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#BM­Fin­tern: Dr. Mar­ti­na Stahl-Ho­ep­ner im In­ter­view

„Im Wettbewerb um die besten Köpfe hat das BMF einiges zu bieten.“ - In einer weiteren Ausgabe unserer Interview-Reihe #BMFintern erzählt die Leiterin der BMF-Zentralabteilung, Dr. Martina Stahl-Hoepner, was das BMF zu einem attraktiven Arbeitgeber macht. Darüber hinaus spricht sie über eines der großen Jubiläen, die das BMF im Jahr 2019 feiert: den Umzug des ersten Dienstsitzes von Bonn nach Berlin.

Wie sieht Ihre Rolle im BMF genau aus?

Ich beschreibe die Rolle der Abteilung Z gerne als das „Rückgrat“ für die Arbeit der Abteilungen im Hause. Für die Kolleginnen und Kollegen sichtbar sind das die Bereiche Organisation, Personal und Haushalt – aber auch Fortbildung, Sprachendienst, Unterbringung und vieles mehr, also die gesamte Infrastruktur. Darüber hinaus sind einige Referate der Abteilung stark juristisch tätig und in die Gesetzgebung eingebunden. Einen immer größeren Raum nimmt die IT ein. Es geht ja nicht nur um die IT des Hauses. Mit dem ITZBund trägt das BMF die Verantwortung für den zentralen IT-Dienstleister, der den Betrieb der IT der Bundesregierung insgesamt konsolidieren soll und wesentliche sicherheitsrelevante Verfahren für die Bundesfinanzverwaltung und andere Ressorts betreibt. Insgesamt ist die Arbeit der „Z“ interessant und abwechslungsreich – so gar nicht das, was ich mir früher unter „innerer Verwaltung“ vorgestellt hatte. Und es hilft natürlich, wenn man den Kontakt zu Menschen mag.

Was ist die Ihrer Meinung nach aktuell größte Herausforderung in Ihrem BMF-Verantwortungsbereich?

Wenn ich an die Menschen denke, die bei uns arbeiten oder künftig arbeiten sollen, fällt mir der Wettbewerb um die besten Köpfe ein – nicht nur in anerkannten Mangelbereichen wie IT-Fachkräften, von denen es einfach zu wenige gibt. Hier müssen wir intensiver und innovativer in einem enger werdenden Arbeitsmarkt auf uns aufmerksam machen. Und wir müssen diejenigen, die schon hier sind, gezielt weiterentwickeln – Anreize und Angebote für gezielte zusätzliche Qualifizierung und Aufstieg schaffen, wie z. B. den Weiterbildungsmaster, den wir gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität entwickelt haben. Unsere eigene Bundesfinanzakademie bietet die Möglichkeit zum gezielten Wissenserwerb. Davon profitiert auch das BMF als Arbeitgeber. Eine große Herausforderung ganz anderer Art dürfte werden, den geplanten Neubau auf der Ecke Wilhelmstraße/Leipziger Straße zu begleiten und voranzutreiben.

Bei dieser breit gefächerten Aufgabenstellung: Gibt es da besondere Erlebnisse?

Ja natürlich, immer mal wieder. Ein besonders skurriles liegt allerdings schon einige Jahre zurück. Ich saß am Freitagabend in meinem Büro und bekam den Anruf eines Kollegen: „Frau Stahl-Hoepner, können Sie mal gerade gucken kommen? Da sind Panzer im Garten.“ Ich habe einmal tief durchgeatmet und mich mit etwas gemischten Gefühlen auf den Weg gemacht. Das Ganze stellte sich dann als harmlos heraus. Am Wochenende sollte hier am Gebäude nämlich „Operation Walküre“ mit Tom Cruise als Graf von Stauffenberg gedreht werden und die Panzer waren Teil der Kulisse. Am Montag waren sie wieder verschwunden. Tom Cruise auch.

Wir haben in diesem Jahr mehrere Jahrestage und Jubiläen. Welches sind Ihre persönlichen Lieblings-Meilensteine?

Wenn ich einmal von den gesamtpolitisch herausragenden Ereignissen absehe wie der Öffnung der Berliner Mauer, die ich vor 30 Jahren in Berlin hautnah erleben durfte, und wieder auf die Kolleginnen und Kollegen im BMF schaue, ist da natürlich der Umzug des ersten Dienstsitzes des BMF von Bonn nach Berlin 1999. Das war schon eine Zäsur für das Haus. Nicht bei allen Betroffenen stieß die Aussicht auf einen Umzug auf Freude. Ich kam 1992 als junge Referentin von einer Behörde, die von Berlin nach Bonn umziehen sollte, und habe auf der Personalversammlung im BMF in Bonn dieselben Argumente gehört wie in Berlin – nur in umgekehrter Richtung. Die Umzugsentscheidung berührte die Lebensentwürfe vieler Menschen. Einige hatten pflegebedürftige Angehörige oder Ehepartner, die sich im Raum Bonn eine berufliche Selbständigkeit aufgebaut hatten. Es gab im BMF dann damals in enger Abstimmung mit der Personalvertretung eine Sozialabfrage, die Grundlage für die Bewertung der sogenannten Folgepflicht wurde. Nicht wenige hatten bei ihrem Umzug auch durchaus Vorbehalte gegen das Detlev-Rohwedder-Haus, seine frühere Geschichte und seine Architektur. Inzwischen hat sich das natürlich längst alles eingespielt, auch die Rollenverteilung zwischen Berlin und Bonn. Und das strenge Gebäude lebt und wird geprägt durch die Menschen, die in ihm arbeiten – ich weiß, dass viele Kolleginnen und Kollegen unseren schönen Garten als Oase mitten in der Stadt schätzen, und ich hoffe, dass er demnächst noch etwas schöner, bunter und naturnäher wird.

Martina Stahl-Hoepner vor dem Gebäude des Bundesministeriums der Finanzen
© Bundesministerium der Finanzen

Das BMF ist an Botschaften in der ganzen Welt vertreten – was macht das Ministerium darüber hinaus zu einem attraktiven Arbeitgeber?

Ich bin überzeugt, wir haben einiges zu bieten. Ganz wichtig für junge Menschen, die sich für uns entscheiden, ist sicher die Heterogenität der Aufgaben. Man kann bei uns im Laufe seines Berufslebens völlig unterschiedliche Dinge machen, ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen, sich mehr national oder international ausrichten – schauen Sie sich doch nur einmal die Aufgaben der verschiedenen Abteilungen selbst an. Und genauso unterschiedlich ist zum Teil auch die Arbeit in den Abteilungen. Die einen sind eng von der Arbeit des Parlaments, den Ausschüssen und deren Zyklen abhängig, die anderen von europäischen und internationalen Abläufen und Geschehnissen, wieder andere haben eine enge Verbindung zu unserem Geschäftsbereich oder den Finanzbehörden der Länder. Darüber hinaus ist für uns als Arbeitgeber aber natürlich wichtig, dass wir hinsichtlich der technischen und sonstigen Rahmenbedingungen up to date bleiben. Inzwischen haben alle bei uns zumindest einen sicheren Laptop, mit dem man bei Bedarf mobil arbeiten kann. Wir bemühen uns, modernste Technik ins Haus zu bringen – aktuell beschäftigen wir uns mit den Themen Sichere Cloud und Künstliche Intelligenz. Für junge Kolleginnen und Kollegen, die nach der Geburt eines Kindes in den Job zurückkehren möchten, ist natürlich auch die Frage der Kinderbetreuung ein zentrales Anliegen. Wir setzen daher alles daran, ab dem nächsten Jahr eine Betreuung für die Kleinsten anbieten zu können.

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