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28.01.2011

Monatsbericht

Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

  • Die deutsche Wirtschaft holte 2010 einen Großteil des krisenbedingten BIP-Rückgangs wieder auf.
  • In ihrer Jahresprojektion geht die Bundesregierung davon aus, dass sich der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland in diesem Jahr fortsetzt und weiter an Breite gewinnt.
  • Die Erwerbstätigenzahl erreichte im Jahresdurchschnitt 2010 den höchsten Stand seit der deutschen Einheit.
  • Der Anstieg des Verbraucherpreisniveaus war im Jahresdurchschnitt 2010 sehr moderat.

Mit dem stärksten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit der deutschen Einheit konnte im vergangenen Jahr ein Großteil des krisenbedingten BIP-Rückgangs wieder aufgeholt werden.

Nach den ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das preisbereinigte BIP im Jahr 2010 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die BIP-Zunahme war dabei im 1. Halbjahr 2010 besonders ausgeprägt. In der 2. Jahreshälfte setzte sich der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität mit moderaterem Tempo fort. Neben der zurückgewonnenen Exportstärke nahmen auch die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte deutlich zu. So fiel der Wachstumsbeitrag der inländischen Verwendung (+ 2,5 Prozentpunkte) wesentlich höher aus als jener der Nettoexporte (+ 1,1 Prozentpunkte). Insbesondere die Ausweitung der Investitionen in Ausrüstungen sowie die Belebung der Konsumtätigkeit verdeutlichen, dass die außenwirtschaftlichen Impulse sowie die verbesserte Arbeitsmarktsituation inzwischen zu einer Stärkung der Inlandsnachfrage geführt haben.

Mit einem Anstieg der Investitionen in Ausrüstungen um real 9,4 % konnte 2010 ein Teil des vorangegangenen Rückgangs aufgeholt werden. Die Bauinvestitionen stiegen um 2,8 % an und überschritten damit das Vorkrisenniveau. Dies ist vor allem auf die spürbare Ausweitung der Wohnungsbauinvestitionen (+ 4,4 %) und des öffentlichen Hochbaus (+ 12,6 %) zurückzuführen. Der Hochbau profitierte offenbar in besonderem Maße von den staatlichen Fördermaßnahmen im Rahmen der Konjunkturpakete der Bundesregierung.

Der private Konsum nahm 2010 um real 0,5 % gegenüber dem Vorjahr zu und erreichte damit das höchste Niveau seit der deutschen Einheit. Hierzu trug der Anstieg der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte, der sich im Zuge des Beschäftigungsaufbaus sowie durch Lohnzuwächse ergab, maßgeblich bei. Die fiskalischen Entlastungen sowie ein moderater Preisniveauanstieg begünstigten den privaten Konsum zusätzlich. So stiegen die realen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer nach dem Inländerkonzept (preisbereinigt mit dem Verbraucherpreisindex) um 2,1 % an. Der Arbeitsmarkt profitierte unerwartet stark von dem konjunkturellen Aufschwung. Die Zahl registrierter Arbeitsloser ging in einzelnen Monaten auf unter drei Millionen Personen zurück (Oktober und November 2010) und fiel im Jahresdurchschnitt 2010 mit 3,24 Millionen Arbeitslosen auf das niedrigste Niveau seit 1992. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte mit 40,48 Millionen Personen einen neuen Höchststand seit der Einheit. Der Beschäftigungsaufbau erfolgte im vergangenen Jahr insbesondere im sozialversicherungspflichtigen Bereich. Dies spiegelt sich auch in einem spürbaren Anstieg der Sozialbeiträge der Arbeitnehmer um 3,5 % gegenüber dem Vorjahr wider (in Abgrenzung der VGR nach dem Inländerkonzept).

