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Die Ent­wick­lung der EU

Von EGKS bis zur Europäischen Union

Karte Europas

Karte Europas
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Die Infografik beschreibt in einem vertikalen Zeitstrahl die Chronologie der Europäischen Union.

Von unten nach oben sind die einzelnen Etappen der Chronologie:

1952Inkrafttreten des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) durch Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Luxemburg und Niederlande
1958Inkfrafttreten der Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinde (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM)
1967Inkrafttreten des Vertrages über die Fusion der EGKS, der EWG und der EURATOM zur Europäischen Gemeinschaft (EG)
1968Verwicklichung der Zollunion im gewerblichen Bereich
1973EG-Beitritt von Dänemark, Irland und Großbritannien
1981EG-Beitritt von Griechenland
1985Unterzeichnung des Schengener Abkommens
1986Unterzeichnung der "Einheitlichen Europäischen Akte" (EEA) zur Schaffung eines europäischen Binnenmarktes
1993Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages über die Gründung der Europäischen Union (EU)
Inkrafttreten des Europäischen Binnenmarktes
1995EU-Beitritt von Finnland, Österreich und Schweden
2004EU-Beitritt von Estland, Litauen, Lettland, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern und Malta
2007EU-Beitritt von Romänien und Bulgarien
2009Inkrafttreten des Reformvertrages von Lissabon
2013EU-Beitritt von Kroatien

Stand: August 2013

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Die Infografik stellt die wichtigsten Entwicklungsschritte der Europäischen Union in chronologischer Reihenfolge dar - von 1952 (Vertrag zur Gründung der EGKS) bis 2013 (Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union)
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Der Grundstein

Den Grundstein der Europäischen Union (EU) legten sechs Staaten, darunter Frankreich und Deutschland. 1951 gründeten sie die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).




Friedenssicherung

Zentrales Ziel war die Sicherung des Friedens nach dem Zweiten Weltkrieg. Sechs Jahre später erweiterten die Römischen Verträge das Bündnis um die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM). 1968 folgte eine Zollunion, in den Jahren danach traten weitere Länder bei.

Vertrag von Maastricht

Nach dem Ende der Sowjetunion bekam die europäische Integration neuen Schwung. 1993 wurde der Binnenmarkt vollendet und mit dem Vertrag von Maastricht die Europäische Union geschaffen. Die Währungsunion konnte mit Einführung des Euro 1999 vollendet werden. Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts war durch die Erweiterung der Union nach Osten geprägt.

Die Entwicklung der Europäischen Union anhand einer Zeitleiste von 1950 bis 2009

Die Europäische Union mit ihren Mitgliedstaaten, Institutionen, einem eigenen Regelwerk, den Zielen und Werten wie wir sie heute kennen, hat sich über Jahrzehnte in vielen kleineren und größeren Schritten entwickelt:

1950:

Am 9. Mai stellt der französische Außenminister Robert Schumann seinen Plan vor, die deutsche und die französische Stahlproduktion einer gemeinsamen Behörde zu unterstellen. Es ist der Beginn der europäischen Integration. Darum ist der 9. Mai heute „Europatag“ – der inoffizielle Feiertag der EU.

1952:

Bereits zwei Jahre später tritt der Pariser Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) in Kraft. Die Unterzeichner sind Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. 

1958:

Die Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und zur Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) treten in Kraft. Vertragspartner sind dieselben sechs Staaten wie beim EGKS: Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. Während die EWG Zoll- und Handelsschranken abbauen soll, dient Euratom der friedlichen Nutzung und Forschung in der Kernenergie. 

1967:

EGKS, EWG und EAG legen ihre Organe in den Europäischen Gemeinschaften (EG) zusammen (Fusionsvertrag).

1973:

Norderweiterung: Mit dem Beitritt des Vereinigten Königreichs, Dänemarks und Irlands wächst die EG auf neun Mitglieder an.

1979:

Die erste Direktwahl der damals 410 Abgeordneten des Europäischen Parlaments findet statt.

1981:

Erste Süderweiterung: Griechenland tritt als zehntes Mitglied bei.

1986:

Zweite Süderweiterung: Portugal und Spanien treten ebenfalls der EG bei: Die Mitgliederzahl erhöht sich somit auf zwölf.

1987:

Die Einheitliche Europäische Akte (EEA) tritt in Kraft. Sie sieht die schrittweise Vollendung des Binnenmarkts bis 1992 vor.

1990:

Zusammenbruch der Sowjetunion und Wiedervereinigung Deutschlands: Die neuen Bundesländer werden somit Teil der Europäischen Gemeinschaft und die mittel- und osteuropäischen Länder werden unabhängig: Ein vereintes Europa scheint möglich.

1992:

Der Gemeinsame Binnenmarkt ist weitgehend vollendet. Er gewährleistet vor allem vier Freiheiten: freien Warenverkehr, freien Dienstleistungsverkehr, freien Kapitalverkehr und freien Personenverkehr.

1993:

Der Vertrag von Maastricht (auch: Vertrag über die Gründung der Europäischen Union) tritt in Kraft:

  • Die drei Gemeinschaften (Euratom, EGKS, EWG) und die institutionalisierte politische Zusammenarbeit in den Bereichen Außenpolitik, Verteidigung, Polizei und Justiz werden unter dem Dach der Europäischen Union zusammengefasst.

  • Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft wird in Europäische Gemeinschaft umbenannt

  • Die Maastrichter Konvergenzkriterien werden geschaffen

  • Die Einführung des Euro wird vertraglich verankert

  • Einführung des Mitentscheidungsverfahrens, das die Rolle des Europäischen Parlaments bei Entscheidungen auf EU-Ebene stärkt

  • Die 3-Säulen-Struktur der EU-Politik wird geschaffen:

    • 1. Säule: umfasst die Europäische Gemeinschaft und regelt supranationale Politikbereiche wie den Binnenmarkt und die Wirtschaft- und Währungsunion

    • 2. Säule: umfasst die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)

    • 3. Säule: umfasst die Zusammenarbeit der EU-Länder in der Justiz- und Innenpolitik

1995:

Erweiterung: Mit dem Beitritt von Österreich, Schweden und Finnland hat die EU nun 15 Mitgliedstaaten.

Das Schengener Abkommen tritt in Kraft Abbau von Personenkontrollen an den Binnengrenzen.

Zu diesem Zeitpunkt sind folgende Staaten Mitglied: Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Italien, Griechenland, Portugal, Spanien, Österreich.

1996:

Dänemark, Finnland, Schweden, Island, Norwegen treten dem Schengenraum bei.

1998:

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt ihre Arbeit auf.

1999:

Der Euro wird zum 1. Januar zunächst in 11 EU-Staaten als Buchgeld eingeführt und die Wechselkurse zwischen den EU-Staaten werden fixiert.

Der Vertrag von Amsterdam tritt in Kraft:

  • Erste Grundlagen für die Osterweiterung werden geschaffen

  • Die Zusammenarbeit in den Bereichen der GASP und der Justiz- und Innenpolitik wird verstärkt

  • Das Schengener Abkommen wird in das EG-Recht aufgenommen und die Kompetenzen weitgehend an die EG übertragen.

2002:

Das Euro-Bargeld wird zum 1. Januar in 12 der 15 EU-Staaten eingeführt.

2003:

Der Vertrag von Nizza tritt in Kraft. Bestimmungen werden angepasst, um die Institutionen auf die große Erweiterung im kommenden Jahr vorzubereiten.

2004:

Erste Osterweiterung: Polen, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Lettland, Litauen, Estland, Malta und Zypern treten bei. Mit dieser größten Erweiterungswelle bisher umfasst die EU nun 25 Mitgliedstaaten.

Am 29. Oktober unterzeichnen die Staats- und Regierungschefs die Europäische Verfassung feierlich in Rom. Der Ratifizierungsprozess in allen EU-Mitgliedstaaten beginnt.

2005:

Der Ratifizierungsprozess der Europäischen Verfassung gerät ins Stocken: die Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden fallen negativ aus und das Projekt wird auf Weiteres ausgesetzt.

2007:

Zweite Osterweiterung: Der Beitritt Bulgariens und Rumäniens erhöht die Mitgliederzahl auf 27.

Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn treten dem Schengenraum bei.

2008:

Die Schweiz schließt sich dem Schengenraum an.

2009:

Der Vertrag von Lissabon tritt in Kraft. Der Reformvertrag gestaltet den institutionellen Rahmen der EU neu.

  • Dieser Vertrag hebt die 3-Säulen-Struktur der EU auf und fasst die verschiedenen Bereiche in einem Vertragswerk zusammen.

  • Das Europäische Parlament erhält mehr Befugnisse (z.B.: Über das Mitentscheidungsverfahren ist das Parlament nun regelmäßig am Gesetzgebungsverfahren in der EU beteiligt).
  • Es werden die Posten des Hohen Vertreters der Union für Außen- und  Sicherheitspolitik und des ständigen Präsidenten des Rates der Europäischen Union geschaffen.

2011:

Liechtenstein tritt dem Schengenraum bei.

2013:

Kroatien tritt der Europäischen Union bei, damit sind 28 Länder in der Europäischen Union.


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