Navigation

zur Suche

Sie sind hier:

08.09.2023

Wiedergutmachung/Vermögensrecht

Eröffnung der Ausstellung „Survivors. Faces of Life after the Holocaust“ im BMF

Erinnerungen und Geschichten der Opfer und Überlebenden der Shoah lebendig halten

  • Nummer 16/2023

Die Erinnerung an das Menschheitsverbrechen der Shoah aufrechterhalten und das öffentliche Bewusstsein schärfen, dass sich die grausamsten Momente deutscher Geschichte nicht wiederholen dürfen. Mit diesem Ziel zeigt das Bundesministerium der Finanzen die Ausstellung „Survivors. Faces of Life after the Holocaust“ mit 75 Portraits von Opfern und Überlebenden der Shoah. Sie wurden anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch den Fotografen Martin Schoeller in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem portraitiert.

Gestern Abend wurde die Ausstellung durch Bundesfinanzminister Christian Lindner im Beisein der Überlebenden der Schoah Maurice Gluck und Colette Avital eröffnet. Bei der Vernissage sprachen auch der Wirtschaftsminister des Staates Israel, Nir Barkat, der Vorsitzende der Gedenkstätte Yad Vashem, Dani Dayan sowie der Vorsitzende des Freundeskreises Yad Vashem, Kai Diekmann.

Bundesfinanzminister Christian Lindner:
„In Europa beobachten wir in vielen Ländern einen besorgniserregenden Trend, den Rechtsstaat zu schwächen, die Demokratie in Frage zu stellen und Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Herkunft zu attackieren. Und sagen wir es klar: Jüdinnen und Juden erleben auch in Deutschland unerträgliche Anfeindungen. Dem können wir uns nicht laut genug entgegenstellen. Wer schweigt, stimmt zu. Deshalb dürfen wir niemals schweigen, wenn Ressentiments geäußert werden oder wenn der Versuch unternommen wird, Antisemitismus salonfähig zu machen.

Es ist umso wichtiger, dass wir Wege finden, um die Erinnerungen und Geschichten der Opfer und Überlebenden lebendig zu halten. Und dass wir uns unserer Verantwortung nicht nur heute stellen, sondern sie auch in die Zukunft weitertragen. Mit Blick auf die kommenden Generationen widmet sich das Bundesministerium der Finanzen daher auch der Vermittlung von Wissen über die NS-Verbrechen und der daraus folgenden Verantwortung. Heute geht es darum, das Leben der Überlebenden der Shoah zu verbessern. Aber in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird der Bereich der Holocaust-Education und Dokumentation der Verbrechen an Bedeutung gewinnen. Und wir dokumentieren das Bemühen unseres Landes, sich seiner Verantwortung zu stellen.“

Bis zum 10. September 2023 wird die Ausstellung im Innenhof des Detlef-Rohwedder-Hauses als Teil des Tages des offenen Denkmals für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein.

Die Präsentation im Dienstgebäude des BMF verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen der Vergangenheit des Hauses und den Aufgaben des Ministeriums in der Gegenwart. Das im Jahr 1936 errichtete Gebäude war nicht nur das Reichsluftfahrtministerium der NS-Diktatur, sondern auch Tagungsstätte der sogenannten Vor-Wannsee-Konferenz. Heute ist das Gebäude der Ort, an dem das BMF seine Aufgaben für die Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts und den Folgeaufgaben wahrnimmt.