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20.07.2017

Schul­den­ma­na­ge­ment des Bun­des

Das Bundesministerium der Finanzen wird mit dem Haushaltsgesetz jährlich ermächtigt, Kredite für den Bund aufzunehmen. Sie dienen im Wesentlichen der Tilgung fällig werdender Kredite, der Deckung von Ausgaben des Bundes, soweit sie nicht durch eigene Einnahmen gedeckt werden können sowie der Sicherstellung der täglichen Liquidität des Bundes.

Im Einzelnen hat das Schuldenmanagement des Bundes die Aufgaben,

  • die Kredite termingerecht und zu marktgerechten Konditionen aufzunehmen. Ziel ist es dabei insbesondere, die Ausgaben für die Zinsen im Bundehaushalt langfristig bei begrenztem Risiko zu optimieren. Auf Basis der Schuldenstrategie wird die Struktur des Schuldenportfolios entsprechend gestaltet. Dies geschieht durch die Begebung von Bundeswertpapieren in den unterschiedlichen Instrumenten- und Laufzeitklassen sowie durch den Einsatz derivater Finanzierungsinstrumente (Swaps).
  • die Kreditvolumina durch Bundeswertpapiere kostengünstig zu emittieren. Hierbei ist neben dem guten Kreditstanding (Bonität) des Emittenten Bund vor allem eine hohe Liquidität (Handelbarkeit) der Wertpapiere notwendig. Dies wird gewährleistet durch hohe Emissionsvolumina (auch durch Aufstockung bereits umlaufender Wertpapiere), die Einführung in den Handel an den deutschen Wertpapierbörsen sowie eine der jeweiligen Kapitalmarktlage Rechnung tragende Kurspflege im Sekundärmarkt. Auch die jährliche Erstellung und Veröffentlichung des Emissionskalenders des Bundes leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.
  • täglich die Liquidität des Bundes sicher zu stellen. Hierzu greift der Bund auf den Geldmarkt (Laufzeit unter einem Jahr) zurück. Für kurzfristige Kreditaufnahmen enthält das Haushaltsgesetz entsprechende Kassenkreditermächtigungen. Kurzfristige Geldanlagen können sowohl am unbesicherten Geldmarkt unter Wahrung hoher Bonitätsanforderungen als auch besichert über Wertpapierpensionsgeschäfte getätigt werden.

Die operativen und technisch-organisatorischen Aufgaben des Schuldenmanagements werden geschäftsbesorgerisch durch die bundeseigene Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH in Frankfurt a.M. wahrgenommen. Sie unterliegt der Steuerung und Kontrolle durch das BMF.

Die Deutsche Bundesbank führt das Zentralkonto des Bundes, stellt die technische Plattform für die Versteigerung von Bundeswertpapieren zur Verfügung und führt Sekundärmarkttransaktionen zur Marktpflege für den Bund an den deutschen Wertpapierbörsen durch.

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