- Datum 20.08.2026
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Ort
Halle (Saale)
- Redner/in Lars Klingbeil
[Es gilt das gesprochene Wort.]
Mit dem heutigen Spatenstich wird sichtbar: das Zukunftszentrum kommt. Hier am Riebeckplatz entsteht ein Ort, an dem die Erfahrungen der Menschen mit den Umbrüchen seit 1989 sichtbar werden. Und der zugleich den Blick nach vorn richtet. Deshalb wird das kein Museum, das die Vergangenheit konserviert. Hier entsteht ein Ort, der Menschen zusammenbringt. Hier soll man sich begegnen und auch darüber diskutieren, was uns geprägt hat, was uns heute bewegt, und wie wir unser Land gemeinsam gestalten können. Gerade in einer Zeit, in der wir erneut tiefgreifende Veränderungen erleben, ist das wichtiger denn je.
1989 hat sich das Leben in Ostdeutschland von einem Tag auf den anderen komplett gewandelt – mit Auswirkungen auf den Alltag, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Verwaltung. Das alles soll das Zukunftszentrum sichtbar machen. Mit Bürgerdialogen, Ausstellungen, bei Diskussionen, mit Jugend- und Bildungsarbeit, in Forschungsprojekten – auch zusammen mit unseren Nachbarn in Mittel- und Osteuropa. Damit wir aus der Vergangenheit etwas lernen können für die Zukunft.
Denn Veränderungen bestimmen auch heute wieder unseren Alltag: bei der Energiewende, bei der Digitalisierung, mit Blick auf die geopolitischen Konflikte. Mit Einfluss auf unser Zusammenleben, unsere Arbeit, unsere Sicherheit. Deshalb ist es gut, wenn wir aus den Erfahrungen lernen – aus den positiven Entwicklungen aber auch den Fehlern, die nach der Wende gemacht wurden.
Halle, mit all seinen Erfahrungen mit Wandel und Veränderung, ist die richtige Stadt für das Zukunftszentrum. Rund um Halle zeigt sich eine besondere Dynamik: Der Chemiestandort Leuna entwickelt sich zu einem Cluster von BioTech und DeepTech. Wenn sich Unternehmen ansiedeln, strahlt das auf die ganze Region aus. Wo Arbeitsplätze entstehen, kommen Fachkräfte. Kitas und Schulen füllen sich, Kultur- und Freizeitangebote entwickeln sich. Universitäten und Forschungseinrichtungen, eine lebendige Kultur und eine engagierte Stadtgesellschaft machen Halle zu einer interessanten und attraktiven Stadt.
Diese Entwicklung ist nicht vom Himmel gefallen. Das haben Sie alle sich hart erarbeitet. Und mit „hart“ meine ich, es ging bergab und bergauf. Meine Damen und Herren, Sie haben Ihre Erfahrungen mit dem fundamentalen Wandel Ihrer Heimat gemacht. Und genau diese Erfahrungen, also: wie man Wandel erfolgreich gestalten kann, ist eine der vielen Stärken Ostdeutschlands, insbesondere von Halle und der Region drumherum.
Wir waren gerade beim Wasserwerk in Beesen. Das wird jetzt mit Geld aus dem Sondervermögen modernisiert und wieder ans Netz genommen – u. a., weil sich viele neue Betriebe in und um Halle ansiedeln.
Daran sieht man: Halle hat sich gewandelt. Und die Region bleibt in Bewegung.
Elisabeth Kaiser, die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, ist heute mit mir hier. Wir haben erst letzten Montag wieder Unternehmer beim Branchendialog-Ost getroffen. Da wurde mir nochmal deutlich: Gerade der Osten zeigt, wie viel Zukunft in diesem Land steckt.
Meine Damen und Herren, ich danke heute insbesondere der Stadt Halle und dem Land Sachsen-Anhalt. Ich möchte Katrin Budde und Egbert Geier, aber auch unserem ehemaligen Ost-Beauftragten und heutigen Umweltminister Carsten Schneider, besonders dafür danken, dass Sie sich für das Zukunftszentrum so eingesetzt haben. Sie haben sich für Halle stark gemacht.
Ich freue mich auf das, was hier in den nächsten Jahren entstehen wird. Vielen Dank.