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„250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann“
Bis heute kennt man Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822) als einen Repräsentanten der sogenannten ›Schwarzen Romantik‹. Doch der Verfasser von Erzählungen, die immer noch im Schulunterricht gelesen werden und von Jacques Offenbach und Pjotr Iljitsch Tschaikowski vertont wurden, war viel mehr als das: ein ausgebildeter Jurist, talentierter Zeichner, leidenschaftlicher Musiker und Komponist. Hoffmanns künstlerische Vielseitigkeit spiegelt sich in seinen literarischen Werken. Psychologische Beobachtungsgabe und feinsinniger Humor prägen seine Erzählweise. Innovativ war Hoffmann auch in seinen literarischen Techniken. Lange vor anderen experimentierte er mit postmodernen Schreibweisen und Verfahren wie der Collage.
Geboren am 24. Januar 1776 in Königsberg/Preußen, studierte E.T.A. Hoffmann zunächst die Rechte und schlug eine Laufbahn als Jurist ein. Doch die Napoleonischen Kriege beendeten seine Karriere abrupt. Hoffmann entschied sich dafür, seine Liebe zur Musik zum Beruf zu machen, und trat 1808 eine Stelle am Theater in Bamberg an. Dort zwangen ihn jedoch Konflikte, seinen Lebensunterhalt mit Musikunterricht und als Schriftsteller zu verdienen. Nach fünf Jahren im katholischen Süden und dem vergeblichen Versuch, sich als Musikdirektor in Sachsen zu etablieren, kehrte Hoffmann in den preußischen Staatsdienst zurück. Von 1816 bis zu seinem frühen Tod 1822 wirkte er als Kammergerichtsrat in Berlin.
Das Spannungsverhältnis zwischen Realität und Phantasie, das bis in den Wahnsinn führen kann, ist ein Charakteristikum von Werken wie dem Sandmann, den Elixieren des Teufels oder den Bergwerken zu Falun. Selbst in den Märchen Nußknacker und Mausekönig und im Goldenen Topf erweist sich das bürgerliche Idyll als brüchig. In den Lebens-Ansichten des Katers Murr verschränkt Hoffmann effektvoll zwei Erzählstränge um den exaltierten Musiker Kreisler und den eitlen Kater Murr. Von Hoffmann stammt aber auch der erste Kriminalroman der deutschen Literatur, Das Fräulein von Scuderi.
Gestaltung des Postwertzeichens und der Ersttagsstempel: Serge Rompza, NODE Berlin
Portrait E.T.A. Hoffmann: Werk von Pavel Pawlinow aus dem Jahr 1922
Digitalisate des Portraits und der Unterschrift: Staatsbibliothek Bamberg, Signatur VI E 526 und Autogr. H 79, Foto: Gerald Raab
Text: Prof. Dr. Bettina Wagner, Bibliotheksdirektorin, Staatsbibliothek Bamberg