Navigation und Service

Sie sind hier:

26.09.2018

#BM­Fin­tern: Wolf­gang Schmidt im In­ter­view

"Es ist gerade richtig viel los - in unserem Land, aber auch in der Welt. Jetzt müssen wir die Weichen richtig stellen", sagt Staatssekretär Wolfgang Schmidt. Im BMF ist er für die Grundsatzabteilung, die internationale Finanz- und Währungspolitik zuständig und ist ein Koordinator für die Arbeit der Bundesregierung. In unserer Reihe #BMFintern gibt er einen Einblick in seine Aufgaben im BMF.

Wolfgang Schmidt
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen/Xander Heinl

Wie sieht Ihre Rolle im BMF genau aus?

Ich habe als Staatssekretär quasi zwei Hüte auf, denn ich bin sowohl für die Grundsatzabteilung als auch für die Leitungsabteilung im BMF zuständig. So beschäftigen wir uns mit volkswirtschaftlichen Grundsatzangelegenheiten und der internationalen Finanz- und Währungspolitik, aber auch mit der Vorbereitung der Finanzministertreffen im Rahmen der Gruppe der Sieben bzw. der Gruppe der Zwanzig (G7 und G20). Mit der Leitungsabteilung kümmern wir uns um eine Aufgabe, die bisher noch nicht im BMF angesiedelt war: der Unterstützung des „Vizekanzlers“. Dabei geht es um die Koordinierung der Arbeit der SPD-geführten Bundesministerien mit dem Kanzleramt und die möglichst reibungslose Umsetzung der Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag. Anders als manchmal behauptet, gibt es inhaltlich durchaus große Unterschiede zwischen den drei Koalitionsparteien. Wir versuchen mitzuhelfen, dass trotz dieser Unterschiede dann in der konkreten Regierungsarbeit dennoch gute Kompromisse möglich werden und wir gut regieren.

Auf welche Aufgabe im BMF freuen Sie sich am meisten?

Es fällt mir schwer, da eine einzelne Aufgabe herauszustellen – und nun bin ich ja auch schon ein paar Monate dabei. Aber klar ist nach den fünf Monaten hier: die Zusammenarbeit mit den hervorragenden Kolleginnen und Kollegen im BMF macht große Freude.

Was ist die Ihrer Meinung nach aktuell größte politische Herausforderung in Ihrem BMF-Verantwortungsbereich?

Mitzuhelfen, dass wir die Weichen für eine gute Zukunft unseres Landes richtig stellen. Deutschland geht es derzeit sehr gut– aber ich erinnere mich noch genau an die Jahre 2002/2003, als die Arbeitslosigkeit hoch war und wir große Schwierigkeiten hatten, die Sozialversicherungen zu finanzieren. Auch die Wirtschaftskrise 2008/2009 ist mir noch sehr präsent. Daher müssen wir jetzt die richtigen Entscheidungen treffen bei den Investitionen, der Digitalisierung, unserem Haushalt, den Steuern und der Rente – und Vorsorge treffen für Zeiten, in denen es nicht mehr so gut läuft. Gleichzeitig ist außenpolitisch viel los, die Unsicherheiten nehmen zu, alte Gewissheiten verschwinden und neue Herausforderungen kommen auf uns zu. Da können wir über die G7 und G20 mithelfen, dass die multilaterale Zusammenarbeit eine Zukunft hat.

Welche Ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen nutzt Ihnen im BMF besonders?

Die Summe macht es, denke ich. So habe ich von 2007 an mehrere Jahre in einem Bundesministerium gearbeitet – und dort, im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, erlebt, wie sich die Bankenkrise auf die Realwirtschaft auswirkte. In den letzten sieben Jahren habe ich mich als Staatsrat – so heißen in Hamburg und Bremen die Staatssekretäre – und Bevollmächtigter der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten intensiv um die Zusammenarbeit zwischen Ländern und dem Bund gekümmert, eine Tätigkeit, die mir nun bei der Koordinierung innerhalb der Bundesregierung hilft. Und die G20 habe ich in Hamburg intensiv erlebt – ich war für den Hamburger Teil der Vorbereitungen des Gipfels zuständig. Nun freue ich mich, dass ich Olaf Scholz dabei unterstützen kann, unsere inhaltlichen Anliegen dort voranzubringen.

Wolfgang Schmidt
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen/Thomas Koehler

Seite teilen und drucken