Friedrich Ebert, das erste demokratisch legitimierte Staatsoberhaupt in der deutschen Geschichte, wird am 4. Februar 1871 in Heidelberg als siebtes Kind des Schneidermeisters Karl Ebert und seiner Ehefrau Katharina geboren. 1885, nach Abschluss der Volksschule, beginnt Friedrich Ebert eine Sattlerlehre. Durch seinen Patenonkel früh mit sozialdemokratischen Ideen vertraut gemacht, wächst er während seiner Wanderschaft als Sattlergeselle in sozialdemokratische und gewerkschaftliche Arbeitsformen hinein.

Seine Wanderschaft führt ihn 1891 schließlich nach Bremen, wo er 1894 Louise Rump heiratet. Durch seine Arbeit in Bremen wird Friedrich Ebert überregional bekannt. 1905 wird er Mitglied des zentralen Parteivorstandes der SPD, 1912 wird er in den Reichstag gewählt, 1913 übernimmt er nach dem Tod Bebels gemeinsam mit Hugo Haase den Parteivorsitz der SPD. Bereits während des I. Weltkriegs, im 1917 gegründeten Interfraktionellen Ausschuss des Reichstags, und dann als führender Kopf der Revolutionsregierung von November 1918 bis Februar 1919, ist Friedrich Ebert einer der wichtigsten Weichensteller auf dem Weg zur Weimarer Republik, zu deren Präsident er am 11. Februar 1919 von der Nationalversammlung gewählt wird. Kompromisse zu schließen, um alle gesellschaftlichen Kräfte einzubinden das war für Ebert nicht Makel, sondern Wesensmerkmal einer parlamentarischen, sozial gerechten Demokratie. Friedrich Ebert, einer der Großen der deutschen Demokratiegeschichte, fasst prägnant in Worte, was auch heute noch gilt: Demokratie braucht Demokraten, die sich für sie engagieren.  

(Text: Dr. Hanspeter Blatt, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Berlin)

Die Gestaltung der Sonderbriefmarke und der Ersttagsstempel stammt von Matthias Wittig aus Berlin; Foto: © akg-images. Die Briefmarke hat einen Wert von 95 Cent und ist ab dem 4. Februar 2021 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.

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