Navigation und Service

29.07.2014

Auf­schwung der Welt­wirt­schaft fes­ti­gen

Die Lage der Weltwirtschaft zu Beginn der deutschen G7-Präsident-
schaft - IWF veröffentlicht neue Prognose

Die Weltwirtschaft hat sich von der globalen Finanzkrise mittlerweile recht gut erholt. Dennoch bleiben auch für die großen Industrieländer Herausforderungen. „Nun geht es darum, diesen Aufschwung zu festigen“, erklärt Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble. „Wir brauchen nachhaltiges Wachstum. Dafür sind solide Staatsfinanzen und weniger Schulden zentral. Wir brauchen noch mehr Investitionen und Strukturreformen.“

Laut Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte das weltweite Wachstum im Jahr 2014 mit 3,4 Prozent marginal besser ausfallen als 2013. Im Jahr 2015 soll sich dann die Wachstumsrate auf 4 Prozent verbessern. Am 24. Juli veröffentlichte der IWF turnusgemäß seine Aktualisierung des World Economic Outlook mit folgender Prognose:

Wachstumsrate

des BIP (in %)

Ist

Projektion

Revision ggü. WEO April 2014

 

2013

2014

2015

2014

2015

Welt

3,23,44,0-0,30,0

Industrieländer

1,31,82,4-0,40,1

Schwellen-/ Ent-

wicklungsländer

4,74,65,2-0,2-0,1

China

7,77,47,1-0,2-0,2

USA

1,91,73,0-1,10,1

Kanada

2,02,22,4-0,10,0

Japan

1,51,61,10,30,1

Eurogebiet

-0,41,11,50,00,1

Deutschland

0,51,91,70,20,1

Frankreich

0,30,71,4-0,3-0,1

Italien

-1,90,31,1-0,30,0

Spanien

-1,21,21,60,30,6

Großbritannien

1,73,22,70,40,2

Annahmen: konstante reale effektive Wechselkurse auf dem Durchschnittsniveau des Zeitraums 05.05. – 02.06.2014; Durchschnittlicher Ölpreis pro Barrel war 104,07 US-$ in 2013 und wird (auf Basis von Futures) auf 104,14 US-$ in 2014 und 99,62 US $ in 2015 geschätzt, BIP kalenderbereinigt.

Der IWF geht demnach weiterhin von einer Zunahme des globalen Wachstums aus. Für 2014 reduziert der Fonds aber seine Prognose um 0,3 Prozent gegenüber seiner April-Prognose auf Grund des schwachen ersten Quartals (insbesondere in den USA) und der weniger optimistischen Aussichten der Schwellenländer.

Die Wachstumsprognose 2014 für die USA wurde um 1,1 Prozentpunkte gegenüber der April-Prognose deutlich nach unten revidiert. Enorme Lagerüberschüsse aus 2013 und der harte Winter werden als Faktoren genannt. Für Japan und Großbritannien wird die Prognose für 2014 und 2015 allerdings angehoben.

Für den Euroraum bestätigt die IWF-Prognose, dass eine wirtschaftliche Erholung im Gang ist, zeigt aber gleichzeitig deutliche Länderunterschiede auf: Die Prognose für Deutschland wurde nach oben korrigiert. Die Wachstumsprognosen Italiens und Frankreichs für 2014 wurden dagegen deutlich zurückgenommen und liegen jeweils bei 0,3 Prozent und 0,7 Prozent.

Für Deutschland erwartet der IWF für 2014 ein preisbereinigtes Wachstum von 1,9 Prozent (im Vergleich zu einem Wachstum von 1,7 Prozent im April-Outlook). Im Jahr 2015 wird nach Ansicht des IWF die Wachstumsrate kalenderbereinigt bei 1,7 Prozent liegen – nicht-kalenderbereinigt liegt die Prognose ebenfalls real bei 1,9 Prozent.

Für Schwellen- und Entwicklungsländer hat der IWF seine Wachstumsprognose für 2014 um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent gesenkt. Externe Gründe wie die schwächere Auslandsnachfrage (insbesondere aus den USA), die geopolitische Risiken (in Zusammenhang mit Russland) sowie die heimischen Faktoren wie geringe Investitionen in Russland und Brasilien sowie die steigende Finanzierungskosten für Brasilien tragen u.a. zum revidierten Ausblick bei. In China wurden Maßnahmen zur Dämpfung des Kreditwachstums ergriffen.

Diagramm zeigt die Entwicklung der Staatsverschuldung in den G7-Ländern (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts)
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Seite teilen und Drucken