Mit Blick auf die vorlaufenden Konjunkturindikatoren ist davon auszugehen, dass sich der Aufschwung in Deutschland fortsetzen wird. Allerdings dürfte die Wachstumsdynamik etwas geringer als im vergangenen Jahr ausfallen. Die Bundesregierung rechnet im Rahmen ihrer Jahresprojektion für 2011 mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von jahresdurchschnittlich 2,3 %. Dabei werden deutliche Wachstumsimpulse von den Privaten Konsumausgaben und den Ausrüstungsinvestitionen erwartet. Letztere werden dadurch begünstigt, dass mit zunehmender Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten auch dem Erweiterungsmotiv wieder eine größere Bedeutung zukommen wird. Dämpfend wirken dürfte allerdings eine gewisse Verlangsamung der Weltkonjunktur. Der Aufwärtstrend der Bauinvestitionen dürfte sich 2011 insbesondere aufgrund des Auslaufens der staatlichen Fördermaßnahmen abflachen. Der gewerbliche Bau und die erwartete weitere Erholung des Wohnungsbaus können diesen Effekt voraussichtlich nicht vollständig kompensieren, sodass die Ausweitung der realen Bauinvestitionen niedriger ausfallen dürfte als 2010. Die deutschen Unternehmen werden ihre Exporttätigkeit auch in diesem Jahr deutlich ausweiten, wenngleich die Zuwachsraten niedriger ausfallen dürften als im Vorjahr. Im Zuge einer positiven Entwicklung der Binnennachfrage wird zugleich auch die Importtätigkeit zunehmen. Insgesamt wird sich damit in diesem Jahr voraussichtlich ein niedrigerer Wachstumsbeitrag der Nettoexporte ergeben als 2010, womit sich das Wachstumsprofil weiter in Richtung der Binnennachfrage verschieben würde.

Für die Ableitung des Konjunkturbildes der Jahresprojektion spielten u. a. die zu Jahresbeginn vorliegenden Wirtschaftsdaten und die darauf basierenden Einschätzungen für die konjunkturelle Entwicklung im 4. Quartal 2010 eine wichtige Rolle. Die Entwicklungstendenz der Indikatoren zeigt, dass sich im Schlussquartal der Aufschwung mit moderaterem Tempo fortgesetzt haben dürfte.

So zeigten die nominalen Warenausfuhren mit einem leichten Anstieg im November (saisonbereinigt, im Vergleich zum Vormonat) erneut einen klaren Aufwärtstrend. Dieser hat sich jedoch – nach bereits schwächerer Dynamik im 3. Vierteljahr 2010 – in den ersten beiden Monaten des Schlussquartals abgeflacht. Verantwortlich hierfür ist die Verlangsamung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung in der Welt. Insbesondere die heterogene konjunkturelle Entwicklung im Euroraum, in den mehr als 40 % der deutschen Exporte gehen, belastet die Ausfuhrtätigkeit deutscher Unternehmen. Gestützt wird die Exportwirtschaft hingegen durch die steigende Nachfrage aus den Schwellenländern nach deutschen Investitionsgütern.

Im Zeitraum von Januar bis November 2010 stiegen die nominalen Warenexporte um 19,3 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum an. Dabei war die Ausfuhrzunahme in Drittländer (+ 26,4 %), insbesondere in südostasiatische Schwellenländer einschließlich China (+ 40 %), sehr kräftig. Im Vergleich dazu war der Exportanstieg in den Nicht-Euroraum der Europäischen Union (+ 17,8 %) und in den Euroraum (+ 13,7 %) weniger stark ausgeprägt.

Eine Reihe von Indikatoren signalisiert eine Fortsetzung des weltwirtschaftlichen Aufschwungs und impliziert damit auch weiterhin eine günstige Exportentwicklung Deutschlands. Die jüngste Zunahme der Auslandsbestellungen spricht nach wie vor für eine hohe Nachfrage nach deutschen Industriegütern. Darüber hinaus beurteilten die deutschen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes die Exportperspektiven laut ifo-Umfrage im Januar 2011 wieder deutlich günstiger als im Vormonat. Zwar setzte der OECD Leading Indicator zuletzt seine Seitwärtsbewegung fort. Leichte Verbesserungen zeigte der Indikator jedoch für die USA und China an.

Die nominalen Warenimporte nahmen im November in saisonbereinigter Betrachtung im Vormonatsvergleich deutlich zu und erreichten damit das höchste Niveau seit der Einheit. Im Vergleich zu den Warenexporten zeigen sie einen stärker ausgeprägten Aufwärtstrend. Der Anstieg der nominalen Importe spiegelt vermutlich sowohl die Zunahme der Inlandsnachfrage und der Ausfuhren (über importierte Vorleistungen) als auch die spürbare Verteuerung von Importen wider. Die lebhafte Importtätigkeit führte – berechnet für das gesamte Jahr 2010 – gegenüber 2009 zu einem Anstieg der Einnahmen aus der Einfuhrumsatzsteuer um 24,2 %.

Die günstige Entwicklung der Binnenkonjunktur zeigt sich im Aufwärtstrend der Industrieindikatoren. Zwar blieb die Industrieproduktion im November um gut ½ % hinter dem Produktionsniveau des Vormonats zurück. Der Grundtendenz nach ist sie jedoch nach wie vor deutlich aufwärtsgerichtet. Insbesondere die Herstellung von Investitionsgütern wurde im Zweimonatsvergleich spürbar ausgeweitet.

Die industriellen Umsätze stiegen im November in saisonbereinigter Betrachtung sowohl im Inland als auch im Ausland gegenüber dem Vormonat in gleichem Maße an. Auch im Zweimonatsvergleich zeigt sich ein Aufwärtstrend. Dabei fiel der Anstieg des Inlandsumsatzes für Investitionsgüter (+ 8,1 %) deutlich höher aus als der Auslandsumsatz (+ 6,0 %) in diesem Bereich.

Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Auftragseingänge ist mit weiteren positiven Impulsen für die industrielle Produktionstätigkeit zu rechnen. Im November erhöhten sich die saisonbereinigten Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat spürbar. Neben einem merklichen Anstieg der Inlandsbestellungen war dies hauptsächlich auf einen überdurchschnittlich hohen Umfang von Großaufträgen aus dem Ausland im Bereich der Investitionsgüter (+ 13,5 %) zurückzuführen. Im Zweimonatsvergleich zeigt sich die Entwicklung der Inlandsaufträge, insbesondere für Investitionsgüter, jedoch deutlich dynamischer als die Auslandsnachfrage. Dabei spielte die zuletzt kräftige Ausweitung der inländischen Nachfrage nach Kraftfahrzeugen und -teilen eine wesentliche Rolle.

Die günstige Entwicklung der Industrieindikatoren im Investitionsgüterbereich und der Anstieg der Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe, die wieder leicht über ihrem langjährigen Durchschnitt liegt, sprechen für eine Fortsetzung des Aufholprozesses der Ausrüstungsinvestitionen. Die Stimmungsindikatoren bestätigen die Einschätzung, dass sich die Industriekonjunktur auch zum Jahresende 2010 günstig entwickelt haben dürfte. So blieb der Einkaufsmanagerindex im Dezember nur knapp hinter dem Jahreshöchststand von April 2010 zurück. Zugleich beurteilten die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe ihre Geschäftslage auch laut ifo-Umfrage sehr positiv.

Die Bauproduktion wurde im November im Vergleich zum Vormonat zurückgefahren. Dies könnte u. a. auf Behinderungen durch den sehr zeitig einsetzenden und heftigen Winter zurückzuführen sein. Aufgrund eines deutlichen Anstiegs im Vormonat zeigt die Produktion im Bauhauptgewerbe jedoch weiterhin einen Aufwärtstrend. Laut ifo-Umfrage vom Januar 2011 rechnen die Unternehmen im Bauhauptgewerbe mit einer deutlichen Verbesserung der Geschäfte in den nächsten sechs Monaten.

