Navigation

zur Suche

Sie sind hier:

14.09.2022

Steuern

Fragen und Antworten zur temporären Senkung des Umsatzsteuersatzes auf Gaslieferungen über das Erdgasnetz

Stand: 14. September 2022

Der völkerrechtswidrige Angriff auf die Ukraine hat die ohnehin angespannte Lage auf den Energiemärkten drastisch verschärft. Die aufgrund des Krieges nochmals erheblich gestiegenen Gaspreise sind für viele Bürgerinnen und Bürger zu einer großen Belastung geworden. Auch die Umlage zur Finanzierung der Ersatzbeschaffungskosten der von russischen Minderlieferungen betroffenen Gasimporteure wird weitere Preisanstiege nach sich ziehen. Der Koalitionsausschuss hat am 4. September 2022 Maßnahmen zur Sicherung einer bezahlbaren Energieversorgung und zur Stärkung der Einkommen beschlossen. Diese zielen auf die Entlastung der breiten Mitte der Gesellschaft angesichts der hohen Energiepreise ab. Zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger ist u.a. vorgesehen, als Ausgleich für die neue Gasumlage zeitgleich die Umsatzsteuer auf den Gasverbrauch vorübergehend zu reduzieren. In unseren FAQ beantworten wir die wichtigen Fragen zur Senkung des Umsatzsteuersatzes auf die Lieferung von Gas.

Beide Bezeichnungen meinen dasselbe. Von der Mehrwertsteuer ist oft umgangssprachlich die Rede, weil es um die Besteuerung des geschaffenen Mehrwerts geht. Der Begriff steht auch auf manchen Rechnungen oder Quittungen. Der steuerrechtlich korrekte Fachbegriff lautet jedoch Umsatzsteuer, weil der Umsatz von Waren und Dienstleistungen besteuert wird.

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent gilt für die Lieferung von Gas über das Erdgasnetz. Nicht entscheidend ist dabei, wie das Gas erzeugt wird. Erfasst wird also auch Gas aus Biogasanlagen, das über das Erdgasnetz verteilt wird.

Die Lieferung von Gas über andere Vertriebswege (wie z. B. Kartuschen) wird dagegen weiterhin mit dem Regelsteuersatz von 19 Prozent besteuert.

Die Senkung des Umsatzsteuersatzes auf Gas soll die zusätzlichen Belastungen verringern, die aus der Gasumlage entstehen. Diese Gasumlage fällt nur an, wenn Gas über das Erdgasnetz bezogen wird.

Der Umsatzsteuersatz wird für den gleichen Zeitraum gesenkt, in dem die Gasumlage erhoben wird, also voraussichtlich vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2024.

Das Europäische Recht schreibt bestimmte Mindeststeuersätze vor. Es ist Deutschland daher nicht erlaubt, den Umsatzsteuersatz auf null zu senken.

Entscheidend ist grundsätzlich, wann die Ablesung erfolgt. Ob eine Anzahlung erfolgt ist, ist für die Höhe der Umsatzsteuer nicht entscheidend.

Die Zusammensetzung des Gaspreises können Sie diesem Artikel Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Zusammensetzung des Gaspreises entnehmen.