Die vom Bundesministerium der Finanzen eingesetzte Unabhängige Historikerkommission untersucht die Tätigkeit und Funktion des Reichsfinanzministeriums in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Kommission hat dafür Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Erforschung einzelner Aufgabenbereiche des Ministeriums beauftragt. Die Kommission koordiniert diese Forschungsarbeiten und begleitet die Veröffentlichung der Ergebnisse.

Im Rahmen des Projekts wurde am 28. Juni 2018 anlässlich einer Veranstaltung im Bundesministerium der Finanzen das von Dr. Ralf Banken verfasste Buch „Hitlers Steuerstaat – Die Steuerpolitik im Dritten Reich“ durch den Sprecher der Kommission, Herrn Prof. Dr. Hans-Peter Ullmann von der Universität Köln, vorgestellt.

Das Buch befasst sich mit der Steuerpolitik im „Dritten Reich“ und arbeitet sowohl deren Bedeutung für die Staatsfinanzierung als auch ihre Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft heraus. Es macht deutlich, dass auch die Steuergesetzgebung und -verwaltung im „Dritten Reich“ kein von Fachleuten betriebener ideologiefreier Bereich war, sondern dass das Reichsfinanzministerium die Steuerpolitik vielfach zur Realisierung nationalsozialistischer Ziele einsetzte. Hierfür werden die fiskalischen Ziele und die Entscheidungsprozesse in zahlreichen finanzpolitischen Fragen untersucht, aber auch die Stellung des Reichsfinanzministeriums innerhalb des NS-Regimes in den Blick genommen.

Herr Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger betonte in seiner Begrüßung zu dieser Veranstaltung die Bedeutung des Forschungsprojektes. Die Förderung einer eingehenden wissenschaftlichen Erforschung der Tätigkeit der Finanzverwaltung sowie des Reichsfinanzministeriums in der NS-Zeit erfolge aus historischer Verantwortung.

Die Historikerkommission plant weitere wissenschaftliche Buchveröffentlichungen im Rahmen des Projekts zur Tätigkeit des Reichsfinanzministeriums in der Zeit des Nationalsozialismus in den kommenden Jahren.