Bürgerinnen und Bürger02.03.2012  

Kleiner Einsatz, große Wirkung

Wohlfahrtsmarken helfen Menschen in Not

Kind im Krankenhaus auf der Bult in Hannover, mit Siegfried ; Quelle: MediaCompany

Die Kinder im Krankenhaus auf der Bult in Hannover freuen sich, wenn Siegfried kommt, der freundliche Mann mit dem grauen Bart. Wenn der da ist, spielt er mit ihnen – Quartett, Spielzeugautos, Memory. Siegfried ist einer von 70 Ehrenamtlichen, die regelmäßig in die Klinik kommen und Freude verbreiten - Lebensfreude, die wichtig ist für die Genesung. Die Spielsachen und Bastelmaterialien finanziert das Krankenhaus über den Verkauf von Wohlfahrtsmarken. Dadurch kommen jedes Jahr rund 700 Euro [Glossar] zusammen - ein kleiner Beitrag mit heilender Wirkung.

Wohlfahrtsmarken

Serie "Für die Wohlfahrtspflege" zur Unterstützung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.Edelsteine: Rubin - Smaragd - Saphir; Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Wohlfahrtsmarken gibt es in Deutschland bereits seit 1949. Jedes Jahr wird eine Serie von drei Marken mit je einem zusätzlichen Centanteil herausgegeben. Die Porto- und "Pluswerte" betragen 55 + 25 Cent, 90 + 40 Cent und 145 + 55 Cent.

Seit 1969 erscheinen darüber hinaus jährlich Weihnachtsmarken mit dem Wert 55 + 25 Cent.

Die Erlöse aus den Plusanteilen der Wohlfahrts- und Weihnachtsmarken fließen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. zu. Unter ihrem Dach sind die sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen (Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland, Deutsches Rotes Kreuz, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland).

Seit 1949 wurden fast 4 Milliarden Wohlfahrts- und Weihnachtsmarken mit einem Pluserlös von rund 600 Millionen Euro verkauft.

Neben den Wohlfahrtsmarken gibt es noch weitere "Plus-Marken" mit Zuschlägen:

Jugendmarken

Jugendmarken; Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Seit 1962 werden so genannte Jugendmarken herausgegeben. Mit den "Plus"-Erlösen werden  „Maßnahmen zum Wohle junger Menschen“ gefördert. Das kann ein Jugendtheater sein, die Sanierung eines Jugendheims oder ein historisch-politisches Jugendbildungsprojekt. Was im Einzelnen gefördert werden soll, darüber entscheidet die Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V.

Sportmarken

Wohlfahrtsmarken 2012 "Für den Sport"; Quelle: Bundesministerium der Finanzen

In der Plusmarkenserie „Für den Sport“ erscheinen jährlich drei Briefmarken. Die Pluserlöse fließen in die Förderung des Spitzen- und Leistungssports. Verwaltet wird das Geld von der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Die Sporthilfe vergibt Stipendien, bezahlt Nachhilfestunden, springt bei trainingsbedingten Verdienstausfällen ein oder hilft beim Kauf von Sportgeräten. Derzeit betreut die Stiftung 3.800 Spitzen- und Nachwuchsathleten sowie 600 junge Talente. Sportmarken gibt es seit 1968.

Umweltmarke

Ein besonderes „Marken“-Zeichen ist die seit 1992 alle zwei Jahre erscheinende Sondermarke mit einem zusätzlichen Cent-Anteil zugunsten des Umweltschutzes. Empfänger dieser Erlöse ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das damit nationale und internationale Umweltschutzprojekte fördert.

Abfall ist Rohstoff; Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Philateliemarke

In dem Jahr, in dem keine Umweltmarke erscheint, gibt es eine Plusmarke zugunsten der Stiftung für Philatelie- und Postgeschichte. Der Zusatzerlös hilft, die Briefmarke als historisches Kulturgut unseres Landes zu fördern. Diese Plusmarke gibt es seit 1993.

Philatelie; Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Erhältlich sind die Sondermarken mit dem "Plus" bundesweit in den Filialen der Deutschen Post AG.

Erlöse:
Empfänger der ZusatzerlöseErlöse gesamt (Mio. EUR)
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.rd. 600
Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V.rd. 200
Stiftung Deutsche Sporthilferd. 135
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheitrd. 6
Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichterd. 10

Seit 1949 waren es rd. 950 Mio. EUR.