internationalen Zahlungsverkehr der einzelnen Länder auch die Interessen der übrigen Länder berühren. Die IWF-Mitglieder verpflichten sich seitdem, gemeinsame Regeln einzuhalten, in Fragen der internationalen Währungspolitik eng zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig Hilfe zur Überwindung von Zahlungsbilanzschwierigkeiten zu leisten. Der IWF trägt so dazu bei, nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu sichern und den allgemeinen Lebensstandard zu erhöhen.

Über die Jahrzehnte hat sich der IWF beständig weiterentwickelt und an die Veränderungen in der Welt- und Finanzwirtschaft angepasst. Nach wie vor ist der IWF die weltweit zentrale Organisation für die internationale Zusammenarbeit in der Finanz- und Währungspolitik. In der globalen Finanzkrise seit 2008 und der dann folgenden Schuldenkrise in einzelnen Staaten der Eurozone spielt der IWF mit seiner Expertise, durch seine Politikkoordination und die Bereitstellung von Krediten eine wichtige Rolle. Als Reaktion auf die globale Finanzkrise wurde die finanzielle Ausstattung des IWF deutlich erhöht, um eventuell auftretenden Finanzierungsbedürfnissen schnell entsprechen zu können. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des globalen Sicherheitsnetzes und des internationalen Finanzsystems.

Die Weltbank – globale Entwicklungsförderung und Armutsbekämpfung

Die Weltbank wurde 1944 ursprünglich als Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gegründet und hat sich seitdem beständig weiterentwickelt und an veränderte internationale und wirtschaftliche Herausforderungen angepasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Schwerpunkt zunächst auf der Förderung von Wiederaufbau, langfristigen Investitionen und Kapitaltransfers, bald aber rückten die Entwicklungsförderung und Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt ihrer Aufgaben.

Zu Beginn als Einzelinstitution gegründet, entwickelte sich die Weltbank im Laufe der Zeit zu einer Gruppe aus fünf Entwicklungsbanken. Mit dem Ziel den Privatsektor zu fördern, wurde 1956 die Weltbankgruppe um die Internationale Finanz Corporation ergänzt. 1960 wurde die Internationale Entwicklungsorganisation gegründet, um das Entwicklungsniveau und den Lebensstandard in den ärmsten Ländern anzuheben. Im Gegensatz zur Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die über den Kapitalmarkt Gelder aufnimmt und zu marktnahen Konditionen an ihre Mitglieder vergibt, stellt die Internationale Entwicklungsorganisation besonders günstige Finanzierungsleistungen zur Verfügung, die über regelmäßige Beiträge finanziert werden. Aktuell unterstützt sie damit zweieinhalb Milliarden Menschen in 81 Partnerländern, in denen das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen weniger als 1.195 US-Dollar beträgt. Zur Weltbankgruppe gehören ferner das 1965 gegründete Internationale Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten und die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur, die seit 1988 in erster Linie Direktinvestitionen in Entwicklungsländern fördert.

Mit ihrer Finanzkraft und Expertise in nahezu allen entwicklungsrelevanten Bereichen wie Infrastruktur, Gesundheit, Ernährungssicherheit, Bildung, Privatsektorförderung und guter Regierungsführung ist die Weltbank ein unerlässlicher Partner Deutschlands in der Entwicklungspolitik. Deshalb wird Deutschland weiterhin die multilaterale Zusammenarbeit aktiv mitgestalten und modernisieren. Dabei wird es sich für eine weitere Stärkung der Wirkungsorientierung der Weltbank einsetzen und die Rolle der Bank bei der Lösung globaler Herausforderungen weiter ausbauen.

Seite teilen und Drucken