Die aktuellen Stimmungsindikatoren deuten nach wie vor auf eine rege Konsumtätigkeit der privaten Haushalte hin. Der Anstieg des GfK-Indikators Konsumklima wie auch die laut ifo-Umfrage zu verzeichnende Verbesserung der Lageeinschätzung der Einzelhändler im Dezember sprechen dafür, dass die private Konsumnachfrage das BIP-Wachstum im Schlussquartal spürbar begünstigt hat. Allerdings steht die positive Stimmung der Einzelhändler und Verbraucher derzeit in deutlichem Kontrast zur Umsatzentwicklung im Einzelhandel. Die realen Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) sind im November 2010 in saisonbereinigter Betrachtung gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken und damit nun auch im Mehrmonatsvergleich abwärtsgerichtet. Mit Blick auf die Entwicklung der verfügbaren Einkommen privater Haushalte, die im Jahr 2010 um gut 2 ½ % gegenüber dem Vorjahr zunahmen, ist in diesem Jahr mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends des privaten Konsums zu rechnen. So signalisiert die Entwicklung der Teilkomponenten des GfK-Indikators  Einkommenserwartungen und Anschaffungsneigung für den Jahresauftakt 2011 eine weiterhin rege Konsumtätigkeit. Zwar hat sich die Stimmung im Einzelhandel im Januar nach der starken Aufhellung im Dezember verschlechtert, aber das Niveau ist immer noch das Zweithöchste in diesem Jahr. Auch vor dem Hintergrund einer verbesserten Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich die Konsumkonjunktur weiter festigen.

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland führte im vergangenen Jahr zu einem spürbaren Beschäftigungsaufbau und einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 179 000 Personen. Jedoch ließ der Rückgang im Verlauf des Schlussquartals 2010 merklich nach. Im Dezember stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat sogar leicht an (+ 3 000 Personen). Dies dürfte jedoch vor allem auf Sondereffekte zurückzuführen sein: Ein außergewöhnlich früher und heftiger Wintereinbruch dürfte zu einer höheren Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft und anderen Außenberufen geführt haben. Darüber hinaus hat die Entlastung durch Ein-Euro-Jobs stärker abgenommen als jahreszeitlich üblich. Die Zahl registrierter Arbeitsloser lag im Dezember mit 3,02 Millionen Personen um 260 000 Personen unter Vorjahresniveau. Die entsprechende Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum um gut ½ Prozentpunkt auf 7,2 %. Die saisonbereinigte Zahl der Erwerbstätigen (Inlandskonzept) nahm im November im Vormonatsvergleich erneut um 28 000 Personen zu. Nach Ursprungswerten betrug die Erwerbstätigenzahl 41,09 Millionen und lag damit deutlich über Vorjahresniveau. Nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse im Oktober 2010 gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 18 000 Personen zugenommen. Das Vorjahresniveau wurde nach Ursprungswerten damit spürbar überschritten. Die Zunahme der Erwerbstätigkeit im vergangenen Jahr um jahresdurchschnittlich 212 000 Personen war hauptsächlich auf die Ausweitung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurückzuführen. Von einer Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs dürften in diesem Jahr weiterhin positive Impulse auf die Arbeitsmarktentwicklung ausgehen. Hierfür sprechen am aktuellen Rand bereits die Ergebnisse der monatlichen ifo-Umfrage unter Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie der Stellenindex der BA. Die Bundesregierung geht in ihrer Jahresprojektion davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2011 unterhalb der Dreimillionenmarke liegen wird.

Der nationale Verbraucherpreisindex (VPI) ist im Jahresdurchschnitt 2010 um 1,1 % angestiegen und fiel damit – nach nahezu stagnierender Preisentwicklung im Jahr zuvor – erneut sehr moderat aus. Die jährliche Teuerungsrate wurde 2010 vor allem von Preisanstiegen bei Heizöl und Kraftstoffen sowie bei Nahrungsmitteln bestimmt. Auch Preise für Tabakwaren und alkoholische Getränke zeigten einen überdurchschnittlichen Preisanstieg. Die Preisentwicklung bei Strom, Umlagen für Zentralheizung und Nachrichtenübermittlung wirkte eher dämpfend auf das Preisniveau.

Die aktuellen Indikatoren deuten darauf hin, dass das Preisklima auch in diesem Jahr moderat bleiben dürfte. Allerdings dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise 2011 insgesamt höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Dies signalisieren auch die steigenden Preiserwartungen der Verbraucher und Unternehmen. Die Bundesregierung rechnet in ihrer Jahresprojektion mit einem Anstieg des Verbraucherpreisniveaus von jahresdurchschnittlich 1,8 %.

Insbesondere die Verteuerung von Rohöl hat inzwischen auf den vorgelagerten Produktionsstufen zu einem erheblichen Preisniveauanstieg geführt. So sind die Weltmarktpreise für Rohöl im Jahresverlauf 2010 spürbar gestiegen und lagen im Durchschnitt bei knapp 80 US-Dollar pro Barrel der Sorte Brent (2009: 61 US-Dollar/Barrel). Der Importpreisindex überschritt im Dezember das Vorjahresniveau um 12,0 %. Dies war die höchste Teuerungsrate seit Oktober 1981. Erneut war der Preisanstieg vor allem auf höhere Preise für Energie, Rohstoffe und Metalle zurückzuführen. So verteuerten sich die Einfuhr von Rohöl (+ 36,5 %) und Erdgas (+ 31,2 %) im Vorjahresvergleich deutlich. Ohne Rohöl und Mineralölerzeugnisse gerechnet betrug der Anstieg der Importpreise gegenüber dem Vorjahr 9,2 %. Bei Rohstoffen verteuerte sich Eisenerz besonders stark, während im Nahrungsmittelbereich vor allem Preissteigerungen bei Getreide und Rohkaffee ins Gewicht fielen.

Die Erzeugerpreise stiegen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,3 %. Dabei waren die Preissteigerungen für Energie besonders ausgeprägt (+ 9,2 %). Mineralölerzeugnisse verteuerten sich dabei gegenüber dem Vorjahr um 17,4 %. Die Erzeugerpreise für Erdgas übertrafen das Vorjahresniveau um 15,3 %. Ohne Berücksichtigung von Energie betrug die jährliche Teuerungsrate auf der Erzeugerstufe 3,6 %.

Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten 
Gesamtwirtschaft/ Einkommen

2010

Veränderung in % gegenüber

Mrd.
bzw. Index

ggü. Vorj. in %

Vorperiode saisonbereinigt

Vorjahr  

1. Q.10 2. Q.10 3.Q.10 1. Q.10 2. Q.10 3. Q.10
Bruttoinlandsprodukt

Vorjahrespreisbasis (verkettet)

109,0 +3,6 +0,6 +2,3 +0,7 +2,2 +4,3 +3,9

jeweilige Preise

2 498 +4,2 +0,7 +2,3 +0,7 +3,2 +5,1 +4,2
Einkommen

Volkseinkommen

1 899 +6,0 +2,4 +1,1 +0,6 +6,7 +8,0 +5,0

Arbeitnehmerentgelte

1 258 +2,6 +1,3 +0,9 +0,7 +1,5 +2,7 +3,1

Unternehmens- und

Vermögenseinkommen

641 +13,2 +4,6 +1,4 +0,5 +17,5 +20,5 +8,7

Verfügbare Einkommen

der privaten Haushalte

1 595 +2,6 +1,3 +0,8 +0,5 +2,1 +1,9 +3,0

Bruttolöhne u. -gehälter

1 019 +2,7 +0,8 +1,4 +0,3 +1,4 +3,0 +3,1

Sparen der privaten Haushalte

186 +5,0 +7,2 -0,2 -3,0 +5,5 +6,4 +3,1
Außenhandel/ Umsätze/ Produktion/ Auftragseingänge

2009

Veränderung in % gegenüber

 

 

Mrd.
bzw. Index

ggü.Vorj.
 in %

Vorperiode saisonbereinigt

Vorjahr  

Okt 10 Nov 10 Zweimonats-durchschnitt Okt 10 Nov 10 Zweimonats-durchschnitt
in jeweiligen Preisen
Umsätze im Bauhauptgewerbe (Mrd.€) 82 -4,0 +0,8 . +1,4 +2,9 . +3,9
Außenhandel (Mrd. €)

Waren-Exporte

803 -18,4 -1,3 +0,5 +0,4 +19,6 +21,7 +20,6

Waren-Importe

665 -17,5 +0,1 +4,1 +1,5 +20,8 +33,3 +26,8
in konstanten Preisen von 2005
Produktion im Produzierenden Gewerbe (Index 2005 = 100)1 94,3 -15,5 +3,0 -0,7 +2,2 +12,3 +11,1 +11,7

Industrie 2

93,7 -17,3 +3,0 -0,6 +2,2 +13,7 +12,4 +13,1

Bauhauptgewerbe  

108,2 -0,0 +3,1 -1,1 +2,3 +8,5 +6,5 +7,5
Umsätze im Produzierenden Gewerbe1

Industrie (Index 2005 = 100)2

92,8 -17,6 +4,0 +0,8 +3,8 +12,5 +12,6 +12,5

Inland 

93,1 -14,4 +4,0 +0,8 +3,9 +8,6 +9,5 +9,1

Ausland 

92,6 -21,0 +4,0 +0,8 +3,7 +16,8 +16,1 +16,4
Auftragseingang (Index 2005 = 100)1

Industrie 2

87,2 -21,6 +1,6 +5,2 +2,1 +18,1 +20,7 +19,4

Inland

88,6 -18,2 +2,4 +1,5 +2,8 +14,2 +14,3 +14,2

Ausland 

86,1 -24,4 +0,9 +8,2 +1,6 +21,6 +26,1 +23,9

Bauhauptgewerbe

95,6 -6,9 +5,9 . -2,0 +3,1 . +1,2
Umsätze im Handel (Index 2005=100)

Einzelhandel

(ohne Kfz und mit Tankstellen)

96,0 -3,1 +0,2 -1,9 -1,0 -0,1 +2,6 +1,3

Handel mit Kfz

93,6 +0,6 +3,4 -4,9 +1,5 -0,1 +9,4 +4,4
Arbeitsmarkt

2010

Veränderung in Tsd. gegenüber

Personen Mio.

ggü. Vorj. in %

Vorperiode saisonbereinigt

Vorjahr  

Okt 10 Nov 10 Dez 10 Okt 10 Nov 10 Dez 10
Arbeitslose (nationale
Abgrenzung nach BA)  3,24 -5,2 -2 -8 +3 -283 -284 -260
Erwerbstätige, Inland 40,48 +0,5 +28 +28 . +411 +427 .
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte           27,71 +1,2 +18 . . +498 . .
Preisindizes

2010

Veränderung in % gegenüber

2005 = 100

ggü. Vorj. in %

Vorperiode

Vorjahr  

Index

Okt 10 Nov 10 Dez 10 Okt 10 Nov 10 Dez 10
Importpreise 100,5 -8,6 -0,2 +1,2 +12,0 +9,2 +10,0 +2,3
Erzeugerpreise gewerbl. Produkte 109,7 +1,6 +0,4 +0,2 +0,7 +4,3 +4,4 +5,3
Verbraucherpreise  108,2 +1,1 +0,1 +0,1 +1,0 +1,3 +1,5 +1,7
ifo-Geschäftsklima
gewerbliche Wirtschaft

saisonbereinigte Salden

Jun 10 Jul 10 Aug 10 Sep 10 Okt 10 Nov 10 Dez 10 Jan 11
Klima +3,1 +11,7 +12,7 +12,9 +14,6 +17,8 +18,9 +19,7
Geschäftslage -1,2 +9,8 +12,5 +15,5 +16,3 +20,3 +21,5 +21,4
Geschäftserwartungen +7,5 +13,7 +12,9 +10,3 +12,9 +15,2 +16,4 +18,1

BIP-Wachstum und ifo-Geschäftsklima
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen