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23.04.2015

Monatsbericht

Steuer­ein­nah­men im März 2015

Die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) sind im März 2015 im Vorjahresvergleich um insgesamt 4,7 % gestiegen. Die für das Gesamtsteueraufkommen maßgeblichen gemeinschaftlichen Steuern verzeichneten ebenfalls einen Zuwachs von 4,7 %.

Hierzu trug maßgeblich die konjunkturell bedingt positive Entwicklung der Lohn- und veranlagten Einkommensteuer bei. Die Steuern vom Umsatz lagen in etwa auf Vorjahresniveau. Größere aufkommensrelevante Rückgänge ergaben sich zum Teil aufgrund von Einmaleffekten bei den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag und bei der Körperschaftsteuer.

Die Bundessteuern wiesen insgesamt mit + 2,6 % ein moderates Wachstum auf, wobei die bei einigen Bundessteuern auffälligen Änderungsraten auf Sondereffekte beziehungsweise Verschiebungen des Steueraufkommens gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen sind (Kraftfahrzeugsteuer, Stromsteuer, Tabaksteuer, Versicherungsteuer). Der Anstieg der Einnahmen aus den Ländersteuern von 12,1 % basierte vor allem auf der guten Entwicklung der Grunderwerbsteuer sowie der Erbschaftsteuer.

EU-Eigenmittel

Die Zölle – als reine EU-Einnahmen – lagen um 19,5 % über dem Vorjahreswert. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer (MwSt.) und BNE-Eigenmittel stiegen die EU-Eigenmittel um insgesamt 8,4 % gegenüber März 2014.

Gesamtüberblick kumuliert bis März 2015

Im ersten Quartal 2015 ist das Steueraufkommen insgesamt um 4,9 % gestiegen. Die gemeinschaftlichen Steuern nahmen um 4,1 % zu, die Bundessteuern um 6,6 % und die Ländersteuern um 16,2 %.

Verteilung auf Bund, Länder, Gemeinden

Die Steuereinnahmen des Bundes lagen im März 2015 um 4,0 % über dem Vorjahresniveau. Hierbei schlug vor allem die positive Entwicklung der gemeinschaftlichen Steuern zu Buche, während die nur moderate Zunahme der reinen Bundessteuern den Aufkommensanstieg dämpfte.

Die Steuereinnahmen der Länder stiegen trotz geringerer Bundesergänzungszuweisungen im Monat März 2015 mit + 4,4 % gegenüber dem Vorjahrsmonat etwas stärker als die Steuereinnahmen des Bundes. Der Gemeindeanteil an den gemeinschaftlichen Steuern stieg um 8,6 %.

Gemeinschaftliche Steuern

Die Lohnsteuereinnahmen setzten den Aufwärtstrend der vergangenen Monate fort, was auf die anhaltend gute Beschäftigungslage und Lohnsteigerungen zurückzuführen ist. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im Berichtsmonat März 2015 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 %. Hiervon ist das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld abzuziehen, das im Vergleich zum Vorjahr mit 0,7 % nur geringfügig zunahm. Im Ergebnis stieg daher das Kassenaufkommen der Lohnsteuer im März 2015 um 6,8 %. Im 1. Quartal 2015 lagen die kassenmäßigen Lohnsteuereinnahmen um 6,5 % über dem Vorjahreszeitraum.

Körperschaftsteuer

Das Aufkommen der Körperschaftsteuer wird stark von der Veranlagungstätigkeit bestimmt. Im März 2015 lag das kassenmäßige Aufkommen um 7,8 % über dem vergleichbaren Vorjahresmonat. Insbesondere die Vorauszahlungen entwickelten sich dynamisch, während die Nachzahlungen leicht zurückgingen. Kumuliert verringerte sich das Körperschaftsteueraufkommen im 1. Quartal 2015 um 3,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Veranlagte Einkommensteuer

Das Bruttoaufkommen der veranlagten Einkommensteuer ist im März 2015 im direkten Vergleich zum Vorjahr um 6,5 % gestiegen. Die vom Bruttoaufkommen abzuziehenden Erstattungen an veranlagte Arbeitnehmer nach § 46 Einkommensteuergesetz (EStG) verringerten sich um 8,4 %. Der Anstieg im Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer speiste sich hauptsächlich aus gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Vorauszahlungen. In kumulierter Betrachtung ist das Kassenaufkommen der veranlagten Einkommensteuer im 1. Quartal 2015 um 11,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum angestiegen.

Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

Das Bruttoaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag fiel im März 2015 im direkten Vergleich zum Vorjahr um 7,9 %, wobei das Ergebnis durch einen Sondereffekt unterzeichnet wird. Die Erstattungen des Bundeszentralamtes für Steuern stiegen um 32,5 %. Somit ergab sich ein Rückgang des Nettoaufkommens von 16,9 %. Kumuliert verringerte sich das Ergebnis im 1. Quartal 2015 um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

Die Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge zeigten im März 2015 einen Zuwachs von 7,9 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt konnten Mindereinnahmen aus dem Januar 2015 weiter in größerem Umfang aufgeholt werden. Kumuliert verringerte sich das Steueraufkommen im 1. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,9 %. Dieser absolute Aufkommensrückgang dürfte u. a. auf das niedrige durchschnittliche Zinsniveau zurückzuführen sein.

Steuern vom Umsatz

Die Einnahmen der Steuern vom Umsatz verringerten sich im März 2015 leicht um 0,8 %. Im Vergleich zum März 2014 verringerte sich die Binnen-Umsatzsteuer um 1,3 %, wohin gegen die Einfuhrumsatzsteuer um 0,8 % zulegen konnte. Generell sind die Einnahmen der Steuern vom Umsatz recht volatil, sodass das Märzergebnis nicht über interpretiert werden darf. Zudem gibt es deutliche Unterschiede in den Ländern bei der Entwicklung des Umsatzsteueraufkommens. Somit könnten auch Sondereffekte das Ergebnis mit beeinflusst haben. Kumuliert liegt das Aufkommen im ersten Quartal um 2,6 % über dem Vorjahresniveau.

Bundessteuern

Das Aufkommen der Bundessteuern stieg im März 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 %. Die Einnahmen aus der Energiesteuer unterlagen im 1. Quartal 2015 starken Schwankungen und verzeichneten im aktuellen Berichtsmonat März 2015 einen leichten Rückgang von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. In kumulierter Betrachtung ergibt sich ein Anstieg von 0,6 %. Aufgrund der Übernahme der Verwaltung durch den Zoll kam es im 1. Halbjahr 2014 zu temporären Einnahmeausfällen bei der Kraftfahrzeugsteuer. Die dadurch geschwächte Vorjahresbasis führt zu einer Überzeichnung der Zuwachsrate im März 2015 von 55,1 % gegenüber März 2014. Bei der Tabaksteuer wurde ein Teil des Steueraufkommens für Februar 2015 auf das März-Ergebnis gebucht, was zu einem überzeichneten Aufwuchs von 20,0 % im aktuellen Berichtsmonat führte. Zulegen konnte u. a. auch die Branntweinsteuer mit + 2,8 %. Zudem konnte der Solidaritätszuschlag mit einem Plus von 8,2 % als Zuschlagsteuer vom guten Ergebnis der Lohn- und veranlagten Einkommensteuer profitieren. Bei der Stromsteuer ist aufgrund der im März 2014 geleisteten Rückzahlungen im Rahmen des sogenannten Spitzenausgleichs ein niedriger Vorjahreswert als Basiseffekt zu berücksichtigen, wodurch sich im März 2015 ein Zuwachs von 12,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt. Bei der Versicherungsteuer beeinflussen Zahlungsverschiebungen das Ergebnis im 1. Quartal 2015. Kumuliert ergibt sich bei der Versicherungsteuer bis März 2015 ein Zuwachs von 3,2 %. Insgesamt stiegen die Bundessteuern im 1. Quartal 2015 um 6,6 %.

Ländersteuern

Die Ländersteuern verzeichneten im Berichtsmonat März 2015 einen Zuwachs von 12,1 %. Dieses Ergebnis ist allerdings durch Zahlungsverschiebungen bei der Feuerschutzsteuer nach oben überzeichnet. Des Weiteren weisen sowohl die Grunderwerbsteuer als auch die Erbschaftsteuer mit 12,8 % im Vorjahresvergleich hohe Zuwachsraten aus. Bei der Grunderwerbsteuer wirkten sich sowohl Steuersatzerhöhungen in einigen Ländern als auch durch Konjunktur und Zinsniveau bedingte Umsatzsteigerungen am Immobilienmarkt aus.

Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr1

2015

März

Veränderung
ggü. Vorjahr

Januar bis März

Veränderung
ggü. Vorjahr 

Schätzungen
für 20154

Veränderung
ggü. Vorjahr

in Mio €

in %

in Mio €

in %

in Mio €

in %

Gemeinschaftliche Steuern

      

Lohnsteuer2

12 987+6,841 557+6,5177 600+5,7

veranlagte Einkommensteuer

12 148+10,213 134+11,245 350 -0,6

nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

 867 -16,92 986 -1,615 675 -10,0

Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge (einschließlich ehemaligen Zinsabschlags)

 645+7,93 110 -9,97 889+1,0

Körperschaftsteuer

5 858+7,85 438 -3,120 200+0,8

Steuern vom Umsatz

14 684 -0,851 852+2,6209 950+3,4

Gewerbesteuerumlage

 10+81,1 98 -0,23 988+3,1

erhöhte Gewerbesteuerumlage

 1+29,3 45+26,53 373+3,1

Gemeinschaftliche Steuern insgesamt

47 200+4,7118 220+4,1484 025+3,2

Bundessteuern

      

Energiesteuer

3 019 -1,44 704+0,639 800+0,1

Tabaksteuer

1 155+20,02 223 -10,314 060 -3,8

Branntweinsteuer inklusive Alkopopsteuer

 139+2,8 570+2,52 030 -1,4

Versicherungsteuer

 720 -37,85 825+3,212 515+3,9

Stromsteuer

 642+12,51 807+16,56 900+3,9

Kraftfahrzeugsteuer 

 831+55,12 454+31,98 440 -0,7

Luftverkehrsteuer

 65 -1,2 159 -3,1 990+0,0

Kernbrennstoffsteuer

 0X 352X1 200+69,5

Solidaritätszuschlag

1 803+8,23 783+5,715 400+2,3

übrige Bundessteuern

 96 -4,2 393+0,41 458+0,9

Bundessteuern insgesamt

8 470+2,622 268+6,6102 793+1,0

Ländersteuern

      

Erbschaftsteuer

 575+12,81 668+26,95 011 -8,1

Grunderwerbsteuer

 953+12,82 760+15,79 420+0,9

Rennwett- und Lotteriesteuer

 141 -5,0 426 -7,51 682+0,5

Biersteuer

 46+3,4 147 -3,7 676 -1,2

sonstige Ländersteuern

 159+27,7 206+22,3 407+0,2

Ländersteuern insgesamt

1 875+12,15 207+16,217 196 -2,0

EU-Eigenmittel

      

Zölle

 426+19,51 228+16,64 600+1,1

Mehrwertsteuer-Eigenmittel

 351+4,11 817+7,94 310+7,4

BNE-Eigenmittel

1 874+7,08 687 -0,823 360+4,2

EU-Eigenmittel insgesamt

2 651+8,411 731+2,132 270+4,1

Bund3

26 242+4,061 783+5,9278 041+2,7

Länder3

24 900+4,463 669+4,1259 724+2,1

EU

2 651+8,411 731+2,132 270+4,1

Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer

4 177+8,69 741+7,638 580+4,2

Steueraufkommen insgesamt (ohne Gemeindesteuern)

57 970+4,7146 924+4,9608 614+2,6
1 Methodik: Kassenmäßige Verbuchung der Einzelsteuer insgesamt und Aufteilung auf die Ebenen entsprechend den gesetzlich festgelegten Anteilen. Aus kassentechnischen Gründen  können die tatsächlich von den einzelnen Gebietskörperschaften im laufenden Monat vereinnahmten Steuerbeträge von den Sollgrößen abweichen.
2 Nach Abzug der Kindergelderstattung durch das Bundeszentralamt für Steuern.
3 Nach Ergänzungszuweisungen; Abweichung zu Tabelle "Einnahmen des Bundes" ist methodisch bedingt (vergleiche Fußnote 1).
4 Ergebnis AK "Steuerschätzungen" vom November 2014.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen.

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