Der Bundesminister der Finanzen Olaf Scholz stellt im Beisein der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu Dreyer die Briefmarke zum 100. Geburtstag von Fritz Walter am kommenden Donnerstag in Mainz vor. Die Präsentation findet am 1. Oktober 2020 um 14.30 Uhr im Festsaal der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Peter-Altmeier-Allee 1, 55116 Mainz statt.

„Friedrich „Fritz“ Walter wird am 31. Oktober 1920 in Kaiserslautern als ältestes von fünf Kindern geboren. Vater Ludwig ist Gastwirt der Vereinsgaststätte des 1. FC Kaiserslautern (FCK). Mutter Dorothea ist waschechte Berlinerin. Seine Geschwister sind Ludwig, Ottmar, Sonja und Gisela. Ottmar Walter steht bei allen großen Erfolgen an der Seite Fritz Walters. Die Mannschaft des FCK dieser Zeit wird daher auch oft „Walter-Elf“ genannt.

1928 spielt Fritz Walter erstmals für den FCK in einer Schülermannschaft. Nach der Schule macht er eine Lehre zum Bankkaufmann. In seinem ersten Länderspiel am 14. Juli 1940 gegen Rumänien erzielt er gleich drei Tore. Die noch kurze Fußballerkarriere wird dann jedoch abrupt unterbrochen. 1940 bis 1945 ist Fritz Walter bei der Wehrmacht und anschließend in Kriegsgefangenschaft. 1948 heiratet er Italia Bortoluzzi. 1951 und 1953 wird Fritz Walter mit dem FCK Deutscher Fußball-Meister. Am 4. Juli 1954 wird Fritz Walter als Kapitän der Nationalmannschaft Weltmeister. Diesem großen sportlichen Erfolg ist eine besondere gesellschaftliche Bedeutung für die noch junge Bundesrepublik Deutschland zuzuschreiben. 1958 bestreitet Fritz Walter das letzte seiner 61 Länderspiele. 33 Tore hat er dabei erzielt; 30-mal war er Kapitän. 1959 beendet er nach 384 Spielen und 327 Toren seine sportliche Laufbahn beim FCK, den er als Spieler nie verlässt.

In den folgenden Jahren ist Fritz Walter ein erfolgreicher Geschäftsmann mit einer Wäscherei und einem Kino. Er arbeitet zudem als Repräsentant, als Fußball-Kommentator und als Bestsellerautor. Ihm werden zahlreiche Auszeichnungen zu Teil (u.a. großes Verdienstkreuz und Bundesverdienstkreuz mit Stern, einziger Ehrenbürger des Landes Rheinland-Pfalz, Verdienstorden des Fußballweltverbandes FIFA). Viele Namensgebungen wie z.B. Fritz-Walter-Wetter, Fritz-Walter-Stadion und Fritz-Walter-Schule heben darüber hinaus seinen Vorbildcharakter hervor. 1999 gründen das Land Rheinland-Pfalz, der Deutsche Fußball-Bund und der FCK die Fritz-Walter-Stiftung. Sie hat ihren Tätigkeitsschwerpunkt in der Jugendförderung und richtet große Schulfußball-Turniere aus.

Fritz Walter stirbt am 17. Juni 2002 im Alter von 81 Jahren in Alsenborn.“

(Text: Michael Desch, Fritz-Walter-Stiftung, Mainz)

Die Sonderbriefmarke sowie die Ersttagsstempel wurden von Professor Heribert Birnbach aus Bonn gestaltet; die Marke hat einen Wert von 95 Cent und ist ab dem 1. Oktober 2020 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.

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