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27.01.2012

Monatsbericht

Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

  • Die deutsche Wirtschaft ist 2011 das zweite Jahr in Folge kräftig gewachsen.

  • Nach vorübergehender Abschwächung im Winterhalbjahr dürfte die gesamtwirtschaftliche Aktivität im Jahresverlauf 2012 wieder an Schwung gewinnen.

  • Die Beschäftigtenzahl erreichte im Jahresdurchschnitt 2011 einen neuen Höchststand.

  • Der durchschnittliche Anstieg des Verbraucherpreisniveaus fiel 2011 deutlich höher aus als im Vorjahr.

Die deutsche Wirtschaft ist 2011 das zweite Jahr in Folge kräftig gewachsen. Dabei konnte im Jahresverlauf das Vorkrisenniveau des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wieder überschritten werden.

Das BIP stieg 2011 – vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes zufolge – preisbereinigt um 3,0 % gegenüber dem Vorjahr an. Dabei lieferte die Binnennachfrage rechnerisch den größten Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum (+ 2,1 Prozentpunkte). Die privaten Konsumausgaben stiegen preisbereinigt so deutlich wie zuletzt vor fünf Jahren (+ 1,5 %), und auch die Ausrüstungs- und Bauinvestitionen wurden gegenüber dem Vorjahr kräftig ausgeweitet. Von der Exportentwicklung gingen 2011 erneut positive Wachstumsimpulse aus. Die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen wurde preisbereinigt um mehr als 8 % gesteigert. Das Importvolumen nahm etwas weniger stark zu. Daraus ergab sich ein positiver Wachstumsbeitrag der Nettoexporte von 0,8 Prozentpunkten. Damit fiel der Beitrag der Nettoexporte zum Anstieg des Bruttoinlandsprodukts rein rechnerisch deutlich geringer aus als der der inländischen Verwendung.

Die außenwirtschaftlichen Impulse trugen maßgeblich zu der Ausweitung der Investitionen in Ausrüstungen bei. Die private Konsumtätigkeit wurde durch die deutliche Zunahme der verfügbaren Einkommen und der Beschäftigung begünstigt. So ging die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt auf das niedrigste Niveau nach 1991 zurück, und die Beschäftigtenzahl erreichte einen neuen Höchststand.

Der Beschäftigungsaufbau und die Lohnzuwächse spiegeln sich auch in einem deutlichen Anstieg der Einnahmen aus der Lohnsteuer im Jahresdurchschnitt 2011 wider. So überstiegen die Lohnsteuereinnahmen vor Abzug des Kindergeldes das Niveau des Jahres 2010 um 6,6 %.

In der Verlaufsbetrachtung war die BIP-Entwicklung im vergangenen Jahr zunächst durch ein kräftiges Wachstum im 1. Quartal geprägt. In den folgenden zwei Quartalen setzte sich der Aufschwung mit moderaterem Tempo fort. Die zuletzt beobachtete rückläufige Entwicklung einer Reihe von Konjunkturindikatoren deutet auf eine konjunkturelle Abschwächung im Winterhalbjahr 2011/2012 hin. Diese ist in erster Linie auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft sowie insbesondere eine gedämpfte wirtschaftliche Aktivität im Euroraum zurückzuführen. Eine gewisse Stabilisierung der Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand weist jedoch darauf hin, dass sich das gesamtwirtschaftliche Expansionstempo Deutschlands – unterstützt von einer allmählich wieder anziehenden Weltkonjunktur – im Verlauf dieses Jahres wieder erhöhen wird.

Hiervon geht auch die Bundesregierung in ihrer Jahresprojektion aus. Aufgrund eines voraussichtlich verhaltenen Einstiegs der deutschen Wirtschaft in das Jahr 2012 wird der Anstieg des BIP im Jahresdurchschnitt mit + 0,7 % jedoch spürbar niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr. In der Verlaufsbetrachtung ist die Verlangsamung wesentlich weniger stark. Dabei werden sich die Wachstumskräfte voraussichtlich weiter in Richtung der Inlandsnachfrage verlagern. Vor allem dem privaten Konsum wird – angesichts der anhaltenden Beschäftigungsexpansion und der damit einhergehenden Einkommensverbesserung – eine bedeutende Rolle als Wachstumsstütze zukommen. Die Investitionstätigkeit dürfte durch das anfangs noch ungünstige weltwirtschaftliche Umfeld belastet werden. Daher wird erwartet, dass das Volumen an Ausrüstungsinvestitionen im Jahresdurchschnitt 2012 – nach einem kräftigen Aufholprozess in den vergangenen zwei Jahren – nur moderat zunehmen dürfte (+ 2,0 %). Die Bauinvestitionen werden sich in diesem Jahr aufgrund nachlassender Impulse der öffentlichen Bauaktivität ebenfalls verhaltener erhöhen (real + 0,8 %, nach + 5,4 % im Jahr 2011). Stützend wirken dagegen der gewerbliche Bau sowie der Wohnungsbau. Im Zuge der Ausweitung der Binnennachfrage wird das Importvolumen im Durchschnitt dieses Jahres voraussichtlich um 3,0 % ansteigen. Dem steht ein schwächerer Exportzuwachs (+ 2,0 %) gegenüber. Daraus ergibt sich rechnerisch ein leicht negativer Beitrag der Nettoexporte zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum (- 0,3 Prozentpunkte).

Für die Ableitung des Konjunkturbildes, das der Jahresprojektion zugrunde liegt, spielten u. a. die zu Jahresbeginn vorliegenden Wirtschaftsdaten und die darauf basierenden Einschätzungen für das 4. Quartal 2011 eine wichtige Rolle. Die ersten Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Schlussquartal 2011 werden am 15. Februar 2012 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

Die deutsche Exporttätigkeit zeigt sich vor dem Hintergrund der Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Expansionstempos noch robust. So stiegen die nominalen Warenexporte – nach zuvor ungünstigem Einstieg in das Schlussquartal – im November 2011 gegenüber dem Vormonat um 2,5 % an. Damit konnte der deutliche Rückgang im Oktober jedoch nicht vollständig ausgeglichen werden. Im Vorjahresvergleich entwickelten sich die Ausfuhren weiterhin sehr günstig. So lag das kumulierte nominale Ausfuhrergebnis im Zeitraum von Januar bis November 2011 insgesamt deutlich über dem entsprechenden Vorjahresniveau (Ursprungswerte: + 12,1 %). Dabei war der Anstieg der Ausfuhren in den Nicht-Euroraum der Europäischen Union (+ 13,7 %) und in Drittländer (+ 13,5 %) höher als der der Ausfuhren in den Euroraum (+ 9,9 %).

Die nominalen Warenimporte waren hingegen im November 2011 gegenüber dem Vormonat rückläufig (saisonbereinigt - 0,9 %). Im Oktober hatten sie im Vormonatsvergleich lediglich stagniert. Damit zeigt sich im Zweimonatsvergleich ein leichter Abwärtstrend. In den Monaten Januar bis November des vergangenen Jahres wurden die Wareneinfuhren im Vorjahresvergleich dennoch deutlich ausgeweitet (Ursprungswerte: + 13,9 %). Dabei fiel die Steigerung der Importe aus dem Nicht-Euroraum der EU (+ 17,0 %) höher aus als die Ausweitung der Wareneinfuhren aus den anderen Regionen (Euroraum: + 13,8 %, Drittländer: + 12,4 %).

Insgesamt dürfte im Verlauf des Winterhalbjahrs 2011/12 nur mit einer moderaten Außenhandelsdynamik zu rechnen sein. Verantwortlich dafür ist eine Abschwächung der Weltkonjunktur. Diese spiegelt sich auch in dem jüngsten Rückgang des Leading Indicator der OECD sowie des Welthandelsindikators des niederländischen CPB-Instituts wider. Insbesondere die schwache Entwicklung im Euroraum, in den etwa 40 % der deutschen Exporte gehen, belastet die Ausfuhrtätigkeit deutscher Unternehmen spürbar. Aber auch die Nachfrage aus den Ländern außerhalb des Euroraums ging zuletzt deutlich zurück. Die durch die ifo-Umfrage angezeigte Verbesserung der Exportperspektiven für das Verarbeitende Gewerbe signalisiert jedoch zugleich, dass die Unternehmen die schwächere Auslandsnachfrage nur als vorübergehend zu beurteilen scheinen. Auch der jüngste Anstieg des globalen Einkaufsmanagerindex deutet in diese Richtung.

Die „harten“ Industrieindikatoren haben sich im November verschlechtert und deuten nunmehr auf eine rückläufige industrielle Aktivität im Schlussquartal 2011 hin. So sank die Industrieproduktion gegenüber Oktober um saisonbereinigt 1,0 %. Dabei wurde die Produktion über alle Gütergruppen hinweg eingeschränkt. Insgesamt zeigt die industrielle Erzeugung im Zweimonatsvergleich einen Abwärtstrend. In die gleiche Richtung weist auch die Entwicklung des Umsatzes in der Industrie. Dabei fiel das Minus der Auslandsumsätze stärker aus als das der Inlandsumsätze.

Die Produktionstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe dürfte durch die zuletzt insgesamt ungünstige Entwicklung des industriellen Auftragseingangs vorerst noch belastet sein. So war das Bestellvolumen im Verarbeitenden Gewerbe im November 2011 – nach einem deutlichen Plus im Vormonat – klar rückläufig. Dies war sowohl auf einen Rückgang der Inlands- als auch der Auslandsnachfrage zurückzuführen. Während das Bestellvolumen insgesamt im Zweimonatsvergleich nunmehr nahezu seitwärtsgerichtet ist, zeigt sich im Dreimonatsvergleich hingegen ein deutlicher Abwärtstrend. Zwar dürfte der Rückgang des Bestellvolumens im November 2011 unter anderem auch auf ein unterdurchschnittliches Volumen an Großaufträgen zurückzuführen sein. Insgesamt war jedoch – mit Ausnahme des inländischen Auftragseingangs in der Kraftfahrzeugindustrie – der Nachfragerückgang branchenübergreifend.

Die Stabilisierung der Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand deutet darauf hin, dass die industrielle Schwächephase nur temporär sein dürfte. So ist der Einkaufsmanagerindex zuletzt wieder angestiegen und die ifo-Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe verbesserten sich zum zweiten Mal in Folge.

Die Produktionsentwicklung im Bauhauptgewerbe erweist sich dagegen am aktuellen Rand als überaus dynamisch. So stieg die Bauproduktion im November 2011 gegenüber dem Vormonat kräftig an. Auch im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich ist die Bauproduktion somit klar aufwärtsgerichtet. Die Stimmungsaufhellung im Bauhauptgewerbe fiel laut ifo-Umfrage auch im Januar besonders deutlich aus. Dabei wurden die Aussichten merklich zuversichtlicher eingeschätzt als noch im Dezember.

Die Konjunkturindikatoren zeichnen hinsichtlich der Entwicklung des privaten Konsums im 4. Quartal 2011 ein überwiegend günstiges Bild. So stagnierten die realen Einzelhandelsumsätze ohne Berücksichtigung des Kfz-Bereichs im Oktober/November in saisonbereinigter Betrachtung nahezu, während die Einzelhandelsumsätze mit Kraftfahrzeugen einen deutlichen Aufwärtstrend zeigten. Der dritte Anstieg des GfK-Konsumklimas in Folge im Dezember deutet auf eine tendenziell positive Konsumentwicklung zum Jahresende hin. Dabei ist die Aufhellung der Verbraucherstimmung am aktuellen Rand ist insbesondere auf eine merkliche Verbesserung der Einkommenserwartungen – vor dem Hintergrund der robusten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt – sowie eine rückläufige Sparneigung zurückzuführen. Die Anschaffungsneigung ist zwar immer noch sehr hoch. Sie zeigt aber seit Mitte des vergangenen Jahres einen leichten Abwärtstrend. Auch die Stimmung der Einzelhändler hat sich laut Umfrage des ifo-Instituts zu Jahresbeginn verschlechtert. Dabei fielen sowohl die  Lageeinschätzungen als auch die Geschäftsperspektiven für die nächsten sechs Monate im Januar zurückhaltender aus als noch im Vormonat.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Jahr weiter deutlich verbessert. In der zweiten Jahreshälfte haben jedoch der Rückgang der Arbeitslosigkeit sowie der Anstieg der Beschäftigung an Tempo verloren. Im Jahresdurchschnitt 2011 waren mit 2,98 Millionen Personen 263 000 Personen weniger arbeitslos als im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,1 %.

Im Dezember waren 2,78 Millionen Personen als arbeitslos registriert. Das waren 231 000 Personen weniger als vor einem Jahr. Mit 6,6 % lag die entsprechende Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl ging im Dezember gegenüber dem Vormonat merklich zurück.

Die Erwerbstätigkeit (Inlandskonzept) erreichte im November nach Ursprungswerten ein Niveau von 41,61 Millionen Personen. Damit wurde das Vorjahresniveau um 521 000 Personen überschritten. Die saisonbereinigte Zahl der Erwerbstätigen nahm um 25 000 Personen gegenüber dem Vormonat zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg – nach Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit – im Oktober 2011 gegenüber dem Vormonat ebenfalls weiter deutlich an. Im Vorjahresvergleich (nach Ursprungswerten) gab es eine Zunahme um 719 000 Personen.

Im Jahresdurchschnitt 2011 waren mit 41,09 Millionen Personen gut eine halbe Million mehr Personen erwerbstätig als 2010. Dabei nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit einem Plus von 671 000 Personen wesentlich stärker zu als die Erwerbstätigkeit insgesamt. Die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse liegt nun um knapp eine Million über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2008. Gut die Hälfte des Zuwachses im vergangenen Jahr geht auf die Zunahme der Vollzeitbeschäftigung zurück. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe am stärksten an. Darüber hinaus nahm insbesondere die Beschäftigung im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen (ohne Arbeitnehmerüberlassungen), der Arbeitsüberlassungen und des Gesundheits- und Sozialwesens kräftig zu.

Insgesamt hat ein rückläufiges Angebot an Arbeitskräften die Verringerung der Arbeitslosigkeit begünstigt. Zudem war eine gewisse Verschiebung in der Beschäftigungsstruktur zu beobachten. Beispielsweise stieg die Beschäftigtenzahl im Dienstleistungssektor in der Krise deutlich an und liegt jetzt rund 900 000 Personen über dem Niveau von 2008, während die Zahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe im Durchschnitt der Jahre 2009 und 2010 zurückging und mit dem Beschäftigungsaufbau im vergangenen Jahr das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht werden konnte.

In diesem Jahr dürfte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt insgesamt weiter verbessern. Angesichts der vorübergehenden Verringerung der konjunkturellen Dynamik und einer zunehmenden Verknappung des Arbeitsangebots dürften die Zunahme der Erwerbstätigkeit und der Rückgang der Arbeitslosigkeit jedoch nicht mehr so kräftig ausfallen wie im Durchschnitt des vergangenen Jahres. Dies deutete sich bereits im 2. Halbjahr 2011 an. Auch die Stimmungsindikatoren signalisieren, dass der Beschäftigungsaufbau etwas an Schwung verlieren dürfte.

Die Jahresteuerungsrate auf der Verbraucherstufe lag in Deutschland im Dezember bei 2,1 %. Damit fiel die Vorjahresrate des Verbraucherpreisindex (VPI) den dritten Monat in Folge niedriger aus als im jeweiligen Vormonat. Wie in den Monaten zuvor trugen vor allem Preiserhöhungen bei Energieprodukten zum Anstieg des Preisniveaus bei. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise betrug die Jahresteuerungsrate im Dezember 1,3 %.

Im Jahresdurchschnitt 2011 fiel der Anstieg des VPI mit 2,3 % deutlich höher aus als 2010 (+ 1,1 %). Der Preisniveauanstieg im vergangenen Jahr war vor allem auf deutliche Preiserhöhungen bei Haushaltsenergie und Kraftstoffen zurückzuführen (+ 10,0 %). Dieser Effekt macht insgesamt etwa 1 Prozentpunkt des VPI-Anstiegs aus. Der Ernergiepreisanstieg ging insbesondere von den Rohölpreisen auf dem Weltmarkt aus. Gemessen an den Preisen für die Sorte Brent überstiegen sie im Durchschnitt des vergangenen Jahres das entsprechende Vorjahresniveau um rund 40 %, obgleich es seit April 2011 infolge der Abschwächung der Weltwirtschaft zu einer Rückbildung des Rohölpreises von rund 125 US-Dollar pro Barrel auf rund 109 US-Dollar pro Barrel (Dezember 2011) gekommen war.

Angesichts der etwas moderateren Rohölpreisentwicklung hat der importierte Preisdruck nachgelassen. So hat sich der jährliche Anstieg des Importpreisniveaus im vergangenen Jahr von seinem Höchststand von rund 12 % (Februar 2011) auf 6 % im November halbiert. Auch die Vorjahresrate der Erzeugerpreise verringerte sich deutlich von 6,4 % im April 2011 auf 4,0 % im Dezember. Allerdings ist der Preisniveauanstieg auf den vorgelagerten Stufen immer noch sehr hoch. Im Jahresdurchschnitt 2011 wiesen die Erzeugerpreise mit 5,7 % die höchste Veränderungsrate seit 1982 aus. Damit dürfte auf der Verbraucherstufe weiterhin mit allmählichen Preisüberwälzungen zu rechnen sein. Dies erwarten auch die Konsumenten laut der aktuellen GfK-Umfrage. Die Abnahme des Preisauftriebs auf den vorgelagerten Produktionsstufen signalisiert jedoch eine moderatere Preisentwicklung für dieses Jahr. Die Bundesregierung geht in ihrer Jahresprojektion davon aus, dass die durchschnittliche Jahresteuerungsrate in diesem Jahr mit 1,8 % wieder unterhalb der Zweiprozentmarke liegen wird.

Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten
Gesamtwirtschaft / Einkommen 2011 Veränderung in % gegenüber
Mrd. €
bzw. Index
ggü.  Vorj. in % Vorperiode saisonbereinigt Vorjahr  
2.Q.11 3.Q.11 4.Q.11 2.Q.11 3.Q.11 4.Q.11
Bruttoinlandsprodukt

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorjahrespreisbasis (verkettet)

109,7 +3,0 +0,3 +0,5 . +3,0 +2,5 .

jeweilige Preise

2 570 +3,8 +0,7 +0,8 . +3,9 +3,5 .
Einkommen

 

 

 

 

 

 

 

 

Volkseinkommen

1 964 +3,5 -0,1 +0,9 . +3,8 +3,8 .

Arbeitnehmerentgelte

1 320 +4,5 +1,1 +0,1 . +4,8 +4,0 .

Unternehmens- und Vermögenseinkommen

644 +1,5 -2,6 +2,6 . +1,5 +3,4 .

Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte

1 627 +3,3 +0,6 +0,7 . +3,4 +3,1 .

Bruttolöhne u. -gehälter

1.076 +4,8 +1,3 -0,1 . +5,2 +4,1 .

Sparen der privaten Haushalte

181 +0,3 +0,9 +0,6 . +0,4 +1,5 .
Außenhandel / Umsätze / Produktion / Auftragseingänge 2010 Veränderung in % gegenüber
Mrd. €
bzw. Index
ggü.Vorj.
 in %
Vorperiode saisonbereinigt Vorjahr1
Okt 11 Nov 11 Zweimonats-durchschnitt Okt 11 Nov 11 Zweimonats-durchschnitt
in jeweiligen Preisen

 

 

 

 

 

 

 

 

Umsätze im Bauhauptgewerbe (Mrd. €)  82 -0,3 +1,1 +2,5 +2,0 +2,8 +10,5 +6,7
Außenhandel (Mrd. €)

Waren-Exporte

952 +18,5 -2,9 +2,5 -1,3 +3,9 +8,3 +6,1

Waren-Importe

797 +19,9 +0,1 -0,4 -0,5 +8,9 +6,7 +7,8
in konstanten Preisen von 2005
Produktion im Produzierenden Gewerbe (Index 2005 = 100) 103,9 +10,2 +0,8 -0,6 -0,9 +4,2 +3,6 +3,9

Industrie 2

104,6 +11,6 +0,6 -1,0 -1,3 +5,1 +4,2 +4,7

Bauhauptgewerbe  

108,4 +0,2 +1,6 +4,5 +3,2 +4,5 +9,9 +7,1
Umsätze im Produzierenden Gewerbe

Industrie (Index 2005 = 100)2

102,7 +10,6 +0,6 -1,1 -1,3 +3,8 +2,2 +3,0

Inland 

99,0 +6,3 +0,7 -1,5 -0,8 +4,8 +3,1 +3,9

Ausland 

107,2 +15,7 +0,4 -0,5 -1,8 +2,8 +1,2 +2,0
Auftragseingang
(Index 2005 = 100)

Industrie 2

105,8 +21,2 +5,0 -4,8 +0,1 +5,2 -4,3 +0,3

Inland

102,7 +16,0 +1,3 -1,1 -0,8 +2,6 -0,1 +1,2

Ausland 

108,4 +25,9 +8,1 -7,8 +0,8 +7,5 -7,7 -0,5

Bauhauptgewerbe 

96,7 +1,1 -0,9 +9,8 +2,5 -3,7 +11,8 +3,8
Umsätze im Handel
(Index  2005=100)

Einzelhandel
(ohne Kfz und mit Tankstellen)

97,2 +1,3 +0,0 -1,0 -0,1 -0,4 +0,9 +0,2

Handel mit Kfz

89,0 -4,8 +3,1 -2,5 +1,7 -0,5 +1,4 +0,5
Arbeitsmarkt 2011 Veränderung in Tsd. gegenüber
Personen Mio. ggü. Vorj. in % Vorperiode saisonbereinigt Vorjahr  
Okt 11 Nov 11 Dez 11 Okt 11 Nov 11 Dez 11
Arbeitslose
(nationale Abgrenzung nach BA)
2,98 -8,1 +6 -23 -22 -204 -214 -231
Erwerbstätige, Inland 41,09 +1,3 +34 +25 . +537 +521 .
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte           28,38 +2,4 +56 . . +719 . .
Preisindizes
2005 = 100
20113 Veränderung in % gegenüber
Index ggü. Vorj. in % Vorperiode Vorjahr  
Okt 11 Nov 11 Dez 11 Okt 11 Nov 11 Dez 11
Importpreise 108,3 +7,8 -0,3 +0,4 . +6,8 +6,0 .
Erzeugerpreise gewerbl. Produkte 115,9 +5,7 +0,2 +0,1 -0,4 +5,3 +5,2 +4,0
Verbraucherpreise  110,7 +2,3 +0,0 +0,0 +0,7 +2,5 +2,4 +2,1
ifo-Geschäftsklima
gewerbliche Wirtschaft
saisonbereinigte Salden
Jun 11 Jul 11 Aug 11 Sep 11 Okt 11 Nov 11 Dez 11 Jan 12
Klima +20,7 +17,8 +9,6 +7,4 +5,5 +6,0 +7,0 +9,1
Geschäftslage +33,7 +30,3 +23,8 +23,7 +21,4 +21,4 +21,4 +20,6
Geschäftserwartungen +8,4 +6,1 -3,7 -7,7 -9,2 -8,4 -6,3 -1,9

BIP-Wachstum und ifo-Geschäftsklima
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen