Der Bund hat am 20. April 2021 den ersten Allokationsbericht für die 2020 emittierten Grünen Bundeswertpapiere veröffentlicht. Der „Green bond allocation report 2020“ informiert Investoren transparent und verbindlich über Ausgaben aus den Umwelt- und Klimaschutzprogrammen der Bundesregierung. In ihm werden als „grün“ anerkannte Ausgaben des Bundeshaushalts 2019 aufgelistet und den Emissionserlösen der 2020 begebenen Grünen Bundeswertpapiere in Höhe von 11,5 Mrd. Euro zugeordnet (Allokation). Den Emissionserlösen stehen anrechenbare grüne Ausgaben des Haushaltsjahres 2019 in Höhe von insgesamt 12,3 Mrd. Euro gegenüber.

„Der Marktauftritt des Bundes mit Grünen Bundeswertpapieren war goldrichtig. Durch das innovative Zwillingskonzept ist es uns gelungen, den Preisvorteil für grüne Emissionen klar aufzuzeigen. Damit und durch den Aufbau einer liquiden grünen Zinskurve hat der Bund enorm zum Wachstum des nachhaltigen Anleihemarkts beigetragen und so Deutschland als Sustainable Finance Standort ganz weit nach vorne gebracht.“ Finanzstaatssekretär Jörg Kukies

„Klima- und Umweltschutz haben Priorität. Um Nachhaltigkeit auch im Finanzmarkt zu stärken, gibt der Bund Grüne Bundeswertpapiere heraus. Transparenz ist der entscheidende Faktor, wenn es um grüne Anlagen und nachhaltige Finanzmärkte geht. Mit seinem Allokationsbericht für die im Jahr 2020 begebenen Grünen Bundeswertpapiere leistet der Bund in seiner Vorbildfunktion einen wichtigen Beitrag.“ Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth

Um den Nachhaltigkeitsgedanken auch im Finanzmarkt zu stärken, wurde mit dem Klimaschutzprogramm 2030 auch die Emission von Grünen Bundeswertpapieren beschlossen. Wie konventionelle Bundesanleihen sind die Grünen Bundeswertpapiere ein Instrument zur Kreditaufnahme des Bundes und haben die gleichen Merkmale - daher werden sie auch als „Grüne Zwillinge“ bezeichnet. Ihnen werden die Haushaltausgaben zugeordnet, die einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

Die Finanzagentur hatte für den Bund im September 2020 die erste 10-jährige Grüne Bundesanleihe und im November 2020 die erste 5-jährige Grüne Bundesobligation an den Markt gebracht. Das Emissionsvolumen der 10-jährigen Grünen Bundesanleihe betrug 6,5 Mrd. Euro, das der 5-jährigen Grünen Bundesobligation 5 Mrd. Euro.

Gemäß dem Rahmenwerk für Grüne Bundeswertpapiere vom 24. August 2020 hat das aus Bundesministerium der Finanzen (Vorsitz), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie der Finanzagentur bestehende Kernteam grüne Ausgaben auf Basis der Vorschläge einer interministeriellen Arbeitsgruppe und unter Berücksichtigung etablierter internationaler Marktstandards ausgewählt und den Emissionserlösen des folgenden Jahres zugeordnet. Das Kernteam Grüne Bundeswertpapiere und die interministerielle Arbeitsgruppe wurden vom Bundesfinanzminister auf der Grundlage des Kabinettsbeschlusses zur Verabschiedung des Klimaschutzprogramms 2030 ins Leben gerufen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat eine externe Prüfung der Allokation vorgenommen und die Zuordnung der Emissionserlöse zu den grünen Ausgaben bestätigt (sogenannte „Third Party Verification“).

Der Bund wird dem Rahmenwerk folgend künftig auch über die Wirkung der grünen Ausgaben auf Umwelt und Klima berichten. Der Wirkungsbericht wird, bezogen auf die grünen Haushaltsausgaben 2019 bzw. die im Jahr 2020 emittierten Grünen Bundeswertpapiere, voraussichtlich erstmals Mitte 2022 veröffentlicht werden.

Der Bund beabsichtigt, aktiv zur Weiterentwicklung des Markts für nachhaltige Staatsanleihen beizutragen. So haben BMF und Finanzagentur bereits angekündigt, im Mai 2021 die erste Grüne Bundesanleihe mit 30-jähriger Laufzeit auf den Markt zu bringen. Dadurch wird eine grüne Renditekurve entstehen, an der Anleger für die gängigsten Bundeswertpapiere auch die zugehörigen „grünen Renditen“ ablesen können und so eine Vergleichsmöglichkeit zwischen grünem und konventionellem Wertpapier haben. Dies stärkt den Sustainable-Finance-Markt weiter und etabliert den Bund auch im grünen Marktsegment als Benchmark-Emittenten. Auch festigt es die Stellung Deutschlands als bedeutendem Sustainable-Finance-Standort.