Glossar

Bad Bank

Begriffsbestimmung

Eine Bad Bank (aus dem Engl.: schlecht, faul) ist ein Kreditinstitut, in das überwiegend risikobehaftete Kredite oder Wertpapiere ausgelagert werden sollen.

Allgemeines

Kreditinstitute müssen in ihrer Bilanz sowohl die von ihnen gewährten Kredite als auch selber gehaltene Wertpapiere ausweisen. Zusätzlich müssen sie zur Abdeckung des Ausfallrisikos Eigenkapital vorhalten.

Wenn nun ein Kreditnehmer die Raten verspätet, eingeschränkt oder gar nicht mehr zurückzahlen kann, führt dies zu einer niedrigeren Bewertung in der Bilanz des Kreditinstituts und zur Erhöhung des vorzuhaltenden Eigenkapitals. Dasselbe gilt für Wertpapiere, wenn sie ihren wirtschaftlichen Wert verlieren (z.B. Lehman Brothers Zertifikate).

Bei massenhaft eintretender Verschlechterung der Kreditrückzahlung (z.B. durch die Finanzkrise) kann es dazu kommen, dass das vorhandene Eigenkapital der Kreditinstitute nicht mehr ausreicht. In letzter Konsequenz kann das auch zur Insolvenz des betroffenen Kreditinstituts führen.

Eine Möglichkeit die drohende Insolvenz zu vermeiden wäre, die dieser risikobehafteten Kredite bzw. Wertpapiere in eine „Bad Bank“ auszulagern. Da auch das Ausfallrisiko auf die „Bad Bank“ übergeht, wird dadurch die Bilanz bereinigt und insoweit muss auch kein Eigenkapital mehr vorgehalten werden.

Die Schwierigkeiten bei der Auslagerung sind unter anderem die Bewertungskriterien bei den problematischen Krediten bzw. Wertpapieren, die Festlegung eines objektiven Wertes sowie die Aufteilung der Ausfallverluste.