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05.12.2025

Briefmarken und Sammlermünzen

Vorstellung der Sonderbriefmarke „Stolpersteine“

Das Bundesministerium der Finanzen hat am 4. Dezember 2025 ein Sonderpostwertzeichen „Stolpersteine“ herausgegeben. Sie wurde heute in Frankfurt am Main vorgestellt.

  • Nummer 18/2025
Briefmarke „Stolpersteine“ BildVergroessern

Über 30 Jahre STOLPERSTEINE – über 122.000 Schicksale dem Vergessen entrissen

Als der Künstler Gunter Demnig vor über 30 Jahren die Idee zum KunstDenkmal STOLPERSTEINE hatte, war es für ihn aufgrund der großen Opferzahl zunächst nur ein rein konzeptuelles Kunstwerk. Erst ein Freund, der damalige Pfarrer der Antonitergemeinde in Köln, bekräftigte ihn, er werde zwar nie die Million schaffen, aber er könne doch erstmal klein anfangen. So hoffte Gunter Demnig irgendwann vielleicht einmal 1.000 Steine zu verlegen; er dachte damals aber nicht im Traum daran, dass seine kleinen knapp 10 x 10 x 10 cm großen, golden-glänzenden Erinnerungssteine, die er zumeist vor die Hauseingänge des letzten selbstgewählten Wohnorts der NS-Opfer verlegte, irgendwann einmal zum größten dezentralen Mahnmal der Welt „heranwachsen“ würden.

Inzwischen liegen die Gedenksteine in 32 europäischen Ländern und erinnern vor Wohnhäusern, Geschäften, Universitäten, Schulen, Rathäusern und vielen weiteren Stellen an über 122.000 Menschen.

Während Gunter Demnig die Verlegungen der ersten STOLPERSTEINE in Köln für Sinti und Roma und in Berlin für jüdische Opfer noch illegal und ohne großes Publikum durchgeführt hatte, werden sie heute mit Zustimmung der Kommunen und mit großer Beteiligung von vielen verschiedenen Interessierten vor Ort begleitet, wie zum Beispiel von Mitgliedern der örtlichen Heimat- und Geschichtsvereine, Hausbewohnerinnen und -bewohnern, Abgeordneten der Kommunen, Schülerinnen und Schülern, Angehörigen, religiösen Vertreterinnen und Vertretern und vielen anderen. Sie alle tragen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement rund um die Verlegungen dazu bei, dass die Erinnerungssteine würdig verlegt werden.

Eine Besonderheit des KunstDenkmals STOLPERSTEINE ist nach wie vor, dass mit den Steinen allen Opfergruppen gedacht wird und die Steine auch für die Opfer verlegt werden, die während des Nationalsozialismus fliehen mussten und / oder den nationalsozialistischen Terror nur knapp überlebt haben. Jeder Mensch erhält dabei seinen eigenen goldenen Stein mit seinem individuellen Schicksal und wird damit dem Vergessen entrissen. Dabei bleibt die Hoffnung, dass wir aus der Geschichte lernen und in Deutschland nie wieder eine Zeit hereinbrechen wird, in der Menschen aufgrund ihrer Religion, ihres Gesundheitszustandes, ihrer politischen Ansichten, ihrer Hautfarbe oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und entrechtet werden.

(Text: Katja Demnig M.A., Geschäftsführerin der STIFTUNG – SPUREN – Gunter Demnig)

Die Gestaltung des Postwertzeichens und der Ersttagsstempel stammen von Jennifer Dengler aus Bonn; Darstellung: Adobe Firefly, nachbearbeitet durch Jennifer Dengler. Die Briefmarke hat einen Wert von 95 Cent und ist seit dem 4. Dezember 2025 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.