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22.07.2011

Monatsbericht

Steuer­ein­nah­men von Bund und Län­dern im Ju­ni 2011

Die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) sind im Juni 2011 im Vorjahresvergleich um + 9,8 % gestiegen. Der Bund erzielte Mehreinnahmen (nach Verrechnungen) von + 9,6 %. Das kumulierte Aufkommen von Januar bis Juni 2011 überschritt das Vorjahresniveau insgesamt um + 9,3 % (Bund: + 10,9 %).

Zu diesem Ergebnis trug im Berichtsmonat Juni insbesondere der Aufkommenszuwachs bei den gemeinschaftlichen Steuern (+ 10,5 %) bei.

Das Kassenaufkommen der Lohnsteuer übertraf das Vorjahresniveau um + 10,9 %. Die Einnahmen aus der Lohnsteuer brutto, d. h. vor Abzug des aus dem Lohnsteueraufkommen zu leistenden Kindergeldes und der Riester-Zulagen, erhöhten sich dabei im Berichtsmonat Juni 2011 um + 7,9 %. Dieser kräftige Zuwachs korrespondiert mit der deutlich verbesserten Lage auf dem Arbeitsmarkt (Anstieg der Zahl der Beschäftigten, aber auch Tarifsteigerungen und höhere Bonuszahlungen). Das Volumen der Kindergeldzahlungen unterschritt das Vorjahresniveau um - 2,5 % aufgrund der Abnahme der Zahl der Kindergeldkinder.

Bei der veranlagten Einkommensteuer brutto kam es im Vorjahresvergleich zu Mindereinnahmen von - 3,1 %. Der gleichzeitige Rückgang der Erstattungen an veranlagte Arbeitnehmer nach § 46 EStG um - 20,5 % führte zu einem leichten Zuwachs des Kassenaufkommens der veranlagten Einkommensteuer um + 0,4 %. Die Vorauszahlungen für das laufende Jahr sind um circa 6 % angestiegen und liegen damit wie bereits im März über dem Niveau des Boom-Jahres 2008. Der Zuwachs des Aufkommens wurde durch einen Rückgang der Nachzahlungen für vergangene Jahre gebremst.

Die kassenmäßigen Einnahmen aus der Körperschaftsteuer sind gegenüber dem Juni 2010 um + 36,3 % gestiegen. Die Vorauszahlungen für das laufende Jahr nahmen um circa 19 % zu. Bemerkenswert ist auch der Anstieg der nachträglichen Vorauszahlungen für das Vorjahr, welche sich in diesem Monat nahezu verdoppelt und damit im 1. Halbjahr 2011 bereits den Stand des Vorjahres erreicht haben. Das deutet auf ein zu geringes Niveau der laufenden Vorauszahlungen im Vorjahr 2010 hin und ist somit ein Anzeichen dafür, dass die Unternehmen die Vorauszahlungen bei steigenden Gewinnen nur zögerlich nach oben anpassen.

Bei den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag wurde das Kassenergebnis um + 30,6 % übertroffen. Dies entspricht der Entwicklung im Monat Mai (+ 28,6 %) und bestätigt die gute Gewinnentwicklung im Vorjahr bei den großen Publikumsgesellschaften, die in diesem Jahr zu höheren Ausschüttungen führt.

Die Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge weisen im Juni 2011 ein Plus von + 7,7 % auf (nach + 3,7 % im Vormonat), allerdings erneut aufgrund einer äußerst schwachen Vorjahresbasis. Bedingt durch das niedrige Zinsniveau ist das Aufkommen weiterhin relativ niedrig.

Die Steuern vom Umsatz übertrafen mit + 8,2 % im Berichtsmonat Juni 2011 das entsprechende Vorjahresergebnis deutlich. Dabei stiegen die Einnahmen aus der Einfuhrumsatzsteuer aufgrund der weiterhin äußerst lebhaften Außenhandelstätigkeit mit + 25,6 % erneut kräftig an. Obwohl ein Zuwachs bei der Einfuhrumsatzsteuer die Vorsteuerabzüge im Inland erhöht, wurde das Niveau der (Binnen-)Umsatzsteuer in diesem Monat um + 2,6 % überschritten.

Die reinen Bundessteuern dehnten im Juni 2011 ihr Volumen insgesamt um + 6,0 % aus. Hierzu trugen insbesondere die Entwicklungen des Solidaritätszuschlags (+ 14,2 %), der Stromsteuer (+ 26,7 %) und der Energiesteuer (+ 3,9 %) bei. Die Energiesteuer auf Erdgas verdoppelte sich mit + 96,9 % nahezu. Das Aufkommen aus der Besteuerung des Kraftstoffverbrauchs (Energiesteuer auf Sonstiges) ging leicht um - 2,9 % zurück. Die Verbraucher reagieren auf die steigenden Kraftstoffpreise mit Verbrauchseinschränkungen, die den tendenziellen Verbrauchsanstieg aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung überwiegen. Die Steigerungsraten bei der Energiesteuer auf Erdgas und bei der Stromsteuer dürften auf nunmehr erfolgte Jahresabrechnungen zurückzuführen sein. Die Versicherungsteuer (- 10,3 %), die Tabaksteuer (- 7,9 %) und die Kraftfahrzeugsteuer (- 0,9 %) mussten jeweils einen Rückgang verbuchen. Bei der Luftverkehrsteuer (80,5 Mio. ; kumuliert Januar bis Juni 347,9 Mio. €) setzt sich der Aufwärtstrend fort. Es ist davon auszugehen, dass es in den Sommermonaten zu weiteren deutlichen Aufkommenssteigerungen kommen wird. Für Befürchtungen, das für dieses Jahr erwartete Aufkommen werde nicht erreicht, gibt es derzeit keinen Anlass. Einnahmen aus der ebenfalls in diesem Jahr neu eingeführten Kernbrennstoffsteuer wurden bisher noch nicht erzielt.

Die reinen Ländersteuern erzielten im Berichtsmonat Mehreinnahmen um + 7,6 %, getragen von den guten Ergebnissen bei der Grunderwerbsteuer (+ 18,7 %). Auch die Biersteuer (+ 12,4 %) und die Feuerschutzsteuer (+ 9,9 %) verzeichnen hohe Zuwächse. Die Erbschaftsteuer (- 2,6 %) und auch die Rennwett- und Lotteriesteuer (- 6,1 %) weisen Mindereinnahmen auf.

Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

2011

Juni

Veränderung  ggü. Vorjahr 

Januar bis Juni

Veränderung  ggü. Vorjahr  

Schätzungen  für 2011

Veränderung ggü. Vorjahr

in Mio €

in %

in Mio €

in %

in Mio €4

in %

Gemeinschaftliche Steuern

 

 

 

 

 

 

Lohnsteuer2

12 154

+10,9

66 622

+9,8

134 400

+5,1

veranlagte Einkommensteuer

8 603

+0,4

16 121

+1,8

28 200

-9,6

nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

1 345

+30,6

13 370

+49,4

16 605

+27,9

Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge (einschl. ehem. Zinsabschlag)

489

+7,7

5 140

-7,0

8 122

-6,7

Körperschaftsteuer

5 164

+36,3

6 700

+15,9

13 460

+11,8

Steuern vom Umsatz

15 519

+8,2

93 480

+7,2

187 500

+4,1

Gewerbesteuerumlage

2

-27,7

1 105

+36,4

3 460

+11,3

erhöhte Gewerbesteuerumlage

2

-30,0

953

+33,1

3 026

+7,5

gemeinschaftliche Steuern insgesamt

43 277

+10,5

203 491

+9,7

394 773

+4,2

Bundessteuern

 

 

 

 

 

 

Energiesteuer

3 487

+3,9

14 459

+3,0

40 050

+0,5

Tabaksteuer

1 026

-7,9

6 193

+7,0

13 440

-0,4

Branntweinsteuer inkl. Alkopopsteuer

171

+46,6

1 056

+9,6

2 000

+0,5

Versicherungsteuer

543

-10,3

6 886

+5,0

10 920

+6,2

Stromsteuer

745

+26,7

3 744

+22,0

6 980

+13,1

Kraftfahrzeugsteuer  

707

-0,9

4 564

-0,4

8 400

-1,0

Luftverkehrsteuer

81

X

348

X

940

X

Kernbrennstoffsteuer

0

X

0

X

1 700

X

Solidaritätszuschlag

1 592

+14,2

6 522

+9,5

12 150

+3,7

übrige Bundessteuern

129

+18,0

767

+5,2

1 461

+0,8

Bundessteuern insgesamt

8 480

+6,0

44 540

+6,9

98 041

+4,9

Ländersteuern

Erbschaftsteuer

343

-2,6

2 299

+13,1

4 670

+6,0

Grunderwerbsteuer

518

+18,7

3 019

+23,9

5 905

+11,6

Rennwett- und Lotteriesteuer

108

-6,1

722

+2,1

1 415

+0,2

Biersteuer

72

+12,4

342

+0,2

690

-3,2

Sonstige Ländersteuern

22

+8,8

233

+11,1

350

+7,1

Ländersteuern insgesamt

1 062

+7,6

6 615

+15,5

13 030

+7,3

EU-Eigenmittel

Zölle

374

+23,5

2 211

+7,4

4 540

+3,7

Mehrwertsteuer-Eigenmittel

90

+47,3

916

-3,3

1 910

+4,0

BSP-Eigenmittel

969

+51,6

9 856

+7,2

20 170

+11,1

EU-Eigenmittel insgesamt

1 434

+42,9

12 983

+6,4

26 620

+9,2

Bund3

25 716

+9,6

118 019

+10,9

237 385

+5,1

Länder3

22 562

+9,0

110 962

+8,2

217 272

+3,4

EU

1 434

+42,9

12 983

+6,4

26 620

+9,2

Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer

3 482

+6,5

14 894

+7,3

29 107

+2,1

Steueraufkommen insgesamt (ohne Gemeindesteuern)

53 194

+9,8

256 857

+9,3

510 384

+4,4