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21.03.2011

Monatsbericht

Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

  • Der konjunkturelle Aufschwung hat sich zu Jahresbeginn fortgesetzt, wenngleich die Produktionstätigkeit in der Industrie verhalten ausfiel.

  • Die anhaltend positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird die private Konsumtätigkeit weiter begünstigen.

  • Die Beschäftigtenzahl erreichte im Januar einen neuen Höchststand.

  • Der Preisdruck auf der Verbraucherstufe hat zu Jahresbeginn zugenommen.

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland setzt sich den Wirtschaftsdaten zufolge mit moderatem Tempo fort, wenngleich die Produktionstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe zum Jahresauftakt verhalten ausfiel.

Bereits im Schlussquartal des vergangenen Jahres hatte sich die gesamtwirtschaftliche Aktivität im Vergleich zum vorangegangenen Sommerhalbjahr abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal an. In den beiden Quartalen zuvor waren Wachstumsraten von 0,7 % beziehungsweise 2,2 % zu verzeichnen gewesen. Im 4. Quartal 2010 kamen die Wachstumsimpulse vor allem vom Außenhandel. Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen in saisonbereinigter Betrachtung um real 2,5 % gegenüber dem Vorquartal an, während die Importe um 0,9 % zulegten. So trugen die Nettoexporte im Schlussquartal rein rechnerisch 0,7 Prozentpunkte zum realen BIP-Anstieg bei. Positive Wachstumsimpulse kamen im Inland im Vorquartalsvergleich aus den Ausrüstungsinvestitionen, die zum vierten Mal in Folge ausgeweitet wurden (real + 2,6 %). Zugleich stiegen auch die Privaten Konsumausgaben an (real + 0,2 %) und setzten damit ihren Aufwärtstrend fort. Zusammen mit der Zunahme der staatlichen Konsumausgaben (real + 0,6 %) konnte damit der vor allem witterungsbedingte Rückgang der Bauinvestitionen (real - 3,9 %) kompensiert werden. Gedämpft wurde die inländische Verwendung allein durch den Abbau von Vorräten.

Die aktuellen Stimmungsindikatoren signalisieren, dass die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Deutschland im weiteren Jahresverlauf wieder an Schwung gewinnen dürfte. So erreichte der Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Februar einen neuen Höchststand seit Umfragebeginn im Jahr 1996. Zugleich stieg der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft den neunten Monat in Folge an, wobei sich die Geschäftserwartungen auf hohem Niveau stabilisierten.

Der gesamte Datenkranz stützt die Wachstumsprojektion im Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung. Danach dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2011 um preisbereinigt 2,3 % ansteigen.

Die Exportdynamik hat sich zu Beginn dieses Jahres spürbar abgeflacht. Die nominalen Warenausfuhren gingen im Januar gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt merklich zurück. Gleichwohl sind die Warenexporte der Grundtendenz nach − wie der aussagekräftigere Mehrmonatsvergleich zeigt − weiterhin leicht aufwärtsgerichtet. Die Vorjahresveränderung weist noch deutlich zweistellige Steigerungsraten auf. So wurde das Ausfuhrergebnis vom Januar 2010 nach Ursprungswerten deutlich überschritten (+ 24,2 %). Dabei wurden die Ausfuhren in Drittländer (+ 30,8 %) überdurchschnittlich stark ausgeweitet. Aber auch die Zunahme der Warenausfuhren in den Euroraum (+ 18,8 %) und den Nicht-Euroraum der EU (+ 23,8 %) fiel sehr kräftig aus.

Das aktuelle Indikatorenbild deutet auf anhaltende positive außenwirtschaftliche Wachstumsimpulse hin: So signalisieren der Aufwärtstrend der industriellen Auslandsaufträge und die sehr optimistischen ifo-Exporterwartungen eine weitere Ausweitung der Außenhandelstätigkeit. Dafür spricht auch die Fortsetzung des weltwirtschaftlichen Aufschwungs. Der IWF erwartet in seiner jüngsten Prognose vom Januar 2011 für dieses Jahr ein um 0,2 Prozentpunkte höheres Welt-BIP (+ 4,4 %) als noch im Herbst 2010, wobei die Einschätzungen zum Wirtschaftswachstum im Euroraum nicht verändert wurden. Spürbare Impulse dürfte die deutsche Wirtschaft von der hohen Wachstumsdynamik in den Schwellenländern erhalten. Der IWF erwartet insbesondere für China einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität um 9,6 %. Auch aus den Industrieländern sind Impulse zu erwarten. Dafür spricht die leichte Zunahme des OECD Leading Indicator, der auf eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den OECD-Ländern hindeutet.

