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05.05.2026

Briefmarken und Sammlermünzen

Sonderpostwertzeichen-Serie „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ – „Eva Mamlok (1918 - 1944)“

  • Nummer 06/2026
Sonderbriefmarke „Eva Mamlok (1918 - 1944)“ BildVergroessern

Das Bundesministerium der Finanzen gibt am 7. Mai 2026 ein Sonderpostwertzeichen aus der Serie „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ – „Eva Mamlok (1918 - 1944)“ heraus.

Der Staatssekretär beim Bundesministerium der Finanzen, Herr Dr. Rolf Bösinger, stellt die Briefmarke am Donnerstag in Berlin vor. Die Präsentation findet am 7. Mai 2026, um 11 Uhr im Bundesministerium der Finanzen, Postblock, Mauerstraße 69-75, 10117 Berlin statt.

„Eva Mamlok (1918–1944) wächst in Berlin-Kreuzberg als Tochter einer jüdischen Weinhändlerfamilie auf. Früh engagiert sie sich politisch, ist Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend SAJ. Überliefert ist, dass sie als kaum Vierzehnjährige auf das Dach des Warenhauses Tietz am Halleschen Tor die Parole „Nieder mit Hitler!“ schreibt. Ende November 1934 wird Eva Mamlok festgenommen, als sie Blumen am Grab von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht niederlegt. Als „staatsfeindlich“ kommt sie in „Schutzhaft“ und wird fast ein halbes Jahr im Frauenkonzentrationslager Moringen inhaftiert. Kurz nach ihrem 17. Geburtstag wird sie im Mai 1935 entlassen.

Ab 1940/41 muss Eva Mamlok Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion in der ehemaligen Schraubenfabrik Butzke in Kreuzberg leisten. Dort lernt sie Inge Gerson (später Berner) kennen, die bis 1938 der Gruppe um Herbert und Marianne Baum angehört hat und nach 1945 die einzige Überlebende der Gruppe um Eva Mamlok sein wird. Am Arbeitsplatz entsteht rund um Eva Mamlok ein Netzwerk jüdischer Frauen, das verbotene Literatur verleiht, Flugblätter verteilt und Parolen an Wände schreibt.

Im September 1941 werden sie denunziert und verhaftet, schließlich am 13. Januar 1942 mit dem „8. Osttransport“ nach Riga deportiert. Dort leisten Eva Mamlok und Inge Gerson wieder Zwangsarbeit, setzen jedoch weiterhin ihren Widerstand fort. Über eine Tante von Inge Gerson schmuggeln sie eine Kamera ins Ghetto Riga, mit der heimliche Aufnahmen von NS-Verbrechen entstehen.

Eva Mamloks 1939 geborene Tochter Tana bleibt ebenso wie ihre Mutter und Tante in Berlin zurück; alle werden 1942 deportiert und ermordet. Am 1. Oktober 1944 wird Eva Mamlok in das Konzentrationslager Stutthof überstellt, wo sie am 23. Dezember 1944 stirbt.

Die Herausgabe einer Briefmarke zu ihren Ehren würdigt Eva Mamlok als junge jüdische Berlinerin, die unter den Bedingungen von Terror, Ausgrenzung und Gewalt Widerständigkeit und Mut bewahrte.“

(Text: Dr. Jutta Faehndrich, Historikerin, Leipzig)

Die Gestaltung des Postwertzeichens und der Ersttagsstempel stammen von: © Prof. Daniela Haufe und Prof. Detlef Fiedler (Cyan), Berlin. Fotografie: © Wolfgang Kaleck. Die Briefmarke hat einen Wert von 95 Cent und ist ab dem 7. Mai 2026 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.