Die Ergebnisse der 161. Steuerschätzung zeigen: Die entschlossene Hilfspolitik der Bundesregierung zur Bewältigung der Folgen der Pandemie wirkt, gerade die Ertragsteuern fallen höher aus als bisher erwartet. Die Steuereinnahmen bis einschließlich 2025 liegen im Vergleich zur Schätzung im Mai 2021 durchschnittlich jährlich um gut 35 Mrd. Euro und damit insgesamt um knapp 180 Mrd. Euro höher. Davon profitieren alle staatlichen Ebenen, Bund, Länder und Gemeinden.

[Videoplayer]

„Diese Steuerschätzung bestätigt unseren Kurs und macht Mut für die Zukunft. Trotz Corona-Krise ist Deutschland finanziell gut aufgestellt. Sie zeigt: Die Hilfspolitik war goldrichtig. Mit unserem entschlossenen Vorgehen haben wir hunderttausende Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen gerettet. Dieser Einsatz rechnet sich, die Wirtschaft läuft stabil und die Steuereinnahmen wachsen wieder – und zwar schneller als erwartet. Mit Rekordinvestitionen in Digitalisierung, Forschung und Klimaschutz wollen wir den Trend weiter stützen. Die nächste Bundesregierung kann auf einer soliden Haushalts- und Finanzpolitik aufbauen.“ Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Ergebnisse der Steuerschätzung

Auf Basis der unten aufgeführten Annahmen werden die Steuereinnahmen insgesamt in allen Schätzjahren deutlich höher ausfallen als noch in der Steuerschätzung vom Mai 2021 prognostiziert. Für das Jahr 2026 wurde erstmalig eine Schätzung vorgenommen.
Die finanziellen Auswirkungen der Steuerrechtsänderungen seit der Schätzung vom Mai 2021 erklären einen sehr geringen Anteil der Abweichungen. Die Differenz zum Ergebnis der Mai-Steuerschätzung resultiert nahezu vollständig aus Schätzabweichungen aufgrund einer deutlich verbesserten Ausgangsbasis angesichts nach oben revidierter relevanter makroökonomischer Kenngrößen und gut laufender Steuereinnahmen im Jahr 2021 sowie der besseren Aussichten bzgl. der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Die Ergebnisse der Steuerschätzung für die Jahre 2021 bis 2026 werden in Anlage 1 differenziert nach Bund, Ländern, Gemeinden und EU aufgeführt. Anlage 2 stellt die Abweichungen zwischen den Ergebnissen der aktuellen Steuerschätzung und der letzten Steuerschätzung vom Mai 2021 dar. Die gegenüber der vorangegangenen Schätzung vom Mai 2021 neu zu berücksichtigenden finanziellen Auswirkungen aus Gesetzen und sonstigen Regelungen sind in der Fußnote 1 zu Anlage 2 dargestellt.

Ergebnis der 161. Sitzung des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ vom November 2021 Bild vergrößern

Grundlagen der Steuerschätzung

Der Steuerschätzung wurden die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Herbstprojektion 2021 der Bundesregierung zugrunde gelegt. Die Bundesregierung erwartet hiernach für dieses Jahr insbesondere aufgrund der länger als erwartet andauernden Lieferengpässe einen mit 2,6 % etwas geringeren Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts als noch in der Frühjahrsprojektion 2021. Aufgrund der durch das Statistische Bundesamt im Sommer 2021 vorgenommenen (Aufwärts-)Revision relevanter Größen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für die vergangenen Jahre liegt das reale Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr aber trotz der jetzt projizierten niedrigeren Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts ungefähr auf dem Niveau der Frühjahrsprojektion. Angesichts der hohen Auftragsbestände in der Industrie und daraus resultierender Impulse ist im Jahr 2022 mit einem deutlichen Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts um 4,1 % zu rechnen. Im Jahr 2023 dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 1,6 % wieder moderater zulegen. Mittelfristig, d.h. in den Jahren 2024 bis 2026, dürfte das jahresdurchschnittliche Wachstum bei 0,8 % liegen. Für die Steuerschätzung ist die Entwicklung der nominalen Größen, insbes. der Bruttolöhne und -gehälter als gesamtwirtschaftliche Bemessungsgrundlage sowie der Unternehmens- und Vermögenseinkommen als zentrale Fortschreibungsgröße für die gewinnabhängigen Steuerarten relevant. Aufgrund der o.g. Revision setzen diese Größen alle auf einem höheren Ausgangsniveau als in der Mai-Steuerschätzung 2021 auf:

Entwicklung nominaler Kenngrößen im Schätzzeitraum (Veränderung in % ggü. Vorjahr)

 

2021

2022

2023

2024

2025

2026

Bruttoinlandsprodukt

+5,6

+6,4

+3,3

+2,6

+2,6

+2,6

Bruttolöhne u. -gehälter

+3,6

+4,6

+3,2

+2,6

+2,6

+2,6

Unternehmens- und Vermögenseinkommen

+14,3

+8,4

+3,5

+2,5

+2,9

+2,9

 Die Steuerschätzung geht vom geltenden Steuerrecht aus.

Ergebnis der Steuerschätzung November 2021 gegenüber der Steuerschätzung Mai 2021 Bild vergrößern