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Freude schenken
November 2015 (Ausgabetag: 2. November 2015)
Die Weihnachtszeit gehört für viele Menschen zur schönsten Zeit des Jahres. Man bastelt Adventsschmuck, geht auf den Weihnachtsmarkt, backt Plätzchen und erfreut sich an der von Schnee überzuckerten Landschaft. Besonders für Kinder ist die Vorweihnachtszeit aufregend, liegt doch über allem eine geheimnisvolle Spannung: Wie wird der Weihnachtsbaum aussehen? Welche Geschenke werden darunter liegen? Werde ich das bekommen, was ich mir so sehr gewünscht habe? Kinder malen sich in Gedanken das Fest in den schönsten Farben aus. Aber Vorsicht: Schon der römische Gelehrte Seneca wusste: „Schenken ist keine leichte Sache und bereitet viel Schwierigkeiten“. Die hohe Schule des Schenkens ist eine manchmal quälende und dennoch wundervolle Herausforderung.
Zwar ruft die richtige Gabe zum richtigen Zeitpunkt Rührung oder wahre Begeisterung hervor, ein Fehlgriff erzeugt aber oft peinliche Stille. Überall lauern Fettnäpfchen, die eine vormals gute Idee schnell in eine Katastrophe verwandeln können. Dabei ist die hohe Schule des Schenkens nichts anderes als eine zivilisatorische Ausformung der Höflichkeit, des Einfühlens sowie des menschlichen Miteinanders. Denn bei allen Schwierigkeiten – Schenken macht Freude. Nichts erfüllt einen mehr, als die richtige Wahl getroffen zu haben, ein Geschenk, das dem Empfänger entspricht. Denn dann bereitet man nicht nur dem Beschenkten eine Freude, sondern auch sich selbst.
Wer sein Geschenk unverpackt überreicht, macht übrigens einen entscheidenden Fehler. Ein verpacktes Geschenk wird mehr geschätzt, das zeigen Studien. Deshalb lohnt der Aufwand mit buntem Papier und Schleife. Ist das Geschenk aufwendig und geschmackvoll eingepackt, signalisiert es dem Beschenkten umso größere Wertschätzung, da sein Gegenüber noch mehr Zeit in den Akt des Schenkens investiert hat. Das Papier steigert auch die gespannte Erwartung, ganz nach dem Motto: Fehlt die Schleife, fehlt die Freude.
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© Regina Kehn, Hamburg
Wert: 62 Cent