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23.01.2026

Bundeshaushalt

Haushaltsabschluss 2025 und Start des Sondervermögens: Investitionen laufen an, aber es braucht noch mehr Tempo

Investitionen im Jahr 2025 um 17 Prozent gegenüber 2024 gestiegen

  • Nummer 02/2026
Links der Text: Haushaltsabschluss 2025 und auf der rechten Seite ein Icon einer Kasse. BildVergroessern
Quelle:iStock.com / bgblue

Das Bundesfinanzministerium hat am 23. Januar 2026 den vorläufigen Abschluss des Bundeshaushalts 2025 vorgestellt. Darin wird deutlich: Die Investitionsausgaben konnten im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um mehr als 12 Milliarden Euro gesteigert werden. Das entspricht einer Steigerung von 17 Prozent.

Der Mittelabfluss liegt damit allerdings deutlich unter den eingeplanten Investitionsmitteln. Ein wesentlicher Grund dafür, dass die jeweils zuständigen Ressorts nicht alle Mittel einsetzen konnten, war die vorläufige Haushaltsführung, die bis Anfang Oktober 2025 andauerte. Außerdem wurden die rechtlichen Grundlagen für den Anteil des Sondervermögens von 100 Milliarden Euro für Investitionen in Ländern und Kommunen erst Mitte Dezember abgeschlossen, so dass die Gelder erst in 2026 an die Länder fließen werden.

Für 2026 hat die weitere Planungsbeschleunigung und Entbürokratisierung hohe Priorität. Das Bundesfinanzministerium wird außerdem den Einsatz der Mittel weiter monitoren und transparent machen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil: „Wir können jetzt massiv in die Stärke und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes investieren. Die Grundlagen dafür haben wir geschaffen. Die Zahlen zeigen: Die ersten Investitionen laufen an, aber es braucht noch mehr Tempo. 2025 sind längst nicht alle Investitionsmittel abgeflossen. Hier müssen wir im Jahr 2026 besser werden. Bund und Länder müssen hier ein anderes Tempo entwickeln. Hier sind alle in der Pflicht, die Verantwortung für die Umsetzung tragen. Jeder Euro muss so zügig, so effizient und so zielgerichtet wie möglich eingesetzt werden. Deshalb bleiben die Prioritäten klar: weniger Bürokratie, schnellere Planungen. Dafür haben wir unter anderem den Bauturbo, die Modernisierungsagenda und das Infrastrukturzukunftsgesetz auf den Weg gebracht. Damit kann schneller geplant, genehmigt und gebaut werden. All das wird Investitionen in Deutschland in Zukunft weiter erleichtern.“

Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) investiert der Bund in die Modernisierung Deutschlands. Vom Bund wurden bis Jahresende 2025 inklusive der Mittel an den Klima- und Transformationsfonds (KTF) bereits 24 Milliarden Euro aus dem SVIK zusätzlich in Infrastruktur und Klimaneutralität investiert. Die Schwerpunkte liegen hierbei in der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, Bildung und Forschung, Digitalisierung, Wohnungsbau, Krankenhausinfrastruktur sowie der Transformation Deutschlands zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Volkswirtschaft.

Um den Einsatz der Mittel aus dem SVIK transparent zu machen, hat das Bundesfinanzministerium heute auf bundesfinanzministerium.de eine Investitionsuhr gestartet. Diese macht den Abfluss der Mittel mit monatlich aktuellen Zahlen sichtbar. Außerdem ist dort eine Vielzahl weiterer Informationen zu den Investitionen des Bundes verfügbar.

