Die In­fo­gra­fik zeigt, wel­che Maß­nah­men von eu­ro­päi­schen In­sti­tu­tio­nen ein­ge­lei­tet wer­den, wenn ein Mit­glied­staat des Eu­ro­päi­schen Sta­bi­li­täts- und Wachs­tums­pakts zwar die vor­ge­schrie­be­ne jähr­li­che Haus­halts­de­fi­zit­gren­ze von 3 Pro­zent des Brut­to­in­land­s­pro­dukts ein­hält, aber in Sta­bi­li­täts- bzw. Kon­ver­genz­pro­gram­men vom Mit­tel­frist­ziel ei­nes aus­ge­gli­che­nen Haus­halts er­heb­lich ab­weicht.

In die­sem Fall grei­fen Re­geln zur Schul­den­ver­mei­dung, der so­ge­nann­te prä­ven­ti­ve Arm des Sta­bi­li­täts- und Wachs­tums­pakts.

Früh­war­nung: Die Kom­mis­si­on ver­öf­fent­licht ei­ne Früh­war­nung und emp­fiehlt dem Eu­ro­päi­schen Rat Maß­nah­men zur Ab­hil­fe. Der Rat schreibt dem be­trof­fe­nen Mit­glied­staat kon­kre­te Maß­nah­men vor, die in­ner­halb von fünf Mo­na­ten, in schwe­ren Fäl­len in­ner­halb von drei Mo­na­ten, na­tio­nal um­ge­setzt wer­den müs­sen.

Über­prü­fung: Nach die­ser Früh­war­nung über­prüft die Kom­mis­si­on die Um­set­zung der Maß­nah­men. Wur­den sie nicht aus­rei­chend um­ge­setzt, kann der Rat durch ei­ne qua­li­fi­zier­te Mehr­heit das Nich­tum­set­zen di­rekt fest­stel­len. Wird bei der Ab­stim­mung im Rat kei­ne qua­li­fi­zier­te Mehr­heit er­reicht, wird das Nich­tum­set­zen nach ei­nem Mo­nat qua­si-au­to­ma­tisch be­schlos­sen.

Sank­tio­nen für die Eu­ro-Län­der: Bei Nich­tum­set­zen der emp­foh­le­nen Maß­nah­men, legt die Kom­mis­si­on dem Rat ei­nen Sank­ti­ons­be­schluss vor. Lehnt der Rat die­sen Be­schluss durch ei­ne qua­li­fi­zier­te Mehr­heit in­ner­halb von zehn Ta­gen nicht ab, tritt die Sank­ti­on in Kraft. Die Hö­he der Sank­ti­on be­trägt 0,2 Pro­zent des Brut­to­in­land­s­pro­duk­tes des Mit­glied­staa­tes als ver­zins­li­che Ein­la­ge.

Quel­le: Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Fi­nan­zen

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