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30.09.2013

Neu­aus­rich­tung

Neuausrichtung der Bundesfinanzakademie

Neuausrichtung der Bundesfinanzakademie zum 1. Oktober 2013 - Organisationsplan der BFA
Neuausrichtung der Bundesfinanzakademie zum 1. Oktober 2013 - Organisationsplan der BFA
A. Überblick: Anlass, Orientierung und Kriterien für die Neuausrichtung

Die BFA stärkt ihre Leistungen in der Aus- und Fortbildung und damit ihre Kompetenz als Akademie. Dazu wurden zahlreiche Verbesserungen ins Werk gesetzt:

  1. Konzentration der Aufgaben unserer Dozenten (Lehre und Management der Gastdozenten) in vier Lehrbereichen mit fachlichen Schwerpunkten -unabhängig von den Standorten Brühl und Berlin.
  2. Entlastung der bisherigen Lehrgruppe I durch Ausgliederung der allgemeinen Verwaltung und Abbau von Doppelstrukturen durch Verlagerung von Verwaltungsaufgaben zu anderen Bereichen im BMF bzw. an das BADV.
  3. Verbesserung der Kompetenzen unserer Dozenten durch didaktische Fortbildung und Auffrischen praktischer Erfahrungen durch mehrmonatigen Einsatz in einem Finanzamt.

Anlass für die Neuausrichtung sind die Erwartungen der Steuerverwaltungen an die zukünftige Ausbildung und Fortbildung der Steuerbeamten des höheren Dienstes vor dem Hintergrund der zunehmend von Ländern und Bund vernetzt wahrzunehmenden Aufgaben und der Gewinnung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitern aufgrund der Folgen der demographischen Entwicklung.

Dementsprechend orientierte sich die Neuausrichtung an folgenden Eckpunkten:

  1. Aufgaben mittelfristig möglichst gleichberechtigt an den Standorten Brühl und Berlin wahrnehmen.
  2. Doppelstrukturen der Verwaltung auf der Grundlage einer Aufgabenkritik abbauen.
  3. Organisationsform überprüfen mit dem Ziel, effizientere Einheiten zu schaffen.
  4. Entwicklung von Zukunftsperspektiven für Aufgabenfelder, die neben den Kernaufgaben nach § 7 StBAG wahrgenommen werden können.

Kriterien für die Entscheidung über die von einer Projektgruppe mit Unterstützung durch  aufgabenkritische Untersuchungen der Arbeitseinheit „Führung und Steuerung“ im BMF sowie dem BADV erarbeiteten Vorschläge bzw. Empfehlungen waren:

  1. Stärkung der Lehre
  2. Verwaltung unterstützt die Lehre
  3. Funktion bestimmt Zuständigkeit
  4. Präsident leitet übergreifend Lehre und Verwaltung zur Erreichung gemeinsamer Ziele
Neuausrichtung der Bundesfinanzakademie zum 1. Oktober 2013 - Blick auf das Gebäude der Bundesfinanzakademie in Brühl
Blick auf das Gebäude der Bundesfinanzakademie in Brühl Quelle:  Bernhard Münch
B. Die Neuausrichtung von Lehre, Verwaltung und Leitung

I. Starke Lehre: 
Konzentration in vier Lehrbereichen mit übergreifender Koordination 

Prägend für die Akademie ist der adressatenbezogene Einsatz von Dozenten. Bei der Ausbildung, insbesondere in den ergänzenden Studien, vermitteln die hauptamtlichen Dozenten vor allem die Grundlagen des Steuerrechts. Bei der Fortbildung werden vorrangig Praktiker aus den Steuerverwaltungen eingesetzt. Die hauptamtlichen Dozenten steuern den Einsatz der rd. 700 Gastdozenten im Jahr: Sie gewinnen und binden die richtigen Praktiker für die jeweiligen Seminare und Veranstaltungen; sie sorgen für die fachliche Abstimmung der Gastdozenten z.B. durch Teilnahme als Moderatoren an den Veranstaltungen; sie sichern die Qualität der Veranstaltungen.


Diese Doppelaufgabe (eigene Lehrtätigkeit und Management der Gastdozenten) verlangt eine effektive Organisation. Die Dozenten sollen sich auf diese Aufgaben konzentrieren können. Deshalb wird die bewährte transparente Organisation in Lehrbereichen beibehalten, die die fachliche Schwerpunktbildung und damit auch eine effektive Vertretung jedes Fachgebietes durch mindestens zwei hauptamtliche Dozenten gewährleistet. 


Für diese Aufgaben sind vier Lehrbereichen notwendig und ausreichend. Durch die Entlastung von Aufgaben der allgemeinen Verwaltung kann sich auch der Lehrbereich I nunmehr auf die Lehraufgaben konzentrieren.


