Die CEB ist die älteste internationale Finanzinstitution in Europa und wurde durch ein Abkommen von acht Mitgliedstaaten des Europarates im Jahre 1956 gegründet. Ursprünglich diente sie als “Umsiedlungsfonds für nationale Flüchtlinge und Überbevölkerung in Europa“ (Council of Europe Resettlement Fund for National Refugees and Over-Population in Europe) und firmierte später als “Sozialer Entwicklungsfonds des Europarates“ (Council of Europe Social Development Fund) bevor dieser im Jahr 1999 in die „Entwicklungsbank des Europarates“ umgewandelt wurde, um die heutige Rolle der CEB als Entwicklungsbank eindeutig widerzuspiegeln. Ziel der Bank ist die Verbesserung der Lebensverhältnisse in den am wenigsten begünstigten Regionen Europas. Der ursprüngliche Schwerpunkt ihrer Tätigkeit lag auf der Flüchtlingshilfe, wobei man insbesondere auch die ostdeutschen Flüchtlinge unterstützen wollte, die als Folge des 2. Weltkriegs nach Westdeutschland gekommen waren. Im Laufe der Jahre änderte sich die Schwerpunktsetzung und heute fördert die CEB Projekte in den Bereichen Ausbildung, berufliche Bildung, Gesundheit, soziales Wohnungswesen, Beschäftigung in KMU, benachteiligte städtische Gebiete, ländliche Entwicklung, Umweltschutz, kulturelles Erbe, Demokratie und Menschenrechte. Mit dem Fall des “Eisernen Vorhangs“ verlagerte sich die Geschäftstätigkeit zunehmend nach Mittel- und Osteuropa. Der Bank traten seit 1994 18 Staaten aus dieser Region bei; zuletzt Georgien und Montenegro im Jahr 2007.
Sitz der Bank ist Paris. Gouverneur ist seit 1993 der Franzose Raphaël Alomar, der im Dezember 2011 von Dr. Rolf Wenzel, derzeit Abteilungsleiter für Finanzmarktpolitik im Bundesministerium der Finanzen, abgelöst wird. Mitglieder der Bank sind 40 europäische Staaten, die auch jeweils Mitglied des Europarates sind. Das Stammkapital beträgt rd. 3,3 Mrd. EUR. Deutschland ist Gründungsmitglied und neben Frankreich und Italien mit einem Anteil von rd. 16,6 % einer der größten Anteilseigner am Stammkapital der CEB. Deutscher Vertreter im Direktionsausschuss (Governing Board), dem höchsten Beschlussorgan der Bank, ist Dr. Hans-Dieter Heumann, Botschafter bei der Ständigen Vertretung Deutschlands beim Europarat in Straßburg. Deutsche Vertreterin im Verwaltungsrat (Administrative Council) ist Elke Kallenbach, Referatsleiterin im Bundesministerium der Finanzen. Die CEB hat derzeit 165 Mitarbeiter in Paris. Darunter sind 16 deutsche Mitarbeiter, was einem Personalanteil von 10 % entspricht.
Die CEB vergibt langfristige, zweckgebundene Darlehen für soziale Zwecke zu - aufgrund ihres guten Ratings - günstigen Bedingungen. Darüber hinaus vergibt sie in sehr begrenztem Umfang Kredite zu konzessionären Konditionen an ausgewählte Länder. Während der Jahre 2006 bis 2010 vergab die CEB Darlehen in Höhe von insgesamt rd. 11,7 Mrd. EUR. Im Jahr 2010 wurden Darlehen in Höhe von rd. 2,3 Mrd. EUR zur Förderung von 31 Projekten bewilligt.. Davon entfielen 50 % auf Maßnahmen zur Förderung der sozialen Integration und je 25 % auf Maßnahmen im Umweltbereich und auf Maßnahmen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen und Unterstützung der öffentlichen Infrastruktur.
Weitere Informationen über die Aktivitäten der CEB finden sich auf der Internetseite der Bank [Extern].