
Wolfgang Schäuble zu Gast bei n-tv: „Wir sind auf dem richtigen Weg“
Die Weltbankgruppe als global aktive multilaterale Entwicklungsbank ist einer der weltweit größten entwicklungspolitischen Akteure. Dies gilt nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern die Bank ist zugleich eine Ressource für Wissen und Informationen in nahezu allen entwicklungsrelevanten Bereichen wie Infrastruktur, Gesundheit, Bildung, guter Regierungsführung und zunehmend Klimaschutz. Oberstes Ziel der Weltbank [Glossar] ist die Verringerung der Armut in den ärmsten Entwicklungsländern sowie Entwicklungsländern mit mittlerem Pro-Kopf-Einkommen und die Verbesserung des Lebensstandards durch die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung.
Die Weltbankgruppe ist eine internationale Entwicklungsbank mit fünf Mitgliedsorganisationen:
Der Sitz der Weltbankgruppe ist Washington, D.C., USA. Präsident ist seit 1. Juli 2007 der Amerikaner Robert B. Zoellick. Deutscher Gouverneur bei der Weltbankgruppe ist der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, [Extern] Dirk Niebel. Stellvertretender Gouverneur ist der Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Jörg Asmussen. Die Weltbankgruppe hat über 11.000 Beschäftigte aus 161 Ländern. Neben der Zentrale in Washington unterhält die Weltbankgruppe Länderbüros in nahezu 120 Staaten weltweit.
Die Institutionen der Weltbankgruppe im Einzelnen:
Die IBRD [Extern] wurde gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 1944 in Bretton Woods [Glossar], USA, gegründet. Derzeit sind 187 Länder Anteilseigner. Deutschland ist seit 1952 Mitglied der Bank und verfügt über einen Kapitalanteil von 4,5 % und einen daraus resultierenden Stimmrechtsanteil von 4,4 %. Deutschland ist nach USA und Japan drittgrößter Anteilseigner. Die Hauptaufgabe der IBRD ist die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Schwerpunkte bilden die Armutsbekämpfung, der Umweltschutz und die Förderung privatwirtschaftlicher Aktivitäten. Hauptinstrument ist die Gewährung von zinsgünstigen Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren.
Die IDA [Extern] wurde 1960 gegründet und hat derzeit 170 Mitgliedsländer. Deutschland ist Gründungsmitglied und mit einem Stimmrechtsanteil von 5,7 % drittstärkster Anteilseigner. Die IDA ist der konzessionäre Hilfsfonds der IBRD und hat das Ziel, die Lebensstandards in ihren Partnerländern anzuheben und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern. Der typische IDA-Kredit ist zinslos und hat eine Laufzeit von 40 Jahren mit 10 tilgungsfreien Jahren. Zudem erhalten Länder mit hohem Überschuldungsrisiko Zuschüsse. Aus diesem Grund kann sich die IDA nicht auf den Kapitalmärkten refinanzieren und ist hauptsächlich auf Haushaltsmittel der (Geber-) Mitgliedsländer angewiesen. Diese Mittel werden alle drei Jahre im Rahmen von Wiederauffüllungsverhandlungen zusammengetragen. Deutschland gehört zu den größten Gebern und hat mit 6,5 % den viertgrößten Anteil an der letzten Wiederauffüllung beigetragen. Zusätzlich zu den Geberbeiträgen erhält IDA Transferleistungen aus Gewinnüberschüssen der IBRD und IFC.
Die IFC [Extern] wurde im Jahr 1956 als eigenständige Tochter der Weltbankgruppe gegründet und hat derzeit 182 Mitgliedsländer. Deutschland ist Gründungsmitglied mit einem Kapitalanteil von 5,4 % und einem daraus resultierenden Stimmrechtsanteil von 5,4 %. Die IFC beteiligt sich direkt an Investitionsvorhaben privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern durch Beteiligung am Eigenkapital [Glossar] und gewährt langfristige Investitionsdarlehen zu kommerziellen Bedingungen oder Garantien. Ergänzend leistet die IFC seit einigen Jahren technische Hilfe im Privatsektor-Bereich.
Die MIGA [Extern] wurde 1988 als jüngste Tochter der Weltbankgruppe gegründet und hat derzeit 175 Mitgliedsländer. Der deutsche Kapitalanteil beträgt gegenwärtig 5,1 % und der Stimmrechtsanteil aktuell 4,2 %. Die Hauptaufgaben der MIGA sind die Förderung ausländischer Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern durch die Vergabe von Garantien zur Absicherung gegen nicht-kommerzielle Risiken (z.B. Kapitaltransferbeschränkungen, Enteignung, zivile Unruhen und Kriegshandlungen). Das Garantieportfolio der MIGA konzentriert sich auf die Bereiche Finanzsektor und Infrastruktur, und bietet zudem Dienstleistungen auf den Gebieten der technischen Hilfe und der Investitionsberatung an.
ICSID [Extern] ist die kleinste Institution der Weltbankgruppe. Das Zentrum wurde 1966 gegründet und hat gegenwärtig 147 Mitgliedsländer. Es ist eine Schlichtungsinstitution zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten zwischen ausländischen Investoren und deren Gastländern. Darüber hinaus unterstützt ICSID durch Publikationen die Fortentwicklung von internationalem Investitionsrecht und Schlichtungsverfahren.
Weitere Informationen über die Geschäftsaktivitäten und Schwerpunktthemen in der Weltbank finden sich auf der gemeinsamen Internetseite [Extern] der Weltbankgruppe.