Die Lehrbereiche sind grundsätzlich für ein Fachgebiet zuständig – und zwar unabhängig davon, ob eine Veranstaltung in Brühl oder Berlin angeboten wird. Denn die Entscheidung für die Durchführung einer Veranstaltung in Brühl oder Berlin ist allein von den (erwarteten) Interessen der Lehrgangsteilnehmer bzw. den Inhalten der Veranstaltungen abhängig. So wird insbesondere der A-, B- und der erste Teil des C-Lehrgangs grundsätzlich in Brühl stattfinden und weitgehend durch die hauptamtlichen Dozenten der BFA durchgeführt werden.
Die mit den Aufgaben der Lehrbereiche untrennbar verbundenen unterstützenden Tätigkeiten (z.B. Lehrgangsplanung) werden durch Mitarbeiter wahrgenommen, die dem Lehrbereich I zugeordnet werden (Lehrverwaltung - in Abgrenzung zur allgemeinen Verwaltung).


Der Leiter des Lehrbereichs I hat grundsätzlich die gleichen Aufgaben wie die übrigen Lehrbereichsleiter; zusätzlich steuert er als „Koordinator Lehre“ die Lehrbereichs-übergrei-fenden Aufgaben einschl. des Einsatzes der Dozenten während des Jahres. Er ist nicht Vorgesetzter der Lehrbereichsleiter und hat nicht die Funktion eines ständigen Vertreters des Präsidenten. Auf diese Weise wurde eine der Größe der BFA angemessene Hierarchie mit nur noch zwei Stufen geschaffen. Zusätzliche Gremien zur internen Koordination wurden entbehrlich und damit das Risiko von Kommunikationsdefiziten vermindert.


Die neue Organisation schafft klare Verantwortlichkeiten. Führungs- und Leitungsaufgaben haben der Präsident, die vier Lehrbereichsleiter und der Leiter der allgemeinen Verwaltung.
Die effiziente Organisation ermöglicht auch den weiteren Ausbau der Funktion der BFA als Forum für den Bund-Länder-übergreifenden Erfahrungs- und Informationsaustausch. Der Bedarf dafür ist im Hinblick auf die zunehmende Vernetzung der Tätigkeiten der Steuerverwaltungen insbesondere auch mit dem Ausland (z.B. multilaterale Betriebsprüfung) gestiegen.
Zur kontinuierlichen Verbesserung der didaktischen Fähigkeiten nehmen die Dozenten in regelmäßigen Abständen an einer berufspädagogischen Fortbildung teil.
Zur Auffrischung der Praxiserfahrungen werden die Dozenten für mehrere Monate in einem Finanzamt eingesetzt. Das hilft auch, die ergänzenden Studien bei der BFA besser mit der prakti-schen Einweisung beim Finanzamt, für die die Länder verantwortlich sind, zu verzahnen.


Damit die Lehre die erwartete Qualität hält, wird eine Schwerpunktlehrverpflichtung für die hauptamtlichen Dozenten eingeführt und das Evaluationsverfahren mit dem Ziel angepasst, notwendige Verbesserungen zügig zu erkennen und umzusetzen.


Die Vertretung der BFA in Bund-Länder-Gremien wird grundsätzlich durch den Präsidenten wahrgenommen, soweit dies nicht anderen Personen zugewiesen ist.

II. Effiziente allgemeine Verwaltung: Unterstützung der Lehre

Die Bildung einer eigenen Einheit für die Allgemeine Verwaltung entlastet die Lehrbereiche, insbesondere den Lehrbereich I, der bisher diese Aufgaben wahrgenommen hatte.

Mit der direkten Zuordnung zum Präsidenten wird seine Aufgabe erleichtert, Lehre und Verwaltung auf die gemeinsamen Ziele der BFA auszurichten. Die Allgemeine Verwaltung hat einen Leiter, der nunmehr nicht nur koordiniert, sondern eigene Entscheidungskompetenz hat.


Doppelstrukturen werden abgebaut, soweit einzelne Aufgaben der allgemeinen Verwaltung (z.B. Reisekosten- und Honorarabrechnungen) zur effizienten Erfüllung an einer Stelle im Bereich des BMF einschl. BADV gebündelt werden können. Aufgaben der Allgemeinen Verwaltung sind insbesondere: Organisation, Haushalt, IT, Liegenschafts- und Raummanagement, Bürodienste, Öffentlichkeitsarbeit, Bibliothek, Finanzgeschichtliche Sammlung und Steuermuseum.

Neuausrichtung der Bundesfinanzakademie zum 1. Oktober 2013 - Blick auf das Bundesfinanzministerium, Detlev-Rohwedder-Haus
Blick auf das Bundesfinanzministerium, Detlev-Rohwedder-Haus Quelle:  Bernhard Münch