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22.11.2012

Monatsbericht

Steuer­ein­nah­men von Bund und Län­dern im Ok­to­ber 2012

Die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) sind im Oktober 2012 im Vorjahresvergleich um 2,5 % gestiegen. Den größten Zuwachs haben die Ländersteuern mit 27,3 % zu verzeichnen, wenngleich der Beitrag zum Wachstum des gesamten Steueraufkommens allerdings weniger als 0,3 Mrd. € betrug. Die Bundessteuern übertrafen das Vorjahresergebnis um 3,2 % (0,3 Mrd. ). Bei den gemeinschaftlichen Steuern kam es zu einem Anstieg um 1,6 % beziehungsweise 0,4 Mrd. €. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2012 erhöhte sich das Steueraufkommen insgesamt im Vorjahresvergleich um 5,4 %.

Nach Bundesergänzungszuweisungen war der Anstieg der Einnahmen des Bundes im Oktober mit 2,6 % niedriger als der der Länder (+ 4,2 %). Kumuliert ergibt sich im Zeitraum Januar bis Oktober weiterhin ein Plus beim Bund von 4,3 % und bei den Ländern von 5,9 %.

Die Kasseneinnahmen bei der Lohnsteuer lagen im Oktober 2012 um 6,7 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Anstieg des Bruttoaufkommens der Lohnsteuer (vor Abzug von Kindergeld) war im Berichtsmonat mit 5,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur geringfügig niedriger als im vergangenen Monat. Der Oktober war weiterhin geprägt von der anhaltend guten Beschäftigungslage. Das Volumen der Kindergeldzahlungen verharrte in etwa auf dem Vorjahresniveau (+ 0,1 %). Im Zeitraum Januar bis Oktober 2012 ist im kassenmäßigen Lohnsteueraufkommen ein Plus von 6,6 % zu verzeichnen.

Die Kasseneinnahmen der veranlagten Einkommensteuer verbesserten sich zwar um 0,3 Mrd. €, blieben jedoch mit 0,2 Mrd. € per Saldo immer noch im Minus. Das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer brutto stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,4 Mrd. € (+ 59,9 %). Das Monatsergebnis war von der Veranlagungstätigkeit geprägt. So wurde der Zuwachs im Bruttoaufkommen hauptsächlich aus erhöhten Nachzahlungen gespeist. Die Erstattungen an veranlagte Arbeitnehmer nach § 46 EStG nahmen um 9,1 % zu. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2012 erreichte das Kassenaufkommen bisher ein deutliches Plus von 19,4 %.

Die Körperschaftsteuer verzeichnet bei den Kasseneinnahmen im Oktober einen Rückgang um 0,6 Mrd. € gegenüber dem Vorjahresmonat auf nunmehr - 1,2 Mrd. €. Im Monat Oktober wird circa ein Drittel der jährlichen Rückzahlungsrate von Körperschaftsteuerguthaben zu Lasten des Körperschaftsteueraufkommens abgewickelt. Der Anstieg des Auszahlungsbetrages gegenüber dem Vorjahresmonat trug neben einem Rückgang der Körperschaftsteuernachzahlungen für weiter zurückliegende Jahre (insbesondere aus Betriebsprüfungsfällen) zur negativen Entwicklung des Körperschaftsteueraufkommens bei. Trotz des Rückgangs im aktuellen Monat ist das Kassenergebnis im gesamten Zeitraum Januar bis Oktober 2012 immer noch deutlich von 9,1 Mrd. € auf 11,8 Mrd. € gestiegen.

Das Kassenaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag hat sich im Oktober 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat von 0,4 Mrd. € auf jetzt 0,8 Mrd. € mehr als verdoppelt. Auch das Brutto-Aufkommen stieg um 90,2 %. Die Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern überschritten das Ergebnis des Vorjahresmonats um 31,0 %. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2012 stieg das Kassenaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag insgesamt um 13,3 % auf 18,2 Mrd. €.

Das Volumen der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonatsniveau um 8,8 %. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2012 wurde das Ergebnis des Vorjahres aufgrund der schlechteren Vormonate jedoch insgesamt lediglich um 2,5 % übertroffen.

Die Steuern vom Umsatz weisen im Berichtsmonat Oktober 2012 mit - 3,7 % gegenüber dem Vorjahr einen unerwartet starken Rückgang auf. Dabei sank das Aufkommen aus der Einfuhrumsatzsteuer gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,2 %. Die (Binnen-)Umsatzsteuer verzeichnet einen Rückgang um 2,3 %. Im gesamten Zeitraum Januar bis Oktober 2012 ergaben sich bei den Steuern vom Umsatz insgesamt Mehreinnahmen von 2,2 %.

Bei den reinen Bundessteuern (+ 3,2 %) konnte im Oktober 2012 das Vorjahresergebnis insgesamt deutlich übertroffen werden. Ausschlaggebend waren hier die Zuwächse bei der Tabaksteuer (+ 2,0 %), der Kraftfahrzeugsteuer (+ 11,5 %), dem Solidaritätszuschlag (+ 7,1 %) sowie bei der Luftverkehrsteuer (+ 20,6 %). Auch die Versicherungsteuer (+ 0,9 %) trug zum positiven Gesamtergebnis bei. Bei der Energiesteuer kam es zu Aufkommenseinbußen von 1,3 %, da der größte Einzelposten – die Besteuerung von Kraftstoffen – lediglich um 0,3 % über dem Vorjahresniveau lag und die Energiesteuer auf Heizöl um 48,6 % zurückging. Die Energiesteuer auf Erdgas vermeldete Mehreinnahmen von 6,1 %. Bei der Kernbrennstoffsteuer war im Berichtsmonat kein Steueraufkommen zu verzeichnen; kumuliert liegen die Einnahmen hier weiterhin bei 1,4 Mrd. €. Für die Monate Januar bis Oktober 2012 ergibt sich bei den Bundessteuern insgesamt ein Aufkommenszuwachs von 1,5 %.

Die reinen Ländersteuern übertrafen im Berichtsmonat das Vorjahresniveau um 27,3 %. Hierzu trugen insbesondere die Mehreinnahmen bei der Erbschaftsteuer (+ 44,1 %) und der Grunderwerbsteuer (+ 23,5 %) bei. Ferner schlugen die Aufkommenszuwächse bei der Rennwett- und Lotteriesteuer (+ 27,4 %) positiv zu Buche, während die Feuerschutzsteuer (- 5,2 %) und die Biersteuer (- 9,5 %) Mindereinnahmen verzeichneten. Die Ländersteuern insgesamt stiegen im Berichtszeitraum Januar bis Oktober 2012 im Vorjahresvergleich um 9,5 %.

Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr1

2012

Oktober

Veränderung  ggü. Vorjahr

Januar bis Oktober

Veränderung  ggü. Vorjahr 

Schätzungen für 20124

Veränderung ggü. Vorjahr

in Mio €

in %

in Mio €

in %

in Mio €

in %

Gemeinschaftliche Steuern

      

Lohnsteuer2

11 338+6,7118 173+6,6148 850+6,5

veranlagte Einkommensteuer

- 192X27 151+19,436 800+15,0

nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

 756+110,918 192+13,319 820+9,3

Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge (einschl. ehem. Zinsabschlag)

 491+8,87 121+2,58 176+1,9

Körperschaftsteuer

-1 162X11 836+29,818 430+17,9

Steuern vom Umsatz

15 424 -3,7160 138+2,2195 500+2,9

Gewerbesteuerumlage

 748+9,32 786+2,63 821+4,1

erhöhte Gewerbesteuerumlage

 745+10,12 485+1,93 248+0,9

gemeinschaftliche Steuern insgesamt

28 149+1,6347 882+6,2434 645+5,9

Bundessteuern

      

Energiesteuer

3 539 -1,327 667 -1,639 900 -0,3

Tabaksteuer

1 432+2,010 897 -1,114 330 -0,6

Branntweinsteuer inklusive Alkopopsteuer

 162 -8,91 735 -2,22 120 -1,4

Versicherungsteuer

 522+0,99 875+3,411 100+3,2

Stromsteuer

 591 -3,55 837 -4,66 920 -4,5

Kraftfahrzeugsteuer 

 675+11,57 265+1,38 460+0,4

Luftverkehrsteuer

 108+20,6 780+9,4 960+6,1

Kernbrennstoffsteuer

 0X1 425+102,31 550+68,0

Solidaritätszuschlag

 716+7,110 851+7,813 550+6,0

übrige Bundessteuern

 113 -6,11 243+0,61 523+1,4

Bundessteuern insgesamt

7 859+3,277 575+1,5100 413+1,3

Ländersteuern

      

Erbschaftsteuer

 405+44,13 644+0,74 235 -0,3

Grunderwerbsteuer

 663+23,56 135+19,57 460+17,2

Rennwett- und Lotteriesteuer

 147+27,41 195+0,21 424+0,2

Biersteuer

 54 -9,5 588 -1,2 699 -0,4

Sonstige Ländersteuern

 16 -6,7 324+4,3 382+5,7

Ländersteuern insgesamt

1 284+27,311 886+9,514 200+8,4

EU-Eigenmittel

      

Zölle

 373 -12,13 712 -2,44 550 -0,5

Mehrwertsteuer-Eigenmittel

 129 -14,61 722+14,72 070+9,5

BSP-Eigenmittel

1 277 -17,016 863+9,621 490+19,4

EU-Eigenmittel insgesamt

1 779 -15,822 297+7,728 110+14,9

Bund3

17 361+2,6201 852+4,3256 189+3,3

Länder3

16 486+4,2191 057+5,9236 778+5,6

EU

1 779 -15,822 297+7,728 110+14,9

Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer

2 039+7,625 849+7,732 731+7,3

Steueraufkommen insgesamt (ohne Gemeindesteuern)

37 665+2,5441 056+5,4553 808+5,0
1 Methodik: Kassenmäßige Verbuchung der Einzelsteuer insgesamt und Aufteilung auf die Ebenen entsprechend den gesetzlich festgelegten Anteilen. Aus kassentechnischen Gründen  können die tatsächlich von den einzelnen Gebietskörperschaften im laufenden Monat vereinnahmten Steuerbeträge von den Sollgrößen abweichen.
2 Nach Abzug der Kindergelderstattung durch das Bundeszentralamt für Steuern.
3 Nach Ergänzungszuweisungen; Abweichung zu Tabelle "Einnahmen des Bundes" ist methodisch bedingt (vergleiche Fußnote 1).
4 Ergebnis AK "Steuerschätzungen" vom November 2012.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen.

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