Ein gesundes Leben im Einklang mit der Natur führen und auf diese Art aktiv vorbeugen und Heilung finden: Diesen ganzheitlichen Ansatz hat Sebastian Kneipp zur Grundlage seiner Heilverfahren gemacht – mit Erfolg. Aus der ursprünglichen Wasser- und Kräuterheilkunde entstand ein anerkanntes Naturheilverfahren, das auf den fünf Elementen Wasser, Bewegung, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung basiert.

Sebastian Kneipp wurde am 17. Mai 1821 in Stephansried bei Ottobeuren geboren. Als Sohn eines Webers wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. Nach seinem Studium in Dillingen und München wurde Kneipp in Augsburg zum Priester geweiht – diesen Berufswunsch hatte er schon sehr früh und es gelang ihm, trotz vieler Hindernisse, ihn zu verwirklichen. Als er während des Studiums an Tuberkulose erkrankte, heilte er sich durch eiskalte Bäder in der Donau selbst und entwickelte später aus dieser Erfahrung sein ganzheitliches Gesundheitskonzept. 1855 kam Kneipp nach Wörishofen, wo er von nun an über 40 Jahre wirken sollte. Neben seiner Funktion als Beichtvater der Dominikanerinnen im Kloster sah Kneipp einen wesentlichen Auftrag darin, Kranken zu helfen und Gesunde vor Krankheiten zu schützen.

1881 wurde Kneipp Pfarrer von Wörishofen. Er hielt Vorträge in ganz Europa, verfasste Bücher, behandelte und forschte. Ein immer größer werdender Kreis von Ärzten und anderen Helfern scharte sich um Kneipp, denn längst konnte er alle Aufgaben nicht mehr allein bewältigen. Eine seiner Reisen führte ihn 1894 nach Rom, wo er von Papst Leo XIII. empfangen wurde und den Titel Monsignore erhielt.

Am 17. Juni 1897 starb Sebastian Kneipp im Alter von 76 Jahren in Wörishofen. Er hinterlässt eine einzigartige Naturheilmethode, die sich 200 Jahre nach seiner Geburt auf Basis neuester wissenschaftlicher Forschungsergebnisse weiterentwickelt hat und 2015 von der Deutschen UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde.

(Text: Kneipp-Bund e.V., Bad Wörishofen)

Die Gestaltung der Sonderbriefmarke und der Ersttagsstempel stammen von Veit Grünert aus Berlin. Die Briefmarke hat einen Wert von 155 Cent und ist ab dem 1. April 2021 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.

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