Die nominalen Wareneinfuhren sind im Januar gegenüber dem Vormonat spürbar angestiegen, nach einem Rückgang im Dezember (saisonbereinigt). Im Zweimonatsvergleich zeigt sich eine leichte Aufwärtsbewegung. Nach Ursprungswerten übersteigen die Wareneinfuhren das Vorjahresniveau um 24,1 %. Dabei war der Importanstieg aus Drittländern (+ 31,6 %) noch kräftiger als die Zunahme der Importe aus den Ländern der EU (+ 19,7 %). Der sehr kräftige Anstieg der nominalen Warenimporte zeigt sich auch in einer spürbaren Zunahme der Einnahmen aus der Einfuhrumsatzsteuer von Januar bis Februar um 35,6 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der spürbare Importanstieg dürfte insbesondere auf die Erhöhung der Importpreise, vor allem für energetische Rohstoffe, zurückzuführen sein. Dafür spricht die im Gegensatz zu den nominalen Einfuhren leichte Abwärtstendenz der preisbereinigten Warenimporte.

Der Aufschwung wird weiterhin von der stark exportorientierten Industrie unterstützt, wenngleich die Produktionszahlen in diesem wichtigen Wirtschaftsbereich einen eher zögerlichen Jahresauftakt anzeigen. So wurde die Industrieproduktion im Januar gegenüber dem Vormonat nur geringfügig um 0,2 % (saisonbereinigt) gesteigert. Die niedrige Veränderungsrate erklärt sich u. a. durch die deutliche Aufwärtsrevision des Dezember-Wertes um 1,1 Prozentpunkte. Angesichts der überaus positiven Beurteilung von Geschäftslage und Produktionstätigkeit, wie sie zuletzt in den Umfragen unter Unternehmen (ifo) und Einkaufsmanagern des Verarbeitenden Gewerbes zum Ausdruck kam, überraschte die verhaltende Produktionstätigkeit im Januar dennoch. Einer deutlichen Produktionsausweitung bei Vorleistungsgütern stand ein Produktionsrückgang bei Investitionsgütern gegenüber. Insbesondere im Maschinenbau (- 7,7 %) sowie bei der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (- 10,3 %) kam es im Januar zu spürbaren Produktionsrückgängen. Dennoch ist die industrielle Erzeugung insgesamt nach dem zweiten monatlichen Anstieg in Folge der Grundtendenz nach aufwärtsgerichtet. Hierzu trägt vor allem die Investitionsgüterproduktion bei (+ 2,5 %).

Auch die Umsatzentwicklung in der Industrie zeigte sich zu Jahresbeginn wenig dynamisch. Gleichwohl sind im Zweimonatsvergleich die industriellen Umsätze noch leicht aufwärtsgerichtet. Während die Auslandsumsätze in diesem Zeitraum deutlich ausgeweitet wurden, waren die Inlandsumsätze rückläufig. Nach Güterarten betrachtet wurde die industrielle Umsatzentwicklung vor allem durch ein deutliches Plus bei den Auslandsumsätzen außerhalb des Euroraums im Bereich der Investitionsgüter (+ 6,7 %) getragen.

Die weiter in die Zukunft reichenden Indikatoren signalisieren, dass sich das Tempo des Anstiegs der Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe wieder beschleunigen dürfte. So nahm das industrielle Auftragsvolumen im Januar gegenüber dem Vormonat deutlich zu. Insbesondere die Inlandsnachfrage nach Vorleistungsgütern (+ 5,8 %) und Investitionsgütern (+ 3,8 %) fiel kräftig aus. In diesen Bereichen konnten die Rückgänge zum Jahresende 2010 mehr als aufgeholt werden. Die Auslandsnachfrage blieb dagegen im Januar eher verhalten. Ein kräftiges Auftragsplus gab es jedoch bei den Vorleistungsgütern (+ 3,3 %). Im Zweimonatsvergleich zeigt die Auftragsentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe einen Aufwärtstrend, der insbesondere durch die lebhafte Auslandsnachfrage nach Vorleistungsgütern sowohl aus dem Euroraum als auch aus dem Nicht-Euroraum begründet ist.

Positiv zu bewerten ist insbesondere die dynamische Entwicklung der Bestelltätigkeit im Investitionsgüterbereich. Dies zeigt an, dass die Investitionsentwicklung in der Tendenz wahrscheinlich deutlich aufwärtsgerichtet bleibt und damit die Beschäftigung weiter expandiert.

Die Bauproduktion vollzog im Januar eine kräftige Gegenbewegung zum witterungsbedingten Produktionseinbruch im Vormonat (saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat), wobei die Einbußen mehr als wieder aufgeholt werden konnten. Im Zweimonatsvergleich zeigt sich jedoch weiterhin ein deutlicher Produktionsrückgang. Die Verringerung der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im 4. Quartal 2010 und der nur leichte Anstieg der Baugenehmigungen im Hochbau im Oktober/November (jeweils gegenüber der Vorperiode) signalisieren eine insgesamt wenig dynamische Entwicklung im Bauhauptgewerbe. Darauf deutet auch die leichte Verschlechterung der optimistischen Geschäftserwartungen in diesem Bereich hin.

Zum Jahresauftakt dürfte sich die Konsumtätigkeit der privaten Haushalte spürbar belebt haben. Ein Indiz hierfür ist der Anstieg der Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) im Januar gegenüber dem Vormonat (saisonbereinigt). Die Stimmungsindikatoren signalisieren, dass der private Verbrauch weiter zunimmt. So erreichte der GfK-Indikator Konsumklima im Februar den höchsten Stand seit Oktober 2007, und die Einzelhändler beurteilten ihre Geschäftsperspektiven laut ifo-Umfrage zugleich positiver als im Vormonat. Die anhaltend günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt und Lohnsteigerungen werden die Einkommenssituation der privaten Haushalte verbessern und damit die private Konsumtätigkeit weiter begünstigen. So stiegen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte im Schlussquartal 2010 in der Verlaufsbetrachtung bereits das fünfte Quartal in Folge an (saisonbereinigt + 0,6 %). Ein Risiko für die weitere Entwicklung der Realeinkommen – und damit des privaten Konsums – stellen allerdings die Energiepreissteigerungen vor dem Hintergrund der Spannungen in denjenigen Ländern Nordafrikas dar, die teils erheblich zur weltweiten Erdölversorgung beitragen. Hier bestehen erhebliche Unsicherheiten.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Gefolge des konjunkturellen Aufschwungs weiter verbessert. So belief sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen (nach Ursprungszahlen) im Februar 2011 auf 3,32 Millionen Personen und lag damit spürbar unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats (- 326 000 Personen). Die entsprechende Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum – in der Abgrenzung der BA – um 0,8 Prozentpunkte auf 7,9 %. Mit einem Minus der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl von 52 000 Personen hat sich der Rückgang der Arbeitslosenzahl am aktuellen Rand wieder verstärkt, nachdem der Abwärtstrend zum Jahresende etwas an Schwung verloren hatte.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat deutlich zugenommen. So stieg die saisonbereinigte Zahl der Erwerbstätigen (Inlandskonzept) im Januar um 23 000 Personen gegenüber dem Vormonat an und erreichte mit 40,7 Millionen Erwerbstätigen einen neuen Höchststand. Nach Ursprungswerten lag die Erwerbstätigenzahl um 463 000 Personen über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Die günstige Beschäftigungsentwicklung spiegelt sich auch in den Einnahmen aus der Lohnsteuer wider, die im Zeitraum Januar bis Februar das entsprechende Vorjahresniveau um 6,2 % überstiegen.

Vor allem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die im Dezember 2010 um gut ½ Millionen Personen höher war als vor einem Jahr, trägt zum Beschäftigungsaufbau bei. Knapp zwei Drittel dieses Anstiegs entfallen auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung (+ 334 000 Personen). Die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung nahm um 218 000 Personen zu. Nach Branchen betrachtet war der Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse bei Arbeitnehmerüberlassungen besonders hoch (+ 34 % gegenüber dem Vorjahr). Aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen war ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen. Die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe lag erneut über ihrem Vorjahresniveau. Der Vorkrisenstand konnte jedoch noch nicht wieder erreicht werden. Weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse als vor einem Jahr gab es dagegen u. a. in der öffentlichen Verwaltung. Insgesamt setzte sich im Vergleich zum Vormonat im Dezember 2010 der Aufwärtstrend der saisonbereinigten Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Personen fort.

Die Aussichten für eine weitere Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt sind gut. Angesichts der erwarteten Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs fahren die Unternehmen die Wochenarbeitszeiten wieder hoch und wollen darüber hinaus ihr Personal aufstocken. Dies zeigt sich u. a. in einer spürbaren Abnahme der Inanspruchnahme der Kurzarbeit sowie in der zunehmenden Einstellungsbereitschaft der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes und der Dienstleistungsbereiche laut ifo- und Einkaufsmanager-Umfrage. Eine erhöhte Arbeitskräftenachfrage spiegelt sich in dem deutlichen Anstieg des Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit wider, der zuletzt das höchste Niveau des Aufschwungs von 2007 überstieg. Außerdem wird der Rückgang der Arbeitslosigkeit seit mehreren Jahren durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot begünstigt (2011 laut IAB ‑ 115 000 Personen).

Der Preisdruck auf der Verbraucherstufe hat in Deutschland zu Jahresbeginn zugenommen. So lag die jährliche Teuerungsrate des Verbraucherpreisindex (VPI) im Februar bei 2,1 % Dies ist der höchste Anstieg des VPI seit Oktober 2008 (+ 2,4 %). Die Zunahme des VPI ohne Berücksichtigung von Preissteigerungen bei Energie sowie Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken, die besser den im Inland erzeugten Preisdruck widerspiegelt, lag allerdings im Februar mit 0,9 % immer noch leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (+ 1,3 %). Der erneut deutliche Anstieg des Verbraucherpreisindex im Februar wird vor allem von dem spürbaren Preisauftrieb der Weltmarktpreise für Rohöl bestimmt, der sich nahezu zeitgleich in einen Anstieg des Verbraucherpreisniveaus für Heizöl (+ 32,0 %) gegenüber dem Vorjahr) und Kraftstoffe (+ 11,8 %) übersetzte. Die Ölpreisverteuerung ist sowohl auf den Anstieg der Nachfrage infolge des globalen Aufschwungs als auch angebotsseitig auf einen Rückgang der Ölförderung sowie auf Verunsicherungen aufgrund der Unruhen in zahlreichen arabischen Förderländern zurückzuführen. Darüber hinaus war der Anstieg des Verbraucherpreisniveaus für Strom, Gas und Nahrungsmittel ebenfalls überdurchschnittlich.

Auf den vorgelagerten Preisstufen, als Frühindikatoren für zukünftige Inflationstendenzen auf der Verbraucherstufe, ist bereits seit Längerem ein spürbarer Preisauftrieb zu beobachten. Im Januar verteuerten sich Importe um 11,8 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zunahme wurde besonders geprägt durch die Preisentwicklung bei Rohöl (+ 33,2 %). Ohne die Berücksichtigung von Rohöl und Mineralölerzeugnissen lagen die Importpreise um 9,3 % über dem Stand des Vorjahres. Auch Importe von Metallen und ihrer Rohstoffe waren wesentlich teuerer als vor einem Jahr. Im Nahrungsmittelsektor schlugen insbesondere Preiserhöhungen von Rohkaffee und Getreide zu Buche.

Die Erzeugerpreise waren im Januar 2011 mit 5,7 % gegenüber dem Vorjahr so stark angestiegen wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate hatte die Zunahme des Erzeugerpreises für Energie (+ 9,3 %). Dabei war der Preisanstieg bei Mineralölerzeugnissen und Erdgas besonders hoch. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 4,0 % über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Vorleistungsgüter erreichten einen neuen Höchststand. Auch Verbrauchsgüter, insbesondere Nahrungsmittel, waren deutlich teurer als vor einem Jahr.

Vor diesem Hintergrund sowie angesichts gestiegener Preiserwartungen der Verbraucher und Unternehmen hat sich das Preisklima am aktuellen Rand etwas eingetrübt. Laut Jahresprojektion der Bundesregierung dürfte aber der Preisniveauanstieg im Jahresdurchschnitt 2011 knapp unterhalb des Stabilitätsziels der Europäischen Zentralbank für das Eurogebiet bleiben.

Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten 
Gesamtwirtschaft/ Einkommen

2010

Veränderung in % gegenüber

Mrd.
bzw. Index

ggü. Vorj. in %

Vorperiode saisonbereinigt

Vorjahr  

2. Q.10 3. Q.10 4.Q.10 2. Q.10 3. Q.103 4. Q.10
Bruttoinlandsprodukt

Vorjahrespreisbasis (verkettet)

109,0 +3,6 +2,2 +0,7 +0,4 +4,3 +3,9 +4,0

jeweilige Preise

2 498 +4,2 +2,3 +0,8 +0,4 +5,1 +4,3 +4,3
Einkommen

Volkseinkommen

1 901 +6,1 +1,0 +0,8 +0,7 +7,9 +5,1 +5,0

Arbeitnehmerentgelte

1 260 +2,8 +1,0 +0,8 +0,6 +2,7 +3,2 +3,6

Unternehmens- und Vermögenseinkommen

642 +13,4 +1,0 +0,9 +0,9 +20,1 +8,8 +8,5

Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte

1 596 +2,7 +0,6 +0,8 +0,6 +1,8 +3,2 +3,4

Bruttolöhne u. -gehälter

1.020 +2,8 +1,5 +0,4 +0,8 +3,1 +3,2 +3,5

Sparen der privaten Haushalte

186 +5,4 -0,9 -1,9 -0,7 +6,3 +4,1 +4,2
Außenhandel/ Umsätze/ Produktion/ Auftragseingänge

2009

Veränderung in % gegenüber

 

 

Mrd.
bzw. Index

ggü.Vorj.
 in %

Vorperiode saisonbereinigt

Vorjahr  

Dez 10 Jan 11 Zweimonats-durchschnitt Dez 10 Jan 11 Zweimonats-durchschnitt
in jeweiligen Preisen
Umsätze im Bauhauptgewerbe (Mrd.€) 82 -0,3 -12,6 . -7,9 -4,8 . +0,7
Außenhandel (Mrd. €)

Waren-Exporte

952 +18,5 +0,5 -1,0 +0,2 +21,0 +24,2 +22,6

Waren-Importe

797 +20,0 -2,6 +2,3 +0,4 +26,4 +24,1 +25,2
in konstanten Preisen von 2005
Produktion im Produzierenden Gewerbe (Index 2005 = 100)1 103,7 +10,0 -0,6 +1,8 +0,0 +11,0

+12,4

+11,7

Industrie 2

104,5 +11,5 +1,0 +0,2 +0,8 +14,3 +13,1 +13,7

Bauhauptgewerbe  

108,5 +0,2 -24,2 +36,3 -11,1 -18,3 +30,1 +4,0
Umsätze im Produzierenden Gewerbe1

Industrie (Index 2005 = 100)2

102,7 +10,6 +0,2 -0,3 +0,4 +13,3 +12,0 +12,7

Inland 

99,0 +6,3 -3,0 +1,3 -2,1 +8,1 +8,1 +8,1

Ausland 

107,1 +15,7 +3,5 -1,8 +3,0 +19,0 +16,4 +17,7
Auftragseingang (Index 2005 = 100)1

Industrie 2

106,2 +21,7 -3,6 +2,9 +0,4 +19,2 +16,3 +17,7

Inland

102,9 +16,2 -3,2 +4,5 -0,1 +13,2 +11,4 +12,2

Ausland 

109,0 +26,6 -3,8 +1,6 +0,8 +24,5 +20,6 +22,5

Bauhauptgewerbe

96,7 +1,1 -5,6 . -5,5 -10,7 . -5,4
Umsätze im Handel (Index 2005=100)

Einzelhandel (ohne Kfz und mit Tankstellen)

97,2 +1,3 +1,0 +0,4 +0,6 +0,3 +2,4 +1,2

Handel mit Kfz

88,2 -5,7 -2,2 +5,8 +0,2 +9,7 +19,2 +13,9
Arbeitsmarkt

2010

Veränderung in Tsd. gegenüber

Personen Mio.

ggü. Vorj. in %

Vorperiode saisonbereinigt

Vorjahr  

Dez 10 Jan 11 Feb 11 Dez 10 Jan 11 Feb 11
Arbeitslose (nationale
Abgrenzung nach BA)  3,24 -5,2 -5 -18 -52 -260 -268 -326
Erwerbstätige, Inland 40,48 +0,5 +35 +23 . +428 +463 .
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte           27,71 +1,2 +52 . . +559 . .
Preisindizes

2010

Veränderung in % gegenüber

2005 = 100

ggü. Vorj. in %

Vorperiode

Vorjahr  

Index

Dez 10 Jan 11 Feb 11 Dez 10 Jan 11 Feb 11
Importpreise 108,4 +7,8 +2,3 +1,5 . +12,0 +11,8 .
Erzeugerpreise gewerbl. Produkte 109,7 +1,6 +0,7 +1,2 . +5,3 +5,7 .
Verbraucherpreise  108,2 +1,1 +1,0 -0,4 +0,5 +1,7 +2,0 +2,1
ifo-Geschäftsklima
gewerbliche Wirtschaft

saisonbereinigte Salden

Jul 10 Aug 10 Sep 10 Okt 10 Nov 10 Dez 10 Jan 11 Feb 11
Klima +12,8 +13,0 +14,6 +17,8 +18,9 +19,8 +21,7 +21,7
Geschäftslage +12,5 +15,5 +16,2 +20,2 +21,6 +21,4 +25,2 +25,2
Geschäftserwartungen +13,1 +10,5 +13,0 +15,5 +16,3 +18,2 +18,3 +18,3

BIP-Wachstum und ifo-Geschäftsklima
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen