Wirtschaft und Verwaltung27.07.2011  

Schuldenmanagement des Bundes

Aufgaben und Ziele

Die Aufgabe des Schuldenmanagements des Bundes besteht darin, das im Haushaltsplan vorgesehene Kreditvolumen termingerecht und zu marktgerechten Bedingungen zu beschaffen. Ziel ist es, die Ausgaben für Zinsen im Bundeshaushalt [Glossar] langfristig bei begrenztem Zinsrisiko zu minimieren. Die Struktur des Schuldenportfolios wird entsprechend gestaltet. Das geschieht durch die Begebung von Bundeswertpapieren und Schuldscheindarlehen und den Verkauf von Daueremissionen mit den gewünschten Laufzeiten und Volumina sowie durch den Einsatz derivativer Finanzierungsinstrumente.

Um die Bundeswertpapiere (siehe Produkte Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH [Extern]) kostengünstig zu emittieren, ist neben dem guten Kreditstanding vor allem eine hohe Liquidität der Bundeswertpapiere notwendig. Dies gewährleisten große Emissionsvolumina (auch durch Aufstockung bereits umlaufender Wertpapiere), die Einführung in den Handel an den deutschen Wertpapierbörsen sowie eine der jeweiligen Kapitalmarktlage Rechnung tragende Kurspflege an den Börsen durch die Deutsche Bundesbank [Extern]. Die Anleger haben daher die Möglichkeit, sich jederzeit von einem Engagement in börsennotierten Wertpapieren zu marktgerechten Preisen wieder zu trennen oder weitere Beträge nachzukaufen. Auch größere Beträge können problemlos gehandelt werden. Bei den nicht börsennotierten Bundesschatzbriefen wird die Verfügbarkeit der angelegten Gelder durch die Möglichkeit der vorzeitigen Rückgabe an den Bund zum Nennwert zuzüglich aufgelaufener Zinsen gesichert.

Der Bund kann zur Sicherung seiner Liquidität zusätzlich auf Geldmarktkredite zurückgreifen. Er ist gesetzlich ermächtigt, kurzfristige Mittel zur Kassenverstärkung bis zu einer Höhe von 10 % des Haushaltsvolumens am Geldmarkt aufzunehmen, die er später durch längerfristige Finanzierungsmittel ablösen kann.

Die operativen Aufgaben des Schuldenmanagements werden seit Juni 2001 durch die bundeseigene "Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH [Extern]" in Frankfurt wahrgenommen, die seitdem die Kreditaufnahme und das Liquiditätsmanagement im Auftrag des Bundes durchgeführt hat. Sie unterliegt der Steuerung und Kontrolle durch das Bundesministerium der Finanzen. Mit Wirkung zum 1. August 2006 wurden der Finanzagentur zusätzlich die bisher von der Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg v.d.H. im Bereich des Schuldenmanagements wahrgenommenen Aufgaben übertragen. Hierzu gehören insbesondere das Privatkundengeschäft und die Führung des Bundesschuldbuches.

Die Deutsche Bundesbank führt das Zentralkonto für den Bund, stellt die Technik für die Versteigerung von Bundeswertpapieren zur Verfügung und führt Sekundärmarkttransaktionen zur Marktpflege für den Bund an den Präsenzbörsen durch. 

Neue Finanzierungsinstrumente

Am 24. Mai 2005 wurde die erste auf US-Dollar lautende Bundesanleihe emittiert. Sie ist mit einem Kupon von 3,875 % ausgestattet, und es wurde ein Volumen von 5 Mrd. Dollar zugeteilt. Die Anleihe valutierte am 1. Juni 2005 und hat eine Laufzeit bis 1. Juni 2010.

Am 8. März 2006 wurde die erste Bundesanleihe emittiert, deren Zinszahlungen an die Inflationsrate im Euro [Glossar]-Raum gekoppelt sind. Die Anleihe ist mit einem Kupon von 1,50 % ausgestattet. Sie valutierte am 15. März 2006 und hat eine Laufzeit bis 15. April 2016. Es wurde ein Volumen von 5 Mrd. Euro zugeteilt. Die inflationsindexierte Anleihe ist in den Handel an der Frankfurter Börse eingeführt worden.

Links

Weitere Informationen dazu und zum Thema Bundeswertpapiere finden Sie in den nachfolgenden Links: