Als Konjunktur bezeichnet man mehrjährige Schwankungen wirtschaftlicher Aktivität in einer Volkswirtschaft als Ganzes, die gewisse Regelmäßigkeiten aufweisen. Sie bilden in ihrer Gesamtheit den Konjunkturzyklus. In der Theorie ist der Konjunkturzyklus eine regelmäßige Schwingung um einen langfristigen Trend, mit zunehmender Aktivität im Aufschwung und rückläufiger Aktivität im Abschwung. Die Erklärung der Auf- und Abschwünge sowie die Bestimmung der entsprechenden Wendepunkte ist Gegenstand der Konjunkturtheorie.
Als Konjunktur bezeichnet man mehrjährige Schwankungen wirtschaftlicher Aktivität in einer Volkswirtschaft als Ganzes, die gewisse Regelmäßigkeiten aufweisen. Sie bilden in ihrer Gesamtheit den Konjunkturzyklus. In der Theorie ist der Konjunkturzyklus eine regelmäßige Schwingung um einen langfristigen Trend, mit zunehmender Aktivität im Aufschwung und rückläufiger Aktivität im Abschwung. Die Erklärung der Auf- und Abschwünge sowie die Bestimmung der entsprechenden Wendepunkte ist Gegenstand der Konjunkturtheorie.
Ein Konjunkturzyklus lässt sich in verschiedene Phasen einteilen, die jeweils noch weiter untergliedert werden können. So gibt es beispielsweise die Aufschwungphase, die in die Abschnitte Erholung, Expansion und Anspannung unterteilt werden kann und die Abschwungphase mit den Abschnitten Entspannung und Abschwächung bis zum Beginn einer erneuten Erholung. Die Zeit zwischen dem Beginn einer Abschwungphase und dem erneuten Beginn einer Abschwungphase entspricht der Dauer eines gesamten Konjunkturzyklus. Die Phasenlänge hängt vor allem von der jeweiligen Messmethode der wirtschaftlichen Aktivität ab. Dabei gibt es verschiedene theoretische Ansätze hinsichtlich der Größen, die zur Messung der Schwankungen herangezogen werden, wie auch bezüglich der Definition der Wendepunkte. Mit Vervollkommnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen wurde das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) immer mehr zur wichtigsten Messgröße der konjunkturellen Entwicklung, da hiermit die Ergebnisse aller produktiven Tätigkeiten in einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum erfasst werden.
Konjunkturpolitik hat das Ziel, die wirtschaftlichen Aktivitäten in einer Volkswirtschaft zu stabilisieren und damit Schwankungen der Produktion, der Beschäftigung, der Einkommen, der Preise usw. im Konjunkturzyklus zu glätten.
Zu den Politikbereichen der Konjunkturpolitik zählen die Fiskalpolitik, die Geldpolitik, die Einkommenspolitik und auch außenwirtschaftliche Politikbereiche. Instrumente sind z.B. ein Konjunkturzuschlag zur Einkommensteuer oder eine Konjunkturausgleichsrücklage. Diese sollten die gesamtwirtschaftliche Nachfrage in der Hochkonjunktur dämpfen und in Rezessionsphasen durch staatliche Nachfrage (Auflösung der Rücklage) oder Stärkung des privaten Verbrauchs (Rückerstattung der Einkommensteuer) die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stützen.
Beispiele für konjunkturpolitische Maßnahmen sind: Nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Marshallplan der USA und ein hoher Dollarkurs in Europa zu einer über viele Jahre aufwärtsgerichteten wirtschaftlichen Entwicklung geführt. Als es in den sechziger Jahren erstmals nach 1945 wieder zu einer größeren konjunkturellen Schwäche kam, gingen viele Wirtschaftspolitiker davon aus, konjunkturelle Schwankungen mit Hilfe einer antizyklischen Fiskalpolitik ausgleichen zu können. Im Zuge der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Bundesregierung zum einen die automatischen Stabilisatoren wirken lassen und zum anderen im Rahmen der Konjunkturpakete eine expansive Konjunkturpolitik betrieben, um Wachstum und Beschäftigung zu stabilisieren.
Mit der Verabschiedung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, im Zuge der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1.1.1999, soll sichergestellt werden, dass die Mitgliedstaaten auch nach Einführung der einheitlichen Währung (Euro) ihre Bemühungen um Haushaltsdisziplin fortsetzen und die Bedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum verbessert werden. Außer in Zeiten einer konjunkturellen Rezession oder bei außerordentlichen Ereignissen wie Naturkatastrophen belegt die Vereinbarung die Mitgliedstaaten, deren Defizite im öffentlichen Haushalt über drei Prozent bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen, mit Sanktionen. Die Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, dem Rat und der Kommission jährlich ein aktualisiertes Stabilitätsprogramm vorzulegen.
Die in den Artikeln 109 und 115 Grundgesetz verankerte neue Schuldenregel verpflichtet die Bundesregierung, strukturelle (konjunkturbereinigte) Defizite beginnend ab dem Jahr 2011 bis zum Jahr 2016 auf 0,35 Prozent des BIP zurückzuführen. Die Schuldenregel ist symmetrisch angelegt und ermöglicht so eine konjunkturgerechte Finanzpolitik über das Wirkenlassen der automatischen Stabilisatoren. In Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwungs erhöht sich der haushaltspolitische Spielraum, im Aufschwung verringert er sich. Konjunkturstabilisierung über kreditfinanzierte dikretionäre Fiskalpolitik erlaubt die neue Schuldenregel nur noch in außergewöhnlichen Notsituationen, in denen die Ausnahmeregelung in Anspruch genommen werden darf.
Für die Epoche der Klassik (etwa 1770 bis etwas 1870) ist hier Karl Marx zu nennen. Er deutete wohl als erster die wirtschaftlichen Wellenbewegungen und Krisen als Eigenschaften wachsender Marktwirtschaften. Damit lieferte er auch Grundlagen für Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung und deren moderne Nachfolger. Die eigentliche Entstehungszeit der Konjunkturlehre ist die Neoklassik (etwa 1870 bis spätestens Mitte der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, Vertreter: Jevons, Walras). Die Neoklassische Analysetechnik ist bis heute vorherrschend. Die Neoklassiker waren der Überzeugung, dass Schwankungen im Wirtschaftsverlauf ein unabänderliches Phänomen sind. Aufgrund der Selbstheilungskräfte des Marktes sei Konjunkturpolitik nicht notwendig. Erst mit dem Ökonomen J. M. Keynes erlangte die Makroökonomik ihre heutige Bedeutung. Bei Keynes stand nicht die Klärung der Frage im Vordergrund, wie vollbeschäftigte Ressourcen auf alternative Verwendungszwecke verteilt werden, sondern es ging um die Untersuchung des Auslastungsgrades nicht vollbeschäftigter Produktionsfaktoren.
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung [Extern]
Frühjahrs- und Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute
Der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose gehören derzeit (Herbst 2010 bis Frühjahr 2013) an:
Frühjahrsprognose der Bundesregierung
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Wirtschaft/wirtschaftspolitik.html
Literatur
Felderer, Homburg (2005) „Makroökonomik und neue Markroökonomik“, 9. Auflage, Springer Berlin u. a.
Tichy (1994) „Konjunktur. Stilisierte Fakten, Theorie, Prognose“, 2. Auflage, Springer-Verlag Berlin u. a
Clement, Terlau (2002)„Grundlagen der Angewandten Makroökonomie“, 2. Auflage, Verlag Vahlen, München
Handbuch der Wirtschaftswissenschaft, Band 4 (1978), Göttingen u.a.