Texte und Videos mit unseren Antworten
Zahlreiche Fragen haben uns zur Finanzmarktkrise und zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung erreicht – über E-Mails, Telefonanrufe und über die Bürgerdialog-Box unserer Website. Hier finden Sie unsere Antworten auf die häufigsten Fragen.
Warum wird den Banken geholfen und nicht den kleinen Anlegern?
Wie groß ist das deutsche Maßnahmenpaket – 100 Mrd. oder 500 Mrd. Euro?
Wie wurden die 20 Mrd. Euro für mögliche Garantiefälle ermittelt?
Es wird nicht den Banken geholfen, nicht den Bankmanagern, sondern der deutschen Volkswirtschaft. Die Kreditversorgung ist essentiell, dass die Wirtschaft in Deutschland funktioniert. Insbesondere dem Mittelstand [Glossar] und den Menschen, die auf den Mittelstand angewiesen sind, wird geholfen. Denn dieser Teil der Wirtschaft ist dringend angewiesen auf Kredite. Das hat auch Folgen für die Menschen vor Ort: Eine Werft in Kiel, ein Automobilhaus in Bielefeld, ein Frisör in Güstrow brauchen Kredite, um arbeiten und auch um Arbeitsplätze sicherstellen zu können. Würde die Finanzindustrie zusammenbrechen, wäre all das gefährdet. Auch Anlegerinnen und Anleger und Sparerinnen und Sparer von Finanzinstituten profitieren natürlich davon, dass die Institute stabilisiert werden.
Das Paket besteht aus zwei zentralen Elementen: Zum einen aus Hilfen, die durch Garantien gewährt werden (400 Mrd. Euro). Zum anderen gibt es Hilfe durch Eigenkapital [Glossar], das gewährt wird, um die Banken zu stützen (100 Mrd. Euro). Will man das zusammenrechnen, dann umfasst das Paket 500 Mrd. Euro. Und so gliedert es sich auf:
Zugrunde gelegt wurde eine Ausfallquote von 5 Prozent, ein Wert, der für konservativ gehalten wird, auch im Vergleich zu normalen Ausfällen bei Bürgschaften oder Forderungen. Außerdem wurden Erfahrungen der Schweden aus den 1990er Jahren einbezogen, die ein ähnliches Programm aufgelegt hatten. In Schweden wurde von 10 Prozent Ausfällen ausgegangen, tatsächlich gab es aber 0 Prozent – keinerlei Ausfälle. Die Einschätzung in Deutschland ist, dass man mit 5 Prozent auf der sicheren Seite ist. Aber einen genauen Wert gibt es natürlich nicht.
Die Garantieerklärung der Bundesregierung umfasst Spareinlagen in Form von Sparbüchern, Sparbriefen, Girokonten und Termingeldern. Grundsätzlich gilt sie für Banken, die Teil der deutschen Einlagensicherung [Glossar] sind. Auch Tochtergesellschaften von ausländischen Banken können Teil der deutschen Einlagensicherung sein. Die Kaupthing Bank ist es jedoch nicht. Das Institut hat Sparerinnen und Sparern höhere Renditen geboten als andere Institute in Deutschland. Dafür sind die Sparer größere Risiken eingegangen, weil die Bank nicht Teil der deutschen Einlagensicherung ist.
Im Zuge der anstehenden Entscheidung über ein IWF-Programm für Island, zeichnet sich auch eine Lösung für das isländische Einlagensicherungssystem ab. Die Bemühungen für eine Lösung - an denen Deutschland aktiv beteiligt ist - zielen darauf ab, es Island zu ermöglichen, seinen Verpflichtungen im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung nachzukommen. Davon würden auch die Anleger bei der deutschen Niederlassung der isländischen Kaupthing Bank profitieren. Die konkreten Details einer Lösung werden derzeit noch abgestimmt.