Wirtschaft und Verwaltung17.06.2009  

G8-Finanzminister beraten Lage der Weltwirtschaft  

Vorbereitungen zum G8-Gipfel Anfang Juli

Hat sich die Weltwirtschaft schon erholt? Diese Frage stellten sich die anwesenden Finanzminister der G8-Staaten bei ihrem Treffen am 12. und 13. Juni in Lecce, Italien. Nur ein bisschen, war die Antwort – denn während erste Zeichen der Stabilisierung insb.in den USA durchaus erkennbar sind, vor allem auf den Aktienmärkten, sind Zeitpunkt und Geschwindigkeit einer nachhaltigen Erholung in Europa weiterhin unklar.

Aufgrund der größeren Exportabhängigkeit ist hier nur mit einer verzögerten Erholung zu rechnen. Weil vor allem die Gefahr einer massiv steigenden Arbeitslosigkeit gesehen wird, einigten sich die Anwesenden, die Folgen der Krise auf den Arbeitsmärkten durch eine aktive und stabilisierende Arbeitsmarktpolitik [Glossar] zu begrenzen. Deutschland hat hier durch den Schutzschirm für Arbeitsplätze und andere Maßnahmen bereits Zeichen gesetzt.

Es sollen weiterhin alle notwendigen Schritte unternommen werden, um die Weltwirtschaft auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu rückzubringen. Bundesfinanzminister Steinbrück erklärte, dass dies keinesfalls neue Konjunkturmaßnahmen erfordere. Vielmehr sollten die angestoßenen Maßnahmen erst einmal die Chance bekommen, zu wirken.

Einigkeit bestand auch darin, die beim G20-Gipfel in London im April 2009 beschlossenen Projekte zur Finanzmarktregulierung zügig voranzutreiben und den avisierten Zeitrahmen (Umsetzung bis Ende 2009) einzuhalten. Die G8-Staaten wollen hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen.

Aufgaben des Internationale Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde aufgefordert, so genannte Exit-Strategien zu erarbeiten, also ein sinnvolles Ende der Stabilisierungsmaßnahmen zu definieren.  Die tatsächliche Umsetzung solcher Strategien ist jedoch erst dann sinnvoll, wenn  eine nachhaltitge Stabilisierung der Märkte bzw. der wirtschaftlichen Entwicklung erfolgt ist. .

Gleichzeitig sollen die Mittel des IWF, wie bereits in London beschlossen, erhöht werden, um den möglichen Finanzierungsbedarf seiner Mitgliedsländer schnell abdecken zu können. Bundesfinanzminister Steinbrück bekräftigte die Zusage Deutschlands, zunächst 15 Mrd. Euro [Glossar] bilateral beizutragen.

In Lecce bereiteten die Finanzminister der acht führenden Industriestaaten den kommenden G8-Gipfel vor, der vom 8. bis 10. Juli in L'Aquila stattfindet.

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