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Un­ter­neh­men­spri­va­ti­sie­rung durch die Treu­hand­an­stalt

Die Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums (Treuhandanstalt), die in der Endphase der Regierung Modrow am 1. März 1990 gegründet wurde, hatte durch das noch von der Volkskammer der DDR beschlossene und durch Artikel 25 des Einigungsvertrages bestätigte Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz) vom 17. Juni 1990 die Kernaufgabe,

  • die unternehmerische Tätigkeit des Staates durch Privatisierung so schnell wie möglich zurückzuführen,

  • die Wettbewerbsfähigkeit möglichst vieler Unternehmen herzustellen und somit Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.

Von den anfänglich rund 8.500 Unternehmen, für die die Treuhandanstalt die Verantwortung übernahm, wurden nach Entflechtung rund 15.000 Unternehmen und Betriebs-/Unternehmensteile privatisiert (ohne sogenannte „Kleine Privatisierung“ von Ladengeschäften, Hotels, Gaststätten, Apotheken, Buchhandlungen, Kinos – insgesamt rund 25.000 Objekte).

Rund 80 % der privatisierten Objekte gingen auf mittelständische Erwerber über.

Die Privatisierungen waren vielfach an soziale und wirtschaftliche Auflagen gebunden, insbesondere an Arbeitsplatzzusagen über insgesamt rund 1 Mio. Arbeitsplätze (25 % der vorherigen Beschäftigung) und Investitionszusagen über rund 80 Mrd. Euro, deren Einhaltung überprüft und eingefordert wurde.

Die Privatisierungsaufgabe war im Wesentlichen Ende 1994 beendet. Restarbeiten hat danach insbesondere die  Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) übernommen.

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