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Interview

„Gu­te Ar­beit gibt es nicht zum Null­ta­rif“

Im Interview mit Bild der Frau vom 20. Mai 2020 spricht Bundesfinanzminister Olaf Scholz über die Aufwertung systemrelevanter Berufe. Er unterstreicht die dauerhafte Anerkennung dieser Arbeit durch bessere Bezahlung und plädiert für einen deutlich höheren Mindestlohn von 12 Euro – denn gute Arbeit gibt es nicht zum Nulltarif.

Olaf Scholz, Bundesminister der Finanzen
Quelle:  © Bundesministerium der Finanzen / Photothek / Thomas Koehler
  • Datum 20.05.2020

Bild der Frau: Wie wollen Sie "systemrelevante Berufe" aufwerten?

Olaf Scholz: Wichtig ist mir, dass diese Arbeit dauerhaft tärker anerkannt und besser bezahlt wird. Als Bundesfinanzminister habe ich entschieden, dass Sonderzahlungen, die Unternehmer im Zuge der Corona-Krise ihren Leuten zahlen, steuerfrei bleiben.

Bild der Frau: Und langfristig bessere Gehälter?

Olaf Scholz: Das ist Sache der Tarifparteien. Aber die Politik kann helfen. Ich plädiere für einen deutlich höheren Mindestlohn von 12 Euro. Gute Arbeit gibt es nicht zum Nulltarif. Uns allen muss klar sein, dass manche Leistungen dann auch für uns teurer werden - das sollte es uns wert sein.

Bild der Frau: Aber wann endlich?

Olaf Scholz: Für die Pflegeberufe hat das Kabinett ein Gesetz beschlossen, das in Kraft getreten ist. Für die Altenpflege sind gestaffelte Prämienzahlungen festgelegt worden.