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07.02.2023

Briefmarken und Sammlermünzen

Vorstellung der Sonderbriefmarke und 20-Euro-Sammlermünze „125. Geburtstag Bertolt Brecht“

  • Nummer 03/2023
Vorstellung der Sonderbriefmarke und 20-Euro-Sammlermünze „125. Geburtstag Bertolt Brecht“ BildVergroessern

Das Bundesministerium der Finanzen hat am 2. Februar 2023 ein Sonderpostwertzeichen „125. Geburtstag Bertolt Brecht“ herausgegeben. Am 9. Februar 2023 wird außerdem eine 20-Euro-Sammlermünze „125. Geburtstag Bertolt Brecht“ ausgegeben.

Das Bundesministerium der Finanzen stellt die Briefmarke und Sammlermünze am Donnerstag in Berlin vor. Die Präsentation findet am 9. Februar 2023 um 20 Uhr in der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10502 Berlin statt.

„Bertolt Brecht ist eine Ausnahmeerscheinung. Er zählt mit seinen Stücken, Gedichten, Romanen, Prosatexten, Filmskripten und Schriften zu den wirkungsmächtigsten deutschsprachigen Autoren und Theatermenschen des 20. Jahrhunderts. Seine Sprache ist unverwechselbar in ihrer kunstvollen Kombination von Poesie, Direktheit, Traditions- und Formbewusstheit. Auf dem Theater liebte er das Experiment. Mit der Erfindung des epischen Theaters hat er die Bühnenkunst in aller Welt beeinflusst. Brecht ist ein politischer Künstler; er wollte zeigen, dass die Welt veränderbar ist.

Geboren als Berthold Eugen Friedrich Brecht am 10. Februar 1898 in Augsburg, arbeitete Brecht als Regisseur und Dramaturg in München und Berlin. Sein größter Bühnenerfolg der Zwanziger Jahre war „Die Dreigroschenoper“ (Übersetzung: Elisabeth Hauptmann, Musik: Kurt Weill). 1933 musste Brecht, der als Sympathisant der Kommunisten auf einer Fahndungsliste der Nazis stand, Deutschland verlassen. Er lebte mit seiner Familie und Mitarbeiterinnen im Exil in Dänemark, Schweden, Finnland, den USA und der Schweiz. In dieser Zeit entstanden seine großen Stücke wie „Leben des Galilei“, „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Der kaukasische Kreidekreis“. 1949 hatte seine Inszenierung von „Mutter Courage und ihre Kinder“ am Deutschen Theater in Berlin Premiere (mit Helene Weigel in der Titelrolle). Zusammen mit seiner Ehefrau Helene Weigel baute er das Berliner Ensemble auf. Brecht starb am 14. August 1956 in Berlin.“

(Text: Prof. Dr. Erdmut Wizisla, Leiter Bertolt-Brecht-Archiv, Akademie der Künste)

Die Gestaltung des Postwertzeichens und der Ersttagsstempel stammen von Matthias Wittig aus Berlin (Bildvorlage: © akg-images / Ruth Berlau, Zitat: © Bertolt-Brecht-Erben / Suhrkamp Verlag). Die Briefmarke hat einen Wert von 85 Cent und ist seit dem 2. Februar 2023 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.

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Das Bundesministerium der Finanzen gibt zudem eine 20-Euro-Sammlermünze „125. Geburtstag Bertolt Brecht“ heraus, um einen der einflussreichsten deutschen Dramatiker, Librettisten und Lyriker des 20. Jahrhunderts zu ehren.

Die Münze besteht aus Sterlingsilber (Ag 925). Der Entwurf der Münze stammt von der Künstlerin Katrin Pannicke aus Halle/Saale (Motiv der Bildseite nach einem Foto von Gerda Goedhart/Suhrkamp Verlag).

Die Bildseite zeigt Brecht nachdenklich und entspannt in der Art einer Graphic Novel Zeichnung. Die in ihrem Wesen heitere Darstellung des Portraits wird ergänzt durch das Motto „Ändere die Welt: sie braucht es!“ („Die Maßnahme“, 1930). So wie Brecht sich künstlerisch auf neue Wege begab, so wählt die Gestaltung der Münze eine lebensbejahende und gleichzeitig zurückhaltende Bildsprache. Die scheinbare Verdrehung des Portraits und des Schriftzugs aus der Bildachse führt für den Betrachter zu einer subtil produktiven Irritation. Der glatte Münzrand enthält in vertiefter Prägung die Inschrift: „DAS SCHICKSAL DES MENSCHEN IST DER MENSCH ·“

Die Gesamtauflage der Münze beträgt ca. 1 Mio. Stück. Ab dem 9. Februar 2023 ist die Münze in der Umlaufqualität „Stempelglanz“ zum Nennwert von 20 Euro in den Filialen der Deutschen Bundesbank sowie bei vielen Banken und Sparkassen erhältlich. Die Ausgabe der Münze in der Sammlerqualität „Spiegelglanz“ erfolgt über die „Münze Deutschland“ (www.muenze-deutschland.de).