
Wolfgang Schäuble zu Gast bei n-tv: „Wir sind auf dem richtigen Weg“
Die Gruppe der Zwanzig (G 20) ist ein informeller Zusammenschluss der wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (Australien, Russland, Argentinien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, USA, Kanada, Japan, Europäische Union und Bretton Woods Institutionen); zuletzt 2004 unter deutscher Präsidentschaft. Seit Gründung der G 20 treffen sich regelmäßig die Finanzminister und Notenbankgouverneure der Mitglieder; seit November 2008 finden zusätzlich auch Treffen der Staats- und Regierungschefs statt.
Die Gruppe der Zwanzig ist ein informelles Forum, das den Dialog der Industrie- und Schwellenländer mit dem Ziel weltweiter wirtschaftlicher Stabilität fördern soll. In der G 20 sind die 19 Staaten Mitglied, neben Deutschland sind dies: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Kanada, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Großbritannien und USA. Die Europäische Union ist ebenfalls Mitglied, vertreten durch die rotierende EU-Ratspräsidentschaft und die Europäische Zentralbank. Ferner nehmen Vertreter von Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Weltbank an den G 20-Treffen teil. Der Vorsitz der G 20 rotiert nach einem regional ausgewogenen Prinzip.
Die Gründung der G 20 geht auf Empfehlungen der G 7-Finanzminister in ihrem Bericht zur Stärkung der internationalen Finanzarchitektur an den Wirtschaftsgipfel in Köln im Juni 1999 zurück, die im September 1999 durch das Kommuniqué der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G 7 bekräftigt wurden. Das Gründungstreffen der G 20 fand am 15./16. Dezember 1999 in Berlin statt.
Die G 20 repräsentiert rund 90 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), 80 Prozent des Welthandels und rund zwei Drittel der Weltbevölkerung.
Gegenüber den Krisenjahren Ende der 1990er hat sich die Situation in den Schwellenländern grundlegend verändert. Die Schwellenländer sind nicht mehr die potentiellen Problemfälle, sondern zunehmend die Wachstumszentren der Weltwirtschaft. Sie haben mit der Übernahme internationaler Standards ihre institutionellen Rahmenbedingungen signifikant verbessert, ihre Krisenanfälligkeit verringert und dabei hohe Devisenreserven angehäuft. Dank gestiegener Rohstoffpreise und beschleunigter Globalisierung haben vor allem die großen Schwellenländer in relativ kurzer Zeit auch politisch ein höheres internationales Gewicht erhalten. Dies macht die G 20 zu einem wichtigen Forum, in dem neben Finanzfragen auch regelmäßig Themen wie Klimawandel und Armutsbekämpfung diskutiert werden.
Angesichts der internationalen Finanzkrise fand am 15. November 2008 in Washington D.C. erstmals ein Treffen der G 20 auf Ebene der Staats- und Regierungschefs statt. Bei diesem Gipfeltreffen wurde ein Fahrplan aufgestellt, um bei der Krise deutlich gewordene Schwächen des Weltfinanzsystems möglichst rasch mit geeigneten Reformen zu beseitigen und die Folgen für die Realwirtschaft einzudämmen. Am 1. und 2. April 2009 fand in London der zweite Weltfinanzgipfel statt, bei dem die Vielzahl der bereits ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise begrüßt und weitere Schritte vereinbart wurden. Der letzte Gipfel der G 20 fand am 24./25. September 2009 in Pittsburgh statt. Dort wurde die G 20 zum zentralen Forum für Wirtschafts- und Finanzfragen bestimmt. In diesem Jahr werden unter koreanischer ein Gipfel am 26./27. Juni in Toronto und am 11./12. November ein weiterer Gipfel in Seoul stattfinden. Beide Gipfel werden wiederum durch die G 20 Finanzminister und Notenbankgouverneure vorbereitet.