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20.03.2009

Monatsbericht

Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

  • Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts dürfte sich im 1. Quartal beschleunigen.
  • Nachfrage und Produktion sind im Januar deutlich eingebrochen.
  • Die Arbeitslosigkeit ist im Februar spürbar angestiegen, und die Beschäftigung ist zurückgegangen.
  • Das Preisklima blieb im Februar moderat.

Die wirtschaftlichen Aktivitäten schwächen sich weltweit dramatisch ab. Neben den Industrieländern werden zunehmend Schwellen‑ und Entwicklungsländer in den Abwärtssog hineingezogen. Auch die rohstoffexportierenden Länder werden durch die sinkende Nachfrage nach Rohstoffen über Mengen‑ und Preisrückgänge belastet.

Auch in Deutschland hat sich die Rezession verschärft. Die deutsche Wirtschaft ist in besonderem Maße von der Abschwächung der Weltwirtschaft betroffen. In den zurückliegenden Jahren profitierte Deutschland von der kräftigen internationalen Nachfrage nach technologisch hochwertigen Investitionsgütern. Umgekehrt trifft nun der weltweite Abschwung und damit der Einbruch der Nachfrage nach diesen Gütern die deutschen Unternehmen besonders stark.

Im 4. Quartal 2008 verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt einen Rückgang um preis‑, kalender‑ und saisonbereinigt 2,1 % im Vergleich zum Vorquartal. Auf der Verwendungsseite gingen negative Impulse vor allem vom Außenbeitrag (‑2,0 Prozentpunkte) und von den Bruttoanlageinvestitionen (‑0,5 Prozentpunkte) aus. Der private Konsum konnte sich auch im 4. Quartal nicht aus seiner Schwächephase lösen. Auf der Entstehungsseite gab es im Verarbeitenden Gewerbe einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung (preis‑, kalender‑ und saisonbereinigt ‑7,1 % gegenüber dem Vorquartal). Dagegen stieg die Bruttowertschöpfung im Baugewerbe leicht an (+0,7 %) und wirkte damit stützend. Der Rückgang der Exporttätigkeit stellt eine große Belastung für die Binnenkonjunktur dar. Vor allem die Investitionstätigkeit wird durch die Verschlechterung der Absatzperspektiven beeinträchtigt. Auch auf dem Arbeitsmarkt werden die negativen Folgen der Rezession immer stärker sichtbar. So kam es im Januar und Februar zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit und einem spürbaren Rückgang der Beschäftigung.

Die Folgen des Rückgangs der gesamtwirtschaftlichen Aktivität sind im Februar 2009 auch im Bereich der Steuereinnahmen offen zutage getreten. Das zeigt sich vor allem in der Verringerung des Aufkommensanstiegs bei der Lohnsteuer (von 6,1 % im Januar auf 3,6 % im Februar jeweils im Vergleich zum Vorjahr). Diese Entwicklung wurde offensichtlich von der Dämpfung des Beschäftigungsaufbaus sowie von einer massiven Ausweitung der Kurzarbeit geprägt. Darüber hinaus spiegelt sich in den spürbaren Einnahmeeinbußen aus der Einfuhrumsatzsteuer (‑22,2 %) neben den rückläufigen Importpreisen auch eine nachlassende Binnennachfrage wider.

Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten
Gesamtwirtschaft/Einkommen

2008
Mrd.€
bzw. Index

gg.Vorj.
in %

Veränderung in % gegenüber

Vorperiode (saisonber.)

Vorjahr  

2.Q.08

3.Q.08

4.Q.08

2. Q.08

3.Q.08

4.Q.08

Bruttoinlandsprodukt

Vorjahrespreisbasis (verkettet)

110,1

+1,3

-0,5

-0,5

-2,1

+3,4

+1,4

-1,6

jeweilige Preise

2 492

+2,9

+0,0

-0,3

-1,2

+4,8

+2,8

+0,6

Einkommen

Volkseinkommen

1 880

+2,9

+0,5

+0,1

-2,5

+5,5

+2,9

-0,3

Arbeitnehmerentgelte

1 226

+3,6

+0,7

+0,8

+0,6

+3,4

+3,9

+3,5

Unternehmens- und Vermögenseinkommen

654

+1,7

+0,1

-1,2

-8,3

+9,4

+1,4

-8,1

Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte

1 552

+2,5

+0,8

+0,6

-0,2

+2,9

+3,0

+1,3

Bruttolöhne u. -gehälter

996

+3,9

+0,9

+0,9

+0,3

+3,8

+4,3

+3,6

Sparen der privaten Haushalte

182

+8,6

-0,4

+1,9

+3,9

+8,1

+10,0

+9,3

Außenhandel/Umsätze/
Produktion/Auftragseingänge

2008
Mrd.€
bzw. Index

gg.Vorj.
%

Veränderung in % gegenüber

Vorperiode (saisonber.)

Vorjahr  

Dez 08

Jan 09

Zweimonats-durchschnitt

Dez 08

Jan 09

Zweimonats-durchschnitt

in jeweiligen Preisen
Umsätze im Bauhauptgewerbe (Mrd.€)

86

+6,1

-3,5

.

-4,2

+2,8

.

+1,5

Außenhandel (Mrd. €)

 

Waren-Exporte

993

+2,8

-4,0

-4,4

-11,4

-7,9

-20,7

-14,8

Waren-Importe

814

+5,7

-4,8

-0,8

-8,0

-4,1

-12,9

-8,6

in konstanten Preisen von 2005

Produktion im Produzierenden Gewerbe (Index 2005=100)1

111,5

-0,0

-3,9

-7,5

-9,4

-11,6

-19,2

-15,4

Industrie2

113,1

+0,3

-4,8

-8,5

-10,8

-12,2

-20,7

-16,5

Bauhauptgewerbe  

108,2

-0,6

+5,9

-7,8

+2,0

-2,6

-16,4

-9,7

Umsätze im Produzierenden Gewerbe1

Industrie (Index 2005=100)2

112,7

-0,3

-5,9

-7,1

-11,4

-13,2

-21,2

-17,3

Inland 

108,8

+0,1

-5,1

-4,4

-8,9

-10,9

-18,1

-14,6

Ausland 

117,3

-0,7

-6,9

-10,1

-14,1

-15,8

-24,6

-20,2

Auftragseingang (Index 2005=100)1

Industrie2

111,3

-7,1

-7,6

-8,0

-14,5

-30,5

-35,2

-32,8

Inland

108,3

-5,7

-4,6

-4,3

-10,8

-27,1

-28,9

-28,0

Ausland 

113,9

-8,2

-10,0

-11,4

-17,5

-33,2

-40,2

-36,7

Bauhauptgewerbe

74,0

-4,6

-2,4

.

-6,6

-11,9

.

-13,3

Umsätze im Handel (Index  2005=100)

Einzelhandel (ohne Kfz. und mit)

96,7

-0,5

+0,5

-0,6

+0,2

+0,4

-1,3

-0,4

Handel mit Kfz.

90,8

-4,5

-1,6

+4,3

-0,9

-8,5

-12,5

-10,4

 

Arbeitsmarkt

 

2008
Personen
Mio.

gg.Vorj.
%

Veränderung in Tsd. gegenüber

Vorperiode (saisonber.)

Vorjahr  

Dez 08

Jan 09

Feb 09

Dez 08

Jan 09

Feb 09

Arbeitslose (nationale Abgrenzung nach BA) 

3,27

-13,5

+35

+59

+40

-304

-170

-66

Erwerbstätige, Inland

40,35

+1,5

-22

-83

.

+353

+110

.

sozialversicherungspflichtig Beschäftigte          

27,46

+2,2

+9

.

.

+354

.

.

 

Preisindizes

2000=100

2008
Index

gg.Vorj.
%

Veränderung in % gegenüber

Vorperiode

Vorjahr  

Dez 08

Jan 09

Feb 09

Dez 08

Jan 09

Feb 09

Importpreise

108,0

+1,3

-4,0

.

.

-5,1

.

.

Erzeugerpreise gewerbl. Produkte

126,3

+6,0

-1,0

.

.

+4,3

.

.

Verbraucherpreise 2005 = 100

106,6

+2,6

+0,3

-0,5

+0,6

+1,1

+0,9

+1,0

ifo-Geschäftsklima

gewerbliche Wirtschaft

saisonbereinigte Salden

Jul 08

Aug 08

Sep 08

Okt 08

Nov 08

Dez 08

Jan 09

Feb 09

Klima

-6,2

-11,4

-15,2

-20,5

-28,8

-35,2

-34,4

-35,4

Geschäftslage

+6,9

+2,3

-4,6

-4,4

-13,9

-25,6

-29,7

-34,5

Geschäftserwartungen

-18,4

-24,2

-25,2

-35,2

-42,4

-44,2

-39,1

-36,2

Die aktuellen Konjunkturindikatoren zeigen mehrheitlich eine weitere Verschlechterung der Lage gegenüber dem 4. Quartal 2008 an. Darüber hinaus stellt bereits die Verringerung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im Jahresverlauf 2008 eine erhebliche Vorbelastung für 2009 dar. Die vorlaufenden Indikatoren signalisieren, dass die Schwächephase vorerst noch anhalten dürfte. So sind die Auftragseingänge drastisch eingebrochen. Zwar haben sich die ifo-Geschäftserwartungen zweimal in Folge leicht erholt, eine Trendwende zum Besseren kann jedoch daraus nicht abgelesen werden. Die Indikatoren deuten insgesamt darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2009 beschleunigt zurückgeht.

Eine positive Nachricht gibt es aber dennoch. So zeigt der „Pakt für Beschäftigung und Stabilität“ bereits erste Wirkungen: Die Auftragseingänge aus dem Inland sind im Januar im Bereich Fahrzeugbau spürbar angestiegen, was auf eine Belebung der Herstellung dieser Produkte in den nächsten Monaten hindeutet. Die rege Inanspruchnahme der Kurzarbeit dürfte den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar und Februar gedämpft haben. Für die meisten Maßnahmen ‑ insbesondere Kredit‑, Bürgschafts‑ und Förderprogramme sowie öffentliche Investitionen ‑ ist es aber noch zu früh, um Stabilisierungseffekte ausmachen zu können.

Die rasch voranschreitende Abschwächung der Weltkonjunktur schlägt sich zunehmend in einem Rückgang der Exporttätigkeit nieder. Die nominalen Warenexporte zeigen eine steil abwärts gerichtete Entwicklungstendenz, da sie im Januar in saisonbereinigter Rechnung erneut deutlich zurückgegangen waren. Nach Ursprungswerten erlitten die Ausfuhren im Januar einen drastischen Einbruch. Exporte nach Ländergruppen gingen in Drittländer (‑24,5 %) und in den Nicht-Euroraum der Europäischen Union (‑21,4 %) gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich zurück. Aber auch Exporte in den Euroraum ließen spürbar nach (‑17,4 %). Die konjunkturelle Schwäche in den Haupthandelspartnerländern der Europäischen Union (EU) belastet die deutschen Exportunternehmen besonders stark. Hinzu kommt, dass die Nachfrage aus den USA, dem größten Importeur deutscher Produkte außerhalb der EU, nahezu weggebrochen ist. Ein Ende des Abschwungs im Auslandsgeschäft ist bislang nicht in Sicht. Dafür spricht die rückläufige Auslandsnachfrage, deren Abwärtstrend sich im Januar noch verstärkt hat. Die ifo-Exporterwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich im Februar weiter verschlechtert. Die Exporterwartungen der jüngsten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sind stark eingebrochen und spiegeln eine tiefe Verunsicherung der Unternehmen hinsichtlich der Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten wider. Auch die Erwartungen des ifo-Weltwirtschaftsklimas bewegen sich auf einem sehr niedrigen Niveau, obgleich sie zuletzt leicht angestiegen waren. Ausgehend von der Prognose der Weltbank, die zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Schrumpfen der globalen Wirtschaft erwartet, ist vorerst keine Belebung der weltwirtschaftlichen Nachfrage zu erkennen.

BIP-Wachstum und ifo-Geschäftsklima
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Der Rückgang der nominalen Warenimporte im Januar fiel im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten gering aus (saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat). In der Tendenz sind sie jedoch deutlich abwärts gerichtet. Da Exporte auch importierte Vorleistungen enthalten, dürfte zum einen der Einbruch der Exportgeschäfte die Einfuhren belastet haben. Zum anderen sind die rückläufigen Importe auf die nachlassende Inlandsnachfrage zurückzuführen.

Die Industrieproduktion ist im Januar eingebrochen (saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat). Darauf deutete bereits die massive Verschlechterung der Auftragslage in den vergangenen Monaten hin. Besonders stark wurde die Herstellung von Investitions‑ und Vorleistungsgütern zurückgefahren. Insbesondere der Maschinenbau hat offensichtlich seine Auftragspolster abgebaut und geriet nun ‑ wie andere Wirtschaftsbereiche (Kraftfahrzeugbau und Chemische Industrie) zuvor ‑ in den zyklischen Abwärtssog. Im Zweimonatsdurchschnitt hat sich die rückläufige Tendenz der Industrieproduktion erheblich beschleunigt (saisonbereinigt Dezember 2008/Januar 2009 im Vergleich zum Oktober/November 2008). Dies führte zu einer deutlichen Unterauslastung der Produktionskapazitäten. Aus diesem Grund und wegen der Ungewissheit hinsichtlich der weltwirtschaftlichen Entwicklung halten sich die Unternehmen mit Neuinvestitionen zurück. Die Umsätze sind ebenfalls steil abwärts gerichtet. Dabei ging der Auslandsumsatz im Januar wesentlich kräftiger zurück als der Umsatz auf dem inländischen Markt. Zusammengenommen ist die abwärts gerichtete Tendenz von Produktion und Umsatz der Vorleistungs- und Investitionsgüterhersteller ein schlechtes Vorzeichen für die Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen im 1. Quartal. Die Konsumgüterproduktion zeigt sich im Vergleich zu den beiden vorgenannten Wirtschaftsbereichen des Verarbeitenden Gewerbes noch relativ stabil. Allerdings deutet der deutlich stärkere Rückgang der Umsätze mit Konsumgütern auf einen Lageraufbau in diesem Bereich hin.

Die Aussichten für die Industrieproduktion sind sehr schlecht. So zeigte sich sowohl im Januar als auch im Zweimonatsdurchschnitt eine Beschleunigung der Abwärtsentwicklung der Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat beziehungsweise der entsprechenden Vorperiode (saisonbereinigt). Der starke Rückgang der Bestellungen war im Januar vor allem auf eine erhebliche Verringerung der Auslandsnachfrage aus den Ländern außerhalb des Euroraums zurückzuführen (saisonbereinigt ‑18,2 % gegenüber dem Vormonat). Aber auch die Auftragseingänge aus dem Inland gaben spürbar nach. Dabei verzeichneten im Januar die Konsumgüterhersteller ein höheres Minus als die Vorleistungs‑ und Investitionsgüterhersteller.

Die Bauproduktion ist im Januar im Vergleich zum Vormonat erheblich zurückgegangen (saisonbereinigt). Im Zweimonatsdurchschnitt kam es jedoch noch zu einer Ausweitung der Produktion in diesem Wirtschaftsbereich. Die Entwicklungstendenz ist im Verlauf seitwärts gerichtet. Angesichts der Verringerung der Kapazitätsauslastung dürfte auch der Baubereich in den nächsten Monaten sichtbarer von der Krise erfasst werden. Begünstigend dürften allerdings die durch das Konjunkturpaket angekurbelten Investitionen wirken.

Der private Konsum blieb auch zu Beginn des neuen Jahres von Schwäche gekennzeichnet. So gingen beispielsweise die saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) im Januar im Vergleich zum Vormonat leicht zurück. Eine positive Entwicklung ist dagegen beim Handel mit Kraftfahrzeugen zu beobachten, bei dem es zu einer deutlichen Zunahme gegenüber dem Vormonat gekommen ist. Dies dürfte insbesondere auf die stimulierende Wirkung der Umweltprämie für den Erwerb eines Neuwagens und die Verschrottung des Altwagens zurückzuführen sein. Darauf deuten auch die Neuzulassungen der Kfz für private Halter hin, die im Januar stark angestiegen sind.

Die weiteren Aussichten für den Einzelhandel haben sich durch die Umweltprämie und durch die anhaltende Entspannung bei den Verbraucherpreisen etwas aufgehellt. Die Erwartungen der Einzelhändler haben sich leicht verbessert (ifo-Konjunkturtest), und die Stimmungsindikatoren für den privaten Konsum signalisierten zuletzt einen leichten Anstieg der Anschaffungsneigung (GfK-Konsumklima). Allerdings werden diese positiven Einflüsse durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise überlagert, die das Konsumentenvertrauen weiter belastet. Die zunehmende Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt ‑ und die damit einhergehenden Belastungen für die verfügbaren Einkommen ‑ dürften den privaten Konsum in der nahen Zukunft beeinträchtigen.

Auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt die Rezession mittlerweile immer deutlichere Spuren. So ist die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl im Februar erneut spürbar angestiegen (+40 000 Personen gegenüber dem Vormonat). Die registrierte Arbeitslosigkeit (nach Ursprungszahlen) lag im Februar nur noch um 66 000 Personen niedriger als im Februar 2008. Im Januar hatte der Rückgang im Vorjahresvergleich noch 170 000 Personen betragen. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 8,5 % (West 7,0 %, Ost 14,1 %) und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept ist im Januar in saisonbereinigter Rechnung um 83 000 Personen gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Vorjahresvergleich kam es zwar noch zu einem Anstieg, dieser war jedoch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Monaten. Im Januar lag die Erwerbstätigenzahl mit 39,85 Mio. Personen erstmals seit März 2008 wieder unterhalb der Grenze von 40 Mio. Personen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Dezember nach ersten Hochrechnungen leicht angestiegen. Im Vorjahresvergleich ist noch immer eine deutliche Zunahme zu verzeichnen.

In den kommenden Monaten dürften sich sowohl der Anstieg der Arbeitslosigkeit als auch der Rückgang der Erwerbstätigenzahl fortsetzen und verstärken. So deuten mehrere Indikatoren darauf hin, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften spürbar nachgelassen hat (BA‑X‑Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit, ifo-Konjunkturtest, Einkaufsmanagerindex). Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ist in den vergangenen Monaten steil angestiegen. Damit versuchen die Unternehmen, zumindest die Fachkräfte in den Betrieben zu halten. Das hohe Niveau der Anzeigen von Kurzarbeit ‑ die ein vorlaufender Indikator für die zukünftige Inanspruchnahme sind ‑ signalisiert, dass es in den nächsten Monaten zu einer weiteren Zunahme der Kurzarbeit kommen wird. Dadurch dürfte der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Verlauf etwas abgemildert werden.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland hat sich im Februar um 1,0 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Verbraucherpreisniveau dabei um 0,6 % an. Die weiterhin niedrige Inflationsrate wurde vor allem durch die dämpfende Wirkung der Verbilligung von Mineralölprodukten geprägt (Kraftstoffe ‑12,6 %, leichtes Heizöl ‑27,1 %). Ursache ist die weltweit rückläufige Nachfrage nach diesen Erzeugnissen. Ohne Mineralölprodukte ergibt sich im Februar eine Teuerungsrate von 1,9 % im Vorjahresvergleich. Zu überdurchschnittlichen Preiserhöhungen kam es bei Gas (+18,9 %), Umlagen für Fernwärme (+15,5 %) und Strom (+5,8 %). Nahrungsmittel verteuerten sich im Durchschnitt um 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die moderate Preisniveauentwicklung dürfte sich in den nächsten Monaten fortsetzen und somit zu einer Entlastung der privaten Verbraucher beitragen. So ist beispielsweise ein Preisanstieg für Mineralölprodukte aufgrund der schwachen weltwirtschaftlichen Aktivität vorerst nicht in Sicht.

Auch die Entwicklung des Preisniveaus auf den vorgelagerten Handelsstufen signalisiert eine weitere Beruhigung des Preisklimas: So hat sich der Erzeugerpreisindex von seinem Höchststand im Juli 2008 (+8,2 %) im Januar dieses Jahres auf 2,0 % zurückgebildet. Nach wie vor wurde die Jahresteuerungsrate von den Preissteigerungen bei Energieprodukten bestimmt. Dabei verlief die Preisentwicklung der Energieträger sehr unterschiedlich. Steigende Preise waren im Vorjahresvergleich bei Erdgas (+34,2 %) und Strom (+1,7 %) zu verzeichnen. Billiger wurden dagegen Mineralölprodukte (‑20,3 %). Die Preise für Vorleistungsgüter sanken zum Vorjahresmonat um 0,7 %. Für Investitionsgüter stiegen die Preise um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr. Überdurchschnittlich fiel dabei der Preisanstieg für Maschinenbauerzeugnisse aus. Verbrauchsgüter verbilligten sich um 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr.