Wirtschaft und Verwaltung28.08.2008  

Fragen und Antworten zum Verkauf der IKB-Anteile

Was ist die IKB?

Die IKB Deutsche Industriebank ist eine Bank, deren Kerngeschäft die Kreditfinanzierung von mittelständischen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe ist. Größter Aktionär ist die staatliche KfW Bankengruppe.

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Warum ist die IKB in eine Krisensituation geraten?

Im Sommer 2007 geriet die IKB als Folge der Krise auf dem US-amerikanischen Hypothekenmarkt in eine existenzbedrohende Schieflage. Die IKB hatte sich wie viele andere Banken in hohem Maße in strukturierten Finanzierungsprodukten engagiert und musste im Zuge der Krise Abschreibungen in Milliardenhöhe auffangen.

Zu der Krise kam es, weil zahlreiche Amerikaner – auch viele mit vergleichsweise schlechter Bonität – während der Boomphase im amerikanischen Hypothekenmarkt von den Banken Darlehen zum Hauskauf erhielten. Als die Spekulationsblase platzte, konnten zahlreiche Kredite nicht mehr bedient werden – und die betroffenen amerikanischen Institute rissen Banken auf der ganzen Welt in eine der schwersten Finanzkrisen der vergangenen Jahrzehnte.

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Welche Gründe gab es für die Rettung der IKB?

Eine Insolvenz [Glossar] der IKB hätte Vertrauen in das gesamte deutsche Bankenwesen erschüttert – mit unabsehbaren gesamtwirtschaftlichen Folgen für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Um dies zu verhindern, sprangen Bund, Bankenwirtschaft und die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) [Glossar] mit einem finanziellen Rettungspaket ein.

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Gibt es Alternativen zum Verkauf der IKB-Anteile?

Weder die Fortführung der IKB unter Regie der KfW noch eine Zerschlagung oder die Insolvenz der Bank stellen in einer Gesamtbetrachtung eine sinnvolle Alternative zum Verkauf dar. Diese Einschätzung der Bundesregierung wird von der deutschen Kreditwirtschaft und zahlreichen ausgewiesenen Fachleuten (u.a. Bundesbank und BaFin) geteilt.

Im Vordergrund der Entscheidung stand die Abwehr erheblichen Schadens für den deutschen Banken- und Finanzsektorsektor. Die damit verbundenen volkswirtschaftlichen negativen Auswirkungen hätten auch für die öffentlichen Haushalte [Glossar] ein hohes und unkalkulierbares Risiko dargestellt.

Eine Fortführung der Geschäftstätigkeit unter KfW-Regie wäre nur schwer realisierbar gewesen. Angesichts der noch andauernden Finanzmarktkrise wären die finanziellen Risiken für die KfW unabsehbar gewesen.

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Bleibt die IKB als Mittelstandsbank erhalten?

Die IKB bleibt als wichtiger Mittelstandsfinanzierer in Deutschland bestehen. Nicht zuletzt weil der Käufer weiteres Kapital in die IKB einbringt, bekommt die IKB eine neue Perspektive als Mittelstandsbank.

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Welche Konsequenzen haben die Stützungsmaßnahmen für die KfW?

Die KfW kann sich nach Abschluss des Verkaufs wieder voll auf ihre Kernaufgabe konzentrieren. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Förderauftrag der KfW: günstige Förderangebote in den Bereichen Mittelstand [Glossar], Unternehmensgründungen, Wohnen, Umwelt, Klimaschutz, Bildung und Infrastruktur.

Zwar beträgt die bilanzielle Gesamtbelastung der KfW aus der IKB-Krise rund 8 Milliarden Euro [Glossar]. Dennoch steht die KfW auf einer soliden finanziellen Basis und ist in ihrer Risikotragfähigkeit nur vorübergehend eingeschränkt.

Dass das Fördervolumen in 2008 gegenüber dem Rekordjahr 2007 leicht rückläufig ist, ist vor allem konjunkturell bedingt und steht nicht im Zusammenhang mit der IKB-Rettung. Bisherige und zukünftige Risiken im Zusammenhang mit der Unterstützung der IKB konnten klar begrenzt werden.

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Welche Belastungen entstehen im Bundeshaushalt [Glossar] durch die IKB-Krise?

Während der Stützungsaktionen für die IKB hat der Bund rund 1,2 Milliarden Euro übernommen. Im Rahmen des Verkaufsprozesses hat der Bund der KfW zudem die Übernahme einer Garantie von bis zu 600 Millionen Euro zugesagt. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme dieser Garantie ist jedoch gering.

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