Das Bundesministerium der Finanzen gibt im August 2021 die Sonderpostwertzeichen „Historische Nutzfahrzeuge“ aus der Serie „Für die Jugend“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. heraus.

Die Parlamentarische Statssekretärin beim Bundesminister der Finanzen, Bettina Hagedorn, stellt die Briefmarken am 13. Juli 2021 am Bodensee vor. Die Präsentation findet um 13.00 Uhr im Auto & Traktor Museum, Gebhardsweiler 1, 88690 Uhldingen-Mühlhofen statt.

„Die Jugendmarken mit einem »Plus« von wenigen Cent werden seit über 50 Jahren zugunsten der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. herausgegeben. Mit den Pluserlösen fördert die Stiftung zahlreiche Maßnahmen zum Wohle von Kindern und Jugendlichen. Die diesjährigen Jugendmarken zeigen Motive von historischen Traktoren für die Land- und Forstwirtschaft.

1957 bis 1963 stellte die Porsche-Diesel Motorenbau GmbH in Manzell am Bodensee rund 120.000 Traktoren mit Dieselmotoren her. Die kurze, aber sehr erfolgreiche Produktion basierte auf Modellen der Allgaier Werke GmbH, Uhingen. Als Allgaier 1956 die Traktorenproduktion einstellte, übernahm die Mannesmann AG nahtlos die Fertigung und vermarktete die Traktoren als »Porsche Diesel« mit dem Zusatz »Junior«, »Standard«, »Super« und »Master« mit Motoren von einem bis vier Zylindern. Der Porsche Diesel »Master«, der von 1958 bis 1963 gebaut wurde, hatte einen 4-Zylinder-Wirbelkammer-Diesel-Motor, der über eine Nennleistung von 50 PS verfügte.

Der 1906 gebaute Bergmann wurde 1988 in einer Scheune in Bayern entdeckt. Eine Flachriemenscheibe zum Antrieb eines Mähwerks und ein Zugmaul wiesen den Scheunenfund als Traktor aus. Der Rahmen und der große 4-Zylinder-Motor der Firma Benz mit 6,8 Liter Hubraum stammen aus der Pkw-Fertigung der Bergmann-Industriewerke Gaggenau. Er verfügt über eine Leistung von 30 PS, die ein Getriebe mit drei Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang über zwei Rollenketten auf die Hinterachse überträgt. Damit nahm Bergmann die Entwicklung von Kleintraktoren vorweg und war seiner Zeit weit voraus.

1923 stellte die Heinrich Lanz AG in Mannheim den Lanz HP Knicklenker vor. Ein mittiges Gelenk verbindet den vorderen mit dem hinteren Fahrzeugteil, so dass beim Lenken beide Einheiten zueinander abknicken. Sowohl der Allradantrieb als auch das Lenkprinzip waren damals revolutionär und kommen bis heute beim Bau von Großtraktoren und Baumaschinen zur Anwendung. Sein Glühkopf-Motor mit einem Zylinder und 6,2 Litern Hubraum leistet 12 PS bei nur 420 U/min, ein Schaltgetriebe ist nicht vorhanden. Zum Rückwärtsfahren muss die Laufrichtung des Motors durch Pendeln des Schwungrads geändert werden.“

(Text: Hubert Flaig, Geschäftsführer Bundesverband Historische Landtechnik Deutschland e.V., Stuttgart)

Die Sonderpostwertzeichen-Serie und die Ersttagsstempel wurden von Nadine Nill (tchin tchin) aus Mössingen gestaltet; Motiv Porsche Diesel Master © Salzgitter AG – Konzernarchiv, Wert 80 + 40 Cent; Motiv Bergmann Gaggenau © Mercedes-Benz Classic‚ Wert 95 + 45 Cent; Motiv Lanz HP Knicklenker © John Deere GmbH & Co. KG, Wert 155 + 55 Cent. Die Briefmarken sind ab dem 5. August 2021 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.

Hinweis

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Urheberrecht.