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20.09.2010

Monatsbericht

Steuer­ein­nah­men von Bund und Län­dern im Au­gust 2010

Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne reine Gemeindesteuern) stiegen im August 2010 im Vorjahresvergleich um + 3,6 %. Die Steuereinnahmen des Bundes (nach Bundesergänzungszuweisungen) übertrafen das Vorjahresniveau um + 3,2 %, gleichermaßen getragen von Zuwächsen bei den Bundessteuern und den gemeinschaftlichen Steuern.

Für den kumulierten Zeitraum Januar bis August 2010 ergeben sich für die Steuereinnahmen insgesamt noch leichte Aufkommensverluste von - 0,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Steuereinnahmen des Bundes gingen im Zeitraum Januar bis August 2010 um - 3,5 % zurück.

Die gemeinschaftlichen Steuern lagen im Berichtsmonat August 2010 um + 2,7 % über dem Vorjahresniveau. Hierfür war insbesondere ein Zuwachs um 0,9 Mrd.  bei der Körperschaftsteuer infolge geringerer Erstattungen für Vorjahre verantwortlich.

Die reinen Bundessteuern konnten ein Einnahmeplus von + 4,4 % verzeichnen, weil Energiesteuer (+ 6,0 %), Tabaksteuer (+ 5,6 %) und Kfz-Steuer (+ 12,0 %) deutlich zulegten. Die reinen Ländersteuern übertrafen das Vorjahresergebnis um + 15,5 % infolge signifikanter Zuwächse bei der Grunderwerbsteuer (+ 14,2 %) und der Erbschaftsteuer (+ 31,4 %).

Das Kassenaufkommen der Lohnsteuer ist im Berichtsmonat August 2010 um - 3,4 % gesunken. Dabei haben die aus dieser Steuer zu leistenden Kindergeldzahlungen um + 10,8 % zugenommen, weil das Kindergeld zu Jahresbeginn angehoben wurde. Die Zahlungen der Altersvorsorgezulage gingen hingegen um - 27,4 % zurück, weil sich die Auszahlungen zunehmend auf den Mai-Termin konzentrieren. Das Volumen der Lohnsteuer vor Abzug von Kindergeld und Altersvorsorgezulage sank im Vorjahresvergleich um - 1,3 %.

Die Einnahmen aus der veranlagten Einkommensteuer haben sich insgesamt um rund 70 Mio. € vermindert, was weitgehend auf etwas höhere Erstattungen an veranlagte Arbeitnehmer zurückzuführen ist. Für den kumulierten Zeitraum Januar bis August 2010 errechnet sich für die veranlagte Einkommensteuer insgesamt jedoch ein Plus von + 34,6 %, weil bisher alle Abzugsbeträge (Investitionszulage, Eigenheimzulage und Erstattungen an veranlagte Arbeitnehmer) deutlich geringer ausfielen. Das Bruttoaufkommen der veranlagten Einkommensteuer entspricht im bisherigen Jahresverlauf exakt dem Aufkommen des Vorjahres.

Auch die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag meldeten Aufkommenseinbußen (- 19,2 %). Nachdem zuletzt die Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern kräftig zurückgegangen waren, unterschritten sie im Berichtszeitraum das Vorjahresniveau lediglich um - 4,4 %. Bis einschließlich August liegen die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag im Aufkommen etwas unter Vorjahresniveau (- 1,6 %).

Die Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge reduzierten sich mit - 31,1 % zwar etwas weniger deutlich als noch in den drei Vormonaten, doch ist angesichts des immer noch sehr niedrigen Zinsniveaus nicht mit einer durchgreifenden Verbesserung der Einnahmeentwicklung zu rechnen.

Das Körperschaftsteueraufkommen erhöhte sich um 0,9 Mrd. € von - 0,8 Mrd. € im Vorjahresmonat auf nunmehr + 0,1 Mrd. €. Im Zeitraum Januar bis August 2010 sind die Einnahmen damit um + 61,4 % gestiegen. Diese Verbesserung wird fast ausschließlich hervorgerufen durch geringere Erstattungen und höhere Nachzahlungen für zurückliegende Veranlagungszeiträume. Es bleibt abzuwarten, wann sich die wieder verbesserten Gewinne der Kapitalgesellschaften in höheren Vorauszahlungen zur Körperschaftsteuer niederschlagen.

Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

2010 

August Veränderung  ggü. Vorjahr  Januar bis August Veränderung  ggü. Vorjahr   Schätzungen für 2010 Veränderung ggü. Vorjahr
in Mio. € in % in Mio. € in % in Mio. €5 in %
Gemeinschaftliche Steuern

Lohnsteuer2

9 672 -3,4 81 660 -5,6 125 200 -7,4

veranlagte Einkommensteuer

- 631 X 14 783 34,6 26 450 0,1

nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

  333 -19,2 10 524 -1,6 11 170 -10,5

Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge (einschl. ehem. Zinsabschlag)

  564 -31,1 6 592 -31,3 9 962 -19,9

Körperschaftsteuer

  54 X 4 977 61,4 7 020 -2,1

Steuern vom Umsatz

15 629 3,5 117 381 1,3 179 900 1,6

Gewerbesteuerumlage

233 -0,7 1 629 9,5 2 789 8,5

erhöhte Gewerbesteuerumlage

167 5,6 1 452 10,0 2 447 4,7
gemeinschaftliche Steuern insgesamt 26 021 2,7 238 997 -0,2 364 938 -2,8
Bundessteuern

Energiesteuer

3 359 6,0 20 707 -2,3 39 200 -1,6

Tabaksteuer

1 208 5,6 8 222 -1,6 13 210 -1,2

Branntweinsteuer inkl. Alkopopsteuer

  159 -1,2 1 287 -7,3 2 040 -2,9

Versicherungsteuer

1 006 -1,1 8 126 0,5 10 480 -0,6

Stromsteuer

  507 -3,9 4 074 -2,4 6 150 -2,0

Kraftfahrzeugsteuer
(ab 1. Juli 2009)3

647 12,0 5 951 X 8 450 X

Solidaritätszuschlag

  635 4,6 7 298 -4,5 11 150 -6,5

übrige Bundessteuern

  118 2,5

 

965

0,7 1 466 -0,5
Bundessteuern insgesamt 7 639 4,4 56 630 6,8 92 146 3,2
Ländersteuern

Erbschaftsteuer

447 31,4 2 865 -13,2 4 175 -8,2

Grunderwerbsteuer

  477 14,2 3 363 6,5 4 850 -0,1

Rennwett- und Lotteriesteuer

  102 -0,4   930 -8,4 1 410 -6,7

Biersteuer

  73 2,2   487 -0,9   720 -1,3

Sonstige Ländersteuern

  3 -86,2   228 -10,8   340 2,8
Ländersteuern insgesamt 1 104 15,5 7 873 -37,7 11 495 -29,8
EU-Eigenmittel

Zölle

  379 19,1 2 792 15,0 3 800 5,4

Mehrwertsteuer-Eigenmittel

  158 3,8 1 226 -12,5 2 210 9,6

BSP-Eigenmittel

1 293 9,4 11 765 51,3 19 930 33,9
EU-Eigenmittel insgesamt 1 830 10,8 15 783 36,0 25 940 26,5
Bund4 16 463 3,2 139 299 -3,5 216 366 -5,1
Länder4 15 115 4,2 133 608 0,0 202 540 -2,2
EU 1 830 10,8 15 783 36,0 25 940 26,5
Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer 1 736 -4,5 17 600 -2,7 27 534 -5,9
Steueraufkommen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) 35 143 3,6 306 291 -0,4 472 380 -2,6

Die Steuern vom Umsatz dehnten ihr Volumen - ausgehend von einer sehr schwachen Vorjahresbasis - um + 3,5 % aus. Aufgrund der weiterhin sehr lebhaften Außenhandelstätigkeit übertraf die Einfuhrumsatzsteuer ihr Vorjahresergebnis um + 31,6 %. Da dieser Anstieg bei der Einfuhrumsatzsteuer die Vorsteuerabzüge im Inland erhöht, sank das Niveau der (Binnen-)Umsatzsteuer in diesem Monat um - 3,4 %.

Die reinen Bundessteuern verzeichneten Mehreinnahmen von + 4,4 %. Bei der Energiesteuer kam es zu einer Steigerung des Aufkommens um + 6,0 %. Mit zunehmender Konjunkturbelebung sind wieder mehr Lastwagen auf deutschen Straßen unterwegs, und somit wird vermehrt Dieselkraftstoff nachgefragt. Die Tabaksteuer (+ 5,6 %) meldete ebenso einen Zuwachs wie die Kraftfahrzeugsteuer (+ 12,0 %) und der Solidaritätszuschlag (+ 4,6 %). Die Stromsteuer (- 3,9 %) und die Versicherungsteuer (- 1,1 %) mussten Einbußen hinnehmen. Die Veränderungsrate bei den reinen Bundessteuern für den kumulierten Zeitraum Januar bis August 2010 (+ 6,8 %) ist bis zum Jahresende noch verzerrt durch die Verlagerung der Aufkommenshoheit bei der Kraftfahrzeugsteuer auf den Bund zum 1. September 2009. Ohne diese Verlagerung wäre es insgesamt zu einer Verminderung der Einnahmen aus den Bundessteuern um - 4,4 % gekommen.

Das Volumen der reinen Ländersteuern weitete sich um + 15,5 % aus. Ausschlaggebend waren die Mehreinnahmen bei der -typischerweise sehr schwankungsanfälligen – Erbschaftsteuer (+ 31,4 %), der Grunderwerbsteuer (+ 14,2 %) und auch der Biersteuer (+ 2,2 %). Die Rennwett- und Lotteriesteuer unterschritt ihr Vorjahresniveau mit - 0,4 % nur unwesentlich. Der Rückgang bei den sonstigen Ländersteuern - worunter insbesondere die Feuerschutzsteuer fällt - ist technischer Natur: Zum 1. Juli 2010 wird das Aufkommen der Feuerschutzsteuer nicht mehr monatlich über die örtlichen Finanzämter, sondern nur quartalsweise über das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet.