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21.09.2012

Steuer­ein­nah­men von Bund und Län­dern im Au­gust 2012

Das Steueraufkommen im Monat August 2012 bestätigt die deutlich aufwärtsgerichtete Entwicklungstendenz im bisherigen Verlauf dieses Jahres. So sind die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im August im Vorjahresvergleich um 12,8 % gestiegen. Hierzu haben die gemeinschaftlichen Steuern mit + 14,7 %, die Ländersteuern mit + 23,0 % und die Bundessteuern mit + 4,6 % beigetragen. Die deutliche Zunahme der Steuereinnahmen wird – neben Sondereffekten – vor allem von konjunkturreagiblen Steuerarten, und zwar von der Lohnsteuer, der veranlagten Einkommensteuer und der Körperschaftsteuer getragen. Die Entwicklung der Steuereinnahmen steht damit im Einklang mit der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung, die sich allerdings den vorlaufenden Indikatoren zufolge in der zweiten Jahreshälfte abschwächen dürfte. Die deutlichen Aufkommenszuwächse bei den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag und den Steuern vom Umsatz im Monat August wurden dabei allerdings teils durch Sondereffekte überzeichnet. Im Zeitraum Januar bis August 2012 erhöhte sich das Steueraufkommen insgesamt im Vorjahresvergleich um 5,8 %.

Nach Bundesergänzungszuweisungen war der Aufkommenszuwachs des Bundes im August mit 10,5 % erneut etwas weniger stark als bei den Ländern (+13,5 %). Im kumulierten Zeitraum Januar bis August 2012 ergibt sich weiterhin ein gutes Plus: Bund 4,6 %, Länder 6,3 %.

Die Kasseneinnahmen bei der Lohnsteuer lagen im August 2012 um 11,1 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Anstieg des Bruttoaufkommens der Lohnsteuer (vor Abzug von Kindergeld und Altersvorsorgezulage) war im Berichtsmonat mit 8,2 % der bisher höchste monatliche Zuwachs im Verlauf des Jahres. Das Volumen der Kindergeldzahlungen sank um 0,5 %. Im Zeitraum Januar bis August 2012 ist im kassenmäßigen Lohnsteueraufkommen ein Plus von 6,5 % zu verzeichnen. Neben der anhaltend guten Beschäftigungssituation sind zunehmend tarifliche Lohnsteigerungen für die Aufkommenszuwächse verantwortlich. Das Aufkommen im Monat August ist wahrscheinlich auch durch Nachzahlungen von Lohn- und Besoldungsanpassungen der diesjährigen Tarifrunde begünstigt worden.

Das Kassenergebnis der veranlagten Einkommensteuer verbesserte sich von ‑ 0,7 Mrd.  im Vorjahresmonat auf nunmehr - 0,3 Mrd. € im August 2012. Das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer brutto stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 28,8 % von einer allerdings niedrigen Basis stark an. Im Rahmen der Veranlagungen kam es zu Anpassungen der Vorauszahlungen insbesondere für das Vorjahr 2011 (Vorauszahlungen insgesamt + 25 %). Damit korrespondiert ein Anstieg der Nachzahlungen für das Jahr 2010 in der gleichen Größenordnung. Allerdings sind auch die Erstattungen (ohne Arbeitnehmererstattungen) angestiegen. Die Erstattungen an veranlagte Arbeitnehmer nach § 46 EStG nahmen hingegen um 9,7 % ab. Im Zeitraum Januar bis August 2012 erreichte das Kassenaufkommen bisher ein deutliches Plus von 20,6 %.

Bei den Kasseneinnahmen der Körperschaftsteuer ergab sich im August 2012 ein Anstieg um 0,4 Mrd. € von - 0,1 Mrd. € im Vergleichsmonat des Vorjahres auf nunmehr + 0,3 Mrd. €. Mit 2009 und 2010 werden zunehmend Jahre mit guter Gewinnentwicklung veranlagt. Daraus resultiert eine Zunahme der nachträglichen Vorauszahlungen und der Nachzahlungen verbunden mit einem Rückgang der Erstattungen für die Vorjahre. Vom Bruttoaufkommen wurden circa 51 Mio. € an ausgezahlten Investitionszulagen abgezogen. Im Zeitraum Januar bis August 2012 konnte das Kassenergebnis deutlich von 6,4 Mrd. € auf nunmehr 11,0 Mrd. € erhöht werden.

Das Kassenaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag hat sich im August 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat von 0,4 Mrd. € auf jetzt 1,7 Mrd. € erhöht. Ein geringer Teil des Zuwachses ist noch auf die Umstellung des Abrechnungsverfahrens zum 1. Januar 2012 (Einführung des sogenannten Zahlstellenverfahrens) zurückzuführen. Der größte Teil wird durch eine besondere Dividendenausschüttung verursacht. Da diese Ausschüttung an andere körperschaftsteuerpflichtige Unternehmen erfolgte, ist im weiteren Jahresverlauf und zu Jahresbeginn 2013 infolge der Anrechnung von Kapitalertragsteuer mit einem entsprechend geringeren Körperschaftsteueraufkommen zu rechnen. Die Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern überschritten das Ergebnis des Vorjahresmonats um 77,0 %. Im Zeitraum Januar bis August 2012 stieg das Kassenaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag insgesamt um 9,5 % auf 16,4 Mrd. €.

Das Volumen der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonatsniveau um 9,5 %. Im Zeitraum Januar bis August 2012 wurde das Ergebnis des Vorjahres nur noch um 0,4 % unterschritten.

Die Steuern vom Umsatz lagen im Berichtsmonat August 2012 um 4,1 % über dem Niveau des Vorjahres. Dabei sanken die Einnahmen aus der Einfuhrumsatzsteuer gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,8 %. Die (Binnen-)Umsatzsteuer verzeichnet demgegenüber mit 5,8 % einen deutlichen Anstieg. Die Aufkommensentwicklung dieses Monats wird jedoch durch eine Umsatzsteuernachzahlung in Höhe von circa 0,5 Mrd. € für weit zurückliegende Jahre beeinflusst. Im gesamten Zeitraum Januar bis August 2012 ergaben sich bei den Steuern vom Umsatz im Vorjahresvergleich insgesamt Mehreinnahmen von 2,4 %. Angesichts eines stabilen binnenwirtschaftlichen Umfelds – insbesondere mit Impulsen vom privaten Konsum – bleibt die Grundtendenz der Aufkommensentwicklung zwar aufwärtsgerichtet; mit einer dynamischen Aufwärtsentwicklung ist jedoch auch im weiteren Jahresverlauf nicht zu rechnen, zumal die Wirtschaftsdaten eine konjunkturelle Verlangsamung in der zweiten Jahreshälfte 2012 anzeigen.

Bei den reinen Bundessteuern (+ 4,6 %) konnte im August 2012 das Vorjahresergebnis wieder übertroffen werden. Ausschlaggebend waren hier die Mehreinnahmen bei der Tabaksteuer (+ 7,9 %), der Energiesteuer (+ 3,5 %) und dem Solidaritätszuschlag (+ 25,0 %). Auch die Versicherungsteuer (+ 4,6 %) und die Kaffeesteuer (+ 2,1 %) verzeichneten zum Teil deutliche Zuwächse. Demgegenüber mussten die Stromsteuer (- 11,9 %), die Kraftfahrzeugsteuer (- 2,2 %) und die Luftverkehrsteuer (- 1,3 %) Aufkommenseinbußen hinnehmen. Bei der Luftverkehrsteuer liegt das kumulierte Ergebnis jedoch immer noch bei + 13,3 %. Die Kernbrennstoffsteuer weist einen Anstieg von 25,5 % aus; kumuliert für die Monate Januar bis August 2012 liegt das Aufkommen erwartungsgemäß bei 1,1 Mrd. €. Die Bundessteuern insgesamt stiegen im Berichtszeitraum Januar bis August 2012 mit 1,6 % allerdings weiter eher verhalten.

Die reinen Ländersteuern übertrafen im Berichtsmonat das Vorjahresniveau um 23,0 %. Hierzu trugen insbesondere die Mehreinnahmen bei der Erbschaftsteuer (+ 51,4 %) und der Grunderwerbsteuer (+ 17,9 %) bei. Ferner schlugen Aufkommenszuwächse bei der Feuerschutzsteuer (+ 2,6 %) und der Biersteuer (+ 2,5 %) positiv zu Buche, während die Einnahmen aus der Rennwett- und Lotteriesteuer um 17,7 % zurückgingen. Die Ländersteuern insgesamt stiegen im Berichtszeitraum Januar bis August 2012 im Vorjahresvergleich um 8,0 %.

Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

2012

August

Veränderung  ggü. Vorjahr

Januar bis August

Veränderung  ggü. Vorjahr 

Schätzungen  für 20124

Veränderung ggü. Vorjahr

in Mio €

in %

in Mio €

in %

in Mio €

in %

Gemeinschaftliche Steuern

 

 

 

 

 

 

Lohnsteuer²

11 938

+11,1

95 648

+6,5

147 450

+5,5

veranlagte Einkommensteuer

- 301

X

17 678

+20,6

34 700

+8,5

nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

1 652

+338,1

16 427

+9,5

17 650

 -2,7

Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge (einschl. ehem. Zinsabschlag)

 656

+9,5

6 239

 -0,4

8 020

+0,0

Körperschaftsteuer

 317

X

10 972

+71,9

18 300

+17,1

Steuern vom Umsatz

16 683

+4,1

128 019

+2,4

196 350

+3,3

Gewerbesteuerumlage

 178

 -0,4

2 037

+0,4

3 811

+3,8

erhöhte Gewerbesteuerumlage

 60

 -15,7

1 740

 -1,2

3 239

+0,6

gemeinschaftliche Steuern insgesamt

31 183

+14,7

278 760

+6,8

429 520

+4,6

Bundessteuern

 

 

 

 

 

 

Energiesteuer

3 293

+3,5

20 696

 -2,4

39 950

 -0,2

Tabaksteuer

1 290

+7,9

8 368

 -0,7

14 200

 -1,5

Branntweinsteuer inkl. Alkopopsteuer

 161

 -7,7

1 405

+0,9

2 120

 -1,4

Versicherungsteuer

1 138

+4,6

8 894

+4,3

11 000

+2,3

Stromsteuer

 512

 -11,9

4 673

 -5,3

6 920

 -4,5

Kraftfahrzeugsteuer 

 671

 -2,2

6 002

+1,5

8 400

 -0,3

Luftverkehrsteuer

 94

 -1,3

 601

+13,3

 960

+6,1

Kernbrennstoffsteuer

 124

+25,5

1 122

+104,0

1 470

+59,4

Solidaritätszuschlag

 856

+25,0

8 696

+8,5

13 300

+4,1

übrige Bundessteuern

 118

+6,3

1 009

+1,2

1 507

+0,3

Bundessteuern insgesamt

8 256

+4,6

61 465

+1,6

99 827

+0,7

Ländersteuern

 

 

 

 

 

 

Erbschaftsteuer

 539

+51,4

2 938

 -2,3

4 280

+0,8

Grunderwerbsteuer

 667

+17,9

4 856

+19,7

7 330

+15,2

Rennwett- und Lotteriesteuer

 115

 -17,7

 938

 -3,8

1 419

 -0,1

Biersteuer

 64

+2,5

 464

 -1,3

 700

 -0,3

Sonstige Ländersteuern

 19

+10,8

 282

+4,7

 378

+4,6

Ländersteuern insgesamt

1 403

+23,0

9 477

+8,0

14 107

+7,7

EU-Eigenmittel

 

 

 

 

 

 

Zölle

 415

+24,7

2 909

 -0,3

4 750

+3,9

Mehrwertsteuer-Eigenmittel

 161

+7,3

1 432

+19,3

2 030

+7,4

BSP-Eigenmittel

1 394

+39,3

13 989

+13,6

22 760

+26,4

EU-Eigenmittel insgesamt

1 970

+32,8

18 330

+11,6

29 540

+20,8

Bund3

19 636

+10,5

160 809

+4,6

252 254

+1,7

Länder3

17 494

+13,5

153 170

+6,3

234 206

+4,4

EU

1 970

+32,8

18 330

+11,6

29 540

+20,8

Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer

2 157

+13,7

20 303

+7,3

32 204

+5,5

Steueraufkommen insgesamt (ohne Gemeindesteuern)

41 257

+12,8

352 611

+5,8

548 204

+4,0