Vorläufiger Jahresabschluss im Überblick

Beträge in Mrd. Euro

Ist
2024

Soll
2025

Vorläufiges
Ist 2025

mehr/weniger
ggü. Soll

Ausgaben

474,8502,5495,5- 7,0

- davon Ausgaben der Bereichsausnahme

n/a75,372,2- 3,1

Steuereinnahmen

375,0386,8388,6+ 1,7

Verwaltungs-/Münzeinnahmen

66,433,940,1+ 6,2

Nettokreditaufnahme

33,381,866,9- 14,9

- davon schuldenregelrelevante Kreditaufnahme

33,349,838,3- 11,5

Gesamteinnahmen

474,8502,5495,5- 7,0

Weniger neue Schulden als geplant

Nach dem vorläufigen Jahresabschluss wird der Bund deutlich weniger Schulden aufnehmen müssen als bisher geplant. Die Nettokreditaufnahme (NKA) für das Haushaltsjahr 2025 ist mit 66,9 Milliarden Euro um 14,9 Milliarden Euro niedriger als in der Planung für den Bundeshaushalt 2025 bisher vorgesehen. Der Bund hatte in 2025 höhere Einnahmen und weniger Ausgaben als vorgesehen. Der Anstieg der NKA im Vergleich zu 2024 lässt sich größtenteils auf Ausgaben im Verteidigungsbereich zurückführen, die unter die Bereichsausnahme fallen. Zur Sicherung der inneren und äußeren Sicherheit wurden insgesamt 72,2 Milliarden Euro für Verteidigung, den Zivil- und Bevölkerungsschutz, für die Nachrichtendienste, den Schutz der informationstechnischen Systeme und für die Hilfe für völkerrechtswidrig angegriffene Staaten aufgewendet. Diese Ausgaben fielen unter die Bereichsausnahme.

Wie geplant war keine Entnahme aus der Haushaltsrücklage notwendig.

Bei den Steuern zeigt der vorliegende vorläufige Jahresabschluss Mehreinnahmen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro gegenüber dem Soll der Aufstellung. Bei den Verwaltungs- und Münzeinnahmen ergeben sich ebenfalls Mehreinnahmen gegenüber der Soll-Veranschlagung und auf der Ausgabenseite Minderbedarfe. Damit tragen alle drei Bereiche zu einer Entlastung im Rahmen des Haushaltsvollzugs 2025 bei.

Investitionsausgaben des Bundes

Beträge in Mrd. Euro

Ist
2024

Soll
2025

Vorläufiges
Ist 2025

mehr/weniger
ggü. Soll

Investitionsausgaben des Bundes Gesamt

74,5115,686,8-28,8

Kernhaushalt

56,7 62,755,4-7,3

SVIK und KTF (2024 nur KTF)

17,852,931,4-21,6

Davon Zuweisung an die Länder

 8,30-8,3

Die Differenz zwischen der Planung und den getätigten Investitionen aus dem SVIK ist auch darauf zurückzuführen, dass die Mittel an die Länder in Höhe von 8,3 Milliarden Euro für 2025 noch nicht abfließen konnten. Das liegt daran, dass die entsprechenden Vereinbarungen mit den Ländern erst kurz vor Ende des Jahres geschlossen werden konnten und die Abrechnung mit den Ländern nach konkreter Bedarfsmeldung und nicht pauschal erfolgt.

Monitoring des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität

Um die erfolgreiche Umsetzung des SVIK zu gewährleisten, wird es ein bereichsübergreifendes Monitoring des Investitionsfortschritts des Sondervermögens geben. Dafür erarbeitet das BMF in Kooperation mit den anderen Bundesministerien derzeit einen Monitoring-Mechanismus.

Für eine transparente Übersicht des Mittelabflusses des SVIK steht seit heute die Investitionsuhr zusammen mit weiteren detaillierten Informationen auf bundesfinanzministerium.de zur Verfügung.

Parallel arbeitet auch der Investitions- und Innovationsbeirat beim BMF an Vorschlägen, um die öffentlichen Investitionen zügig, effizient und zielgerichtet einzusetzen.

Überschüsse beim Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Zudem zeigt sich, dass das Corona-Hilfsprogramm „Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF)“ mit einem positiven Saldo abschließen wird. Der WSF hat wesentlich dazu beigetragen, die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit von Unternehmen zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und volkswirtschaftliche Schäden abzuwenden, indem er insgesamt 25 Unternehmen der Realwirtschaft Hilfen im Gesamtvolumen von rund 9,6 Milliarden Euro gewährt hat. 12 Unternehmen haben die Hilfen zuzüglich Zinsen bereits vollständig zurückgezahlt.  Nach den im Dezember 2025 erfolgten Rückzahlungen steht fest, dass der WSF mit einer positiven Bilanz abschließen wird. Die Summe der bislang erfolgten Rückzahlungen und Zinszahlungen, Erlöse aus Aktienverkäufen und sonstigen Rückflüssen sind zum jetzigen Zeitpunkt schon höher, als die ausgezahlten